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Miteinander gesprochen

Donnerstag, 31. Januar 2013, 20:55 Uhr
Von den Fans des Oberligisten Wacker Nordhausen lange gefordert, heute als Versprechen eingelöst – der „Fan-Gipfel“ im Albert-Kuntz-Sportpark. Was die erste Besteigung letztlich brachte, das hat die nnz in luftiger Höhe in Erfahrung bringen können...

Fans reden Klartext (Foto: nnz) Fans reden Klartext (Foto: nnz)

Zwölf wirkliche Fans kamen gegen 20 Uhr in die Geschäftsstelle des Vereins und wurden von Wacker-Präsident Nico Kleofas begrüßt. Der bisherige Fan-Beauftragte, der „Videoman“ alias Heiko Rüdrich, sagte, dass die Fans die lange Zeit von einer ersten Idee bis zur heutigen Umsetzung sehr übel nehmen. Weitere Kritik gab es an der rigiden Haltung der Sicherheitsdienste, die den Fans Papierschlangen und Konfetti abgenommen hatten.

Kleofas rechtfertigte die Aktion mit der Gefährdung durch rund 100 mitgeführten WC-Rollen und Kassenrollen, die mitgebracht wurden. Jeder Schiedsrichter hätte in dieser Situation das Spiel abgebrochen, wären die Rollen auf den Platz geflogen. Auch habe man auf dem AKS-Gelände Pyrotechnik gefunden, die lange vor dem Spiel in das Gelände gebracht wurde.

Mannschaftskapitän Pascal Biank sagte, dass er hier in Nordhausen sehr beeindruckt war, wie die Fans und Zuschauer hinter der Mannschaft stehen. Die Fans seien für ihn der Hauptgrund gewesen, in Nordhausen zu bleiben. Es gebe für einen Spieler nichts „geileres“ als einen Haufen Fans hinter sich zu haben. „Wir wollen die Wacker-Front wieder haben“. Ein Fan sagte, die Wacker-Front habe nichts mehr mit NDH-City zu tun und Kleofas ergänzte: „Wir haben kein rechtes Problem!“

Jonas Heidrich will den sportlichen Höhenflug mit den Fans gestalten und schlägt vor, künftig einmal im Monat ein Fantreffen zu organisieren. Auch um Räume für dieses Treffen wolle man sich kümmern. Das erste gemeinsame Ziel müsse sein, im ersten Spiel der Rückrunde gegen Bautzen einen Bus zu chartern.

Angesprochen wurde auch die "Ruhe" in der Fantribüne, die sich in den zurückliegenden Monaten "entwickelt" habe. Wie nun aber mit den Ultras umgehen? Eine neue Szene gründen? Vor allem aber sollten sich die einzelnen Fangruppen erst einmal zusammentun, sich selbst organisieren.

Die Fans waren sich einig, dass die Wacker-Front in keinster Weise etwas mit NDH-City zu tun. Das ist an dieser Stelle bereits mehrfach geschrieben worden. Punkt. Aus.

Wie aber nun weiter? Die Fanarbeit muss aktiviert werden, denn, sollte Wacker in die Regionalliga aufsteigen, dann schreien 500 Magdeburg-Fans den kompletten AKS in Grund und Boden. Vize-Präsident Olaf Dobrzykowsky sprach von gemeinsam gemachten Fehlern und von einem gemeinsamen Lernprozess, der Teil einer Chance ist, ab der kommenden Saison wieder Regionalliga zu spielen.

Trainer Jörg Goslar sprach von dem gemeinsamen Ziel des Aufstiegs und von 5.000 Fans im ersten Heimspiel an einem Freitagabend gegen Magdeburg oder Leipzig. Da müssen alle mitziehen, der sportliche Bereich des Vereins und die Fans, die während der 90 Minuten für Gänsehaut sorgen. "Lasst uns also loslegen!"
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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