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Heldenvorbilder gefunden

Montag, 16. Februar 2004, 16:10 Uhr
Nordhausen(nnz). Ende Januar startete die Blutspendezentrale die Aktion "Helden gesucht". Nicht nur junge Leute wollten mal ganz schnell echte Retter werden, auch zwei Politiker ließen sich heute anzapfen. nnz hat den Aderlaß dokumentiert.


Zeh, Claus

"Müßten wir nicht eigentlich schwarzes Blut haben?", lachte Sozialminister Dr. Klaus Zeh (CDU) als der rote Saft in den Beutel lief. Sein Partei-Kollege Landrat Joachim Claus (CDU) hatte die Spende schon hinter sich gebracht, aber irgendwie war auch sein Blut nicht schwarz. Blutspende ist also völlig unpolitisch. Jeder kann für jeden anderen Menschen spenden, wenn die Blutgruppe paßt.

Die Politiker, der Landrat ist sogar Schirmherr der Jugendaktion, wollten mit gutem Beispiel vorangehen und möglichst viele Leute erreichen. Da immer mehr Blut gebraucht wird und die fleißigsten Spender langsam überaltern, sollen jetzt Jugendliche ab 18 Jahren besonders angesprochen werden. 98 % der Spenden verbleiben in den Landkreisen Nordhausen und Sondershausen. Die verbleibenden 2 % werden zum Beispiel mit dem Transfusionszentrum in Suhl getauscht, wenn eine seltene Blutgruppe gesucht wird.

Wenn man sich in Erinnerung ruft, daß das Südharzkrankenhaus 12 Operationssäle und sechs chirurgische Stationen hat, dazu noch eine große Krebsstation, dann wird deutlich, wie sehr das Blut benötigt wird.
Deswegen spendet das Personal auch selber. Prof. Dr. Uwe Klein, der ärztliche Direktor des Krankenhauses, legte sich heute neben die Politiker.

"Jeder kann in die Lage kommen, daß er Blut braucht", so Sozialminister Zeh. Wie wenig die Aktion mit dem Wahlkampf zu tun hat, sieht man mit einem Blick in den Spenderausweis des Landrates, 28 Mal ließ er sich 450 ml entnehmen. Es geht ihm gut dabei, erzählt er beim Frühstück, welches jeder Spender bekommt. Wie oft der Sozialminister bisher gespendet hat, weiß er nicht mehr genau, aber den Landtrat hat er noch nicht eingeholt.

Warum macht man das überhaupt, nur edel und uneigennützig sind doch die wenigsten? Wegen der Überwachung des Gesundheitszustands zum Beispiel, meint der Landrat lächelnd. Sven Köhn vom Blutspendedienst erklärt das genauer. "Vor jedem Anzapfen werden Blutdruck und Temperatur gemessen und der Freiwillige ärztlich untersucht. Das Blut wird auf Hepatitis, HIV, Syphilis untersucht, die Leberwerte werden bestimmt. Dieser Gesundheitscheck ist kostenlos, und garantiert ohne Praxisgebühr. Die Blutgruppenbestimmung, die sonst 30 Euro kostet, wird bei Erstspendern ebenfalls übernommen."

Den nächsten Blutspendetermin erfahren werdende Helden im Internet . Heute kann noch bis 19.00 Uhr im Krankenhaus Blut gegeben werden.
Autor: wf

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