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nnz-Forum: Kahlschlag im Gehege

Donnerstag, 24. Januar 2013, 14:05 Uhr
Als Vertreter der AG Baumschutz vom BUND möchte sich Ulrike Taeger-Schmidt zum Kahlschlag im Nordhäuser Gehege äußern...


Auch ich war bei meinem letzten Spaziergang durch das Gehege einfach nur entsetzt. Man hat scheinbar mit behördlicher Genehmigung gezielt die größten und schönsten Bäume gefällt, um den höchstmöglichen Holzertrag zu erzielen. Viele der Stämme, die auf dem Gehegeplatz lagern, machen an den Schnittstellen einen sehr gesunden Eindruck.

Entgegen der Darstellung der Stadtverwaltung in der nnz vom 15. Januar sieht das Gehege nicht mehr wie ein Erholungsgebiet, sondern eher wie ein Forstnutzungsgebiet aus. Gerade die großen, alten Bäume machten doch den Reiz des Geheges als Naherholungsgebiet aus und boten zudem Vögeln, Insekten und Kleinsäugern ein Biotop. Aber große alte Bäume haben scheinbar keine Lobby, wenn es keine botanischen Raritäten sind. Wozu brauchen wir ein verjüngtes Gehege, wenn keiner mehr darin spazieren gehen möchte?

Das Gehege hat den Status eines Stadtwaldes und nach Bundeswaldgesetz § 14 besteht eine Haftung des Waldbesitzers, also der Stadt Nordhausen, wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht grundsätzlich nicht für waldtypische Gefahren. Waldtypische Gefahren sind Gefahren, die von lebenden oder toten Bäumen ausgehen.

Somit können die aufgeführten Gründe für die Baumfällungen betreffs Sicherung der Bevölkerung ad absurdum geführt werden. Die Baumfällungen dienten wohl doch nur wirtschaftlichen Interessen.
Ulrike Taeger-Schmidt
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: red

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