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Arbeitsmarkt-Reaktionen (3)

Donnerstag, 31. Januar 2013, 13:59 Uhr
Der DGB Hessen-Thüringen bewertet die Entwicklung am thüringischen Arbeitsmarkt als angespannt. Dass im Januar 14.900 Menschen mehr als im Vormonat ohne Arbeit sind, ist nach Einschätzung des Bezirksvorsitzenden Stefan Körzell nicht allein der Jahreszeit geschuldet...


„Obwohl wir mit den Zahlen noch über Vorjahresniveau sind, spiegelt sich hier die kritische Lage von ganz Deutschland in Thüringen wider.“
Besonders deutlich werde dies beim Rückgang der gemeldeten offenen Stellen, so Körzell. Im Januar waren knapp 20 Prozent weniger offenen Stellen im Angebot der Regionaldirektion der Arbeitsagentur als im Dezember und 18 Prozent weniger als im Januar 2012.

Körzell: „Dieser starke Einbruch lässt vermuten, dass der Start aus den Wintermonaten nicht so positiv verlaufen wird wie im vergangenen Jahr. Der immer wiederkehrende Hinweis der Arbeitgeber, nicht alle Stellen seien bei der Bundesagentur gemeldet, ist auf Dauer unglaubwürdig. Nach wie vor ist die Bundesagentur immer noch der größte Vermittler offener Stellen in Thüringen.“
 
Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 14,6 Prozent im Januar gegenüber dem Vormonat ist nach Ansicht von Körzell Ausdruck dafür, dass viele Unternehmen nach dem Ende der Ausbildung im Januar ihre Auszubildenden nicht übernommen haben. Körzell: „Das passt nicht zusammen mit dem Wehklagen der Unternehmer zum Fachkräftemangel und zum Arbeitskräftemangel in Thüringen überhaupt.

Wir müssen es leider gebetsmühlenartig wiederholen: Wenn sie ständig den Fachkräftemangel beklagen, sich aber in die Büsche schlagen, wenn es um die Übernahme junger Menschen in ein geregeltes Arbeitsleben mit Perspektive geht, dann ist das verantwortungslos. Es zeugt auch nicht von nachhaltigem Führen eines Unternehmens, denn gerade die jungen Menschen sind es, die sich durch das Sammeln von Arbeitserfahrung und gezielter Weiterbildung zu den Fachkräften von morgen entwickeln.“
Autor: red

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