Schlegel: Wer will, der bekommt
Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:31 Uhr
Gespräche zur Entwicklung des Nordthüringer Arbeitsmarktes finden immer häufiger in Unternehmen der Region statt. Heute waren Agenturleitung und die IHK in einem Nordhäuser Traditionsunternehmen zu Gast...
Von links: Udo Rockmann (IHK Nordhausen, Mario Melle (IHK Erfurt), Karste Froböse (Agentur für Arbeit) und Firmeninhaber Ulrich Schlegel
Es war der Dämmstoffhandel Schlegel und dessen Chef Ulrich Schlegel gab zum Besten, wie es zu diesem Termin gekommen sei. Ulrich Schlegel stand an einem Januarmorgen an einer Nordhäuser "Tanke" und hatte seine Geldbörse vergessen. Karsten Froböse half aus und vereinbarte gleich den heutigen Termin.
Der Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur warb eingangs dafür, die Perspektiven für Jugendliche in der Region deutlich herauszustellen. "Jungne Menschen, die wollen, die haben in Nordthüringen eine berufliche Perspektive", gibt der Mann gebetsmühlenartig seit Monaten zu Protokoll. Dazu würden auch die Unternehmen immer mehr ihren Beitrag zu leisten haben. Momentan jedoch ist die Jugendarbeitslosigkeit im Steigen begriffen. Das aber sei ein temporärer Eindruck, der sich bei anziehender Konjunktur wieder ins Positive wandeln würde.
Ulrich Schlegel, der nebenbei auch noch Vizepräsident der Erfurter IHK ist, sieht das Problem bei den Jugendlichen, die ungenügende Schulabschlüsse aufweisen würden. Was Elternhaus und Schule in 16 oder 17 Jahren hingezaubert haben, damit müssen die Unternehmen jetzt zurechtbügeln, so Schlegel. Um die Quote der Abbrecher ein wenig nach unten zu drücken, sollte die Möglichkeit von Schnupperpraktika noch stärker genutzt werden. Schlegel sieht auch ein gesellschaftliches Problem. Es sei der Wohlstand der immer wieder, jedes Jahr unterm Tannenbaum liege. Notwendige Voraussetzungen wie das Anerkennen von Pflichten, das Akzeptieren von Disziplin und Hierarchien, seien nicht mehr ausgeprägt. Auf den Punkt gebracht: Wer will, der bekommt. Einen Ausbildungsplatz.
Eine quantitative Entlastung wird es von den diesjährigen Schulabgängern nicht geben. Von den 600 mehr als im Vorjahr erwarteten Schulabgängern in Thüringen, bleiben für den Bereich der IHK Erfurt mal gerade 60 übrig. Auch Altbewerber stehen nicht in einem größeren Umfang zur Verfügung. Die Lage bleibt also angespannt, obwohl es mit 729 im vergangenen Jahr abgeschlossenen Lehrverträgen 24 mehr als im Jahr 2011 gab. War der Trend im Kyffhäuserkreis sowie im Landkreis Nordhausen positiv, so ging die Zahl der Verträge im Landkreis Eichsfeld zurück.
Ulrich Schlegel hat in seinem Unternehmen all das bereits geleistet, was der Gesetzgeber krampfhaft nachholen will. Frauenquote, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zehn Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, stetige Ausbildung – all das findet man im Schlegelschen Dämmstoffhandel. Ulrich Schlegel, dessen Unternehmen auch in Worbis-Leinefelde und in Erfurt ansässig ist, schwört auf eine gesunde Altersmischung in der Firma.
Hier paaren sich neue Ideen mit jahrelanger Erfahrung in einem Unternehmen, das mittlerweile 30 Mitarbeiter hat und in diesem Jahr drei Ausbildungsplätze anbieten wird.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redVon links: Udo Rockmann (IHK Nordhausen, Mario Melle (IHK Erfurt), Karste Froböse (Agentur für Arbeit) und Firmeninhaber Ulrich Schlegel
Es war der Dämmstoffhandel Schlegel und dessen Chef Ulrich Schlegel gab zum Besten, wie es zu diesem Termin gekommen sei. Ulrich Schlegel stand an einem Januarmorgen an einer Nordhäuser "Tanke" und hatte seine Geldbörse vergessen. Karsten Froböse half aus und vereinbarte gleich den heutigen Termin.
Der Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur warb eingangs dafür, die Perspektiven für Jugendliche in der Region deutlich herauszustellen. "Jungne Menschen, die wollen, die haben in Nordthüringen eine berufliche Perspektive", gibt der Mann gebetsmühlenartig seit Monaten zu Protokoll. Dazu würden auch die Unternehmen immer mehr ihren Beitrag zu leisten haben. Momentan jedoch ist die Jugendarbeitslosigkeit im Steigen begriffen. Das aber sei ein temporärer Eindruck, der sich bei anziehender Konjunktur wieder ins Positive wandeln würde.
Ulrich Schlegel, der nebenbei auch noch Vizepräsident der Erfurter IHK ist, sieht das Problem bei den Jugendlichen, die ungenügende Schulabschlüsse aufweisen würden. Was Elternhaus und Schule in 16 oder 17 Jahren hingezaubert haben, damit müssen die Unternehmen jetzt zurechtbügeln, so Schlegel. Um die Quote der Abbrecher ein wenig nach unten zu drücken, sollte die Möglichkeit von Schnupperpraktika noch stärker genutzt werden. Schlegel sieht auch ein gesellschaftliches Problem. Es sei der Wohlstand der immer wieder, jedes Jahr unterm Tannenbaum liege. Notwendige Voraussetzungen wie das Anerkennen von Pflichten, das Akzeptieren von Disziplin und Hierarchien, seien nicht mehr ausgeprägt. Auf den Punkt gebracht: Wer will, der bekommt. Einen Ausbildungsplatz.
Eine quantitative Entlastung wird es von den diesjährigen Schulabgängern nicht geben. Von den 600 mehr als im Vorjahr erwarteten Schulabgängern in Thüringen, bleiben für den Bereich der IHK Erfurt mal gerade 60 übrig. Auch Altbewerber stehen nicht in einem größeren Umfang zur Verfügung. Die Lage bleibt also angespannt, obwohl es mit 729 im vergangenen Jahr abgeschlossenen Lehrverträgen 24 mehr als im Jahr 2011 gab. War der Trend im Kyffhäuserkreis sowie im Landkreis Nordhausen positiv, so ging die Zahl der Verträge im Landkreis Eichsfeld zurück.
Ulrich Schlegel hat in seinem Unternehmen all das bereits geleistet, was der Gesetzgeber krampfhaft nachholen will. Frauenquote, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zehn Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, stetige Ausbildung – all das findet man im Schlegelschen Dämmstoffhandel. Ulrich Schlegel, dessen Unternehmen auch in Worbis-Leinefelde und in Erfurt ansässig ist, schwört auf eine gesunde Altersmischung in der Firma.
Hier paaren sich neue Ideen mit jahrelanger Erfahrung in einem Unternehmen, das mittlerweile 30 Mitarbeiter hat und in diesem Jahr drei Ausbildungsplätze anbieten wird.
Peter-Stefan Greiner

