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Ein Fünftel mehr

Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:42 Uhr
Über die Entwicklung des Nordthüringer Arbeitsmarktes hatten wir bereits kurz berichtet. Jetzt haben wir die Einzelheiten, auch für die drei Landkreise, noch einmal genauer aufbereitet...


Der Arbeitsmarkt in Nordthüringen startete in das neue Jahr mit einem Zuwachs an Arbeitslosen. Ende des Monats waren 15.612 Menschen ohne Arbeit, das waren rund 2.500 (+19,6%) mehr als im Dezember. Dieser Anstieg fiel praktisch ähnlich hoch aus wie im Januar 2012. Verglichen mit dem Vorjahr lag die Zahl der Arbeitslosen noch um über 300 (-2,1%) Personen darunter. Damit wurde der niedrigste Januar-Wert seit 22 Jahren erreicht.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg zum Dezember um 1,8 auf 11,0 Prozent an. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang der Quote um 0,1 Prozent.

„Wir haben mehr Arbeitslose zu Jahresbeginn. Diese Entwicklung ist typisch und kommt nicht überraschend“, so Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordhäuser Arbeitsagentur. Einen Grund für die Zunahme der Arbeitslosigkeit sieht Froböse in witterungsbedingten Auswirkungen. So sei vor allem der Zugang an Arbeitslosen aus den Außenberufen, wie beispielsweise des Baugewerbes und der Landwirtschaft ursächlich. Folglich begründe dies auch den Anstieg der Kurzzeitarbeitslosigkeit im Januar. Die Zahl der von den Jobcentern und vom Grundsicherungsamt betreuten Arbeitslosen sei hingegen eher leicht rückläufig.

Positiv bewertete Froböse die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit um über zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau blieb. Dies sei nicht selbstverständlich und in einigen Regionen Thüringens schon nicht mehr der Fall.

Mit Blick auf das Vorjahr entwickelte sich die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, in den drei Landkreisen unterschiedlich. Der Kyffhäuserkreis konnte als einziger Landkreis von einer positiven Entwicklung profitieren. Die Quote sank hier um 1,0 auf 13,8 Prozent. Während der Landkreis Eichsfeld mit 8,0 Prozent unverändert blieb, hatte der Landkreis Nordhausen einen Anstieg um 0,7 auf 12,2 Prozent zu verzeichnen.

Rund 2.400 Personen meldeten sich im Januar nach einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitslos, über 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Fast neunzig Prozent der Kunden werden von der Arbeitsagentur betreut.
Dreißig Prozent aller Meldungen kamen nach Kündigungen aus dem Baugewerbe zustande.

Neben der Zahl der Arbeitslosen weist die Nordhäuser Arbeitsagentur die sogenannte Unterbeschäftigung aus. Sie zeigt transparent sowohl Arbeitslose als auch Personen mit Förderungen auf, die nicht als Arbeitslose erfasst sind, aber noch keiner vollen wettbewerbsfähigen Beschäftigung nachgehen. Danach erhielten letzten Monat rund 3.700 Personen finanzielle Unterstützung, das waren fast 660 weniger als vor einem Jahr.

Der Blick in die Regionen

Landkreis Nordhausen
Neben der Zahl der Arbeitslosen weist die Nordhäuser Arbeitsagentur die sogenannte Unterbeschäftigung aus. Sie zeigt transparent sowohl Arbeitslose als auch Personen mit Förderungen auf, die nicht als Arbeitslose erfasst sind, aber noch keiner vollen wettbewerbsfähigen Beschäftigung nachgehen. Danach erhielten letzten Monat rund 3.700 Personen finanzielle Unterstützung, das waren fast 660 weniger als vor einem Jahr.

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 899 auf 4.522 Personen gestiegen. Das waren 58 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 8,0%; sie war damit genau so hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 1.632 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 107 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert 732 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-1).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 13 Stellen auf 586 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 81 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 108 neue Arbeitsstellen, 121 weniger als vor einem Jahr.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 632 auf 5.641 Personen gestiegen. Das waren 511 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 13,8%; vor einem Jahr belief sie sich auf 14,8%. Dabei meldeten sich 1.392 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 282 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 761 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-76).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 27 Stellen auf 276 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 18 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 97 neue Arbeitsstellen, 9 weniger als vor einem Jahr.
Autor: red

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