nnz-online

Aus für Videotheken befürchtet

Mittwoch, 18. Februar 2004, 12:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Die modernen Techniken und das Internet mit immer höheren Übertragungsraten machen es möglich: Downloads größerer Datenmengen sind kein Problem. Das aber bringt Thüringer Videotheken zunehmend in Gefahr. Mehr dazu gibt es mit dem bekannten Klick...


Thüringer Videotheken verzeichneten im vergangenen Jahr Umsatzverluste von teilweise über 20 Prozent. Dies geht aus einer Analyse der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 112 Videotheken des Kammerbezirkes hervor. Als Hauptursachen werden zunehmende Raub- und Schwarzkopien, aber auch vereinfachte Download-Möglichkeiten im Internet angegeben.

„Für zahlreiche Besitzer von Videotheken ist die Lage zwischenzeitlich dramatisch“, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer. Obwohl fast alle modernen Filme bzw. Alben über einen Kopierschütz verfügten und ein neues Urheberrecht in Kraft getreten sei, fänden sich immer neue Möglichkeiten, den Kopierschutz zu umgehen. Viele - auch aktuelle - Filme würden aus dem Web geladen und auf Rohlinge gebrannt. Ebenso sei das klassische Kassetten-Verleihgeschäft bedroht. „Die Stimmung in der Branche schwankt zwischen Resignation und Wut“, so Grusser weiter. Insbesondere die Politik sei gefordert, schärfer gegen Verstöße vorzugehen.

Im Jahre 2003 wurden nach Angaben der Kammer in Deutschland von 515 Millionen verkauften CD-Rohlingen bereits über 60 Prozent für Raub- und Schwarzkopien verwendet. Sollte die Entwicklung anhalten, erwarten Branchenexperten, dass bis Ende des Jahres ca. 20 Prozent der Videotheken schließen müssen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de