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Empfang im Schloss

Sonntag, 20. Januar 2013, 16:25 Uhr
Sie sind ein fester Termin in der Politlandschaft der Goldenen Aue - die Neujahrsempfänge der Heringer CDU. Gestern gab es die nunmehr schon 14. Auflage. Und da wurde Tacheles geredet...


CDU-Ortsverbandschef Maik Schröter freute sich über knapp 100 Gäste, die seiner Einladung gefolgt waren. Nach seiner Begrüßung machte Schröter deutlich, dass im Mittelpunkt der Anstrengungen in diesem in Heringen selbst die Fertigstellung des Heringer Schlosses stehen müsse.

Es sei der neunte Bauabschnitt, der sich der Instandsetzung des sogenannten Neues Schlosses widmet. Es gebe Nutzer, ein Nutzungskonzept, doch kein Geld seitens der Kommune. Und doch will der Bürgermeister ein Darlehen aufnehmen, hat die Konstellation im Finanzministerium dargelegt und pocht auf die Hilfe aus Erfurt.

Sollte die ausbleiben, dann könnte es schlimme Folgen für die Kommune haben. Man habe ein "nicht fertiges" Denkmal ohne Leben und man müsse vermutlich 2,2 Millionen Euro an Fördermitteln zurückzahlen und der Nutzer gehen verloren. Aber nicht nur Heringen steht im Mittelpunkt in diesem Jahr, auch in den anderen Ortsteilen der Landgemeinde müsse etwas geschehen. Zum Beispiel muss die Straße zur Kita in Auleben endlich eine Schwarzdecke erhalten.

Als Hauptredner des Nachmittags konnte erneut CDU-Bundestagsabgeordneter Manfred Grund begrüßt werden. Der Eichsfelder, der in diesem Jahr zum sechsten Mal in den Bundestag gewählt werden will, nutzte die Gelegenheit zu einem polit-philosophischen Exkurs. Er skizzierte, dass eine Demokratie auch in einer Krisensituation handlungsfähig und regierbar bleiben müsse. Sei die Demokratie in Gefahr, dann drohe Anarchie. Und: bei allem Verständnis für das Handeln von Bürgerinitiative müssen gewählte Politiker aller Ebenen auch zuvor sorgsam abgewogene Entscheidungen treffen, die nicht mit denen der jeweiligen BI konform gehen.

Als stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender ergriff der Bleicheröder Bürgermeister Frank Rostek das Wort. Der lobte die Zusammenarbeit innerhalb der kommunalen Familie innerhalb des Landkreises. Nur das gemeinsame Agieren der Kommunen in Thüringen insgesamt habe den Thüringer Finanzminister unter Druck setzen können und zum Nachverhandeln gezwungen. Dieses Druckpotential müsse jedoch auch weiterhin aufrecht erhalten werden, schließlich wollen "wir Bürgermeister an der kommunalen Basis nicht die Deppen der Nation sein."

Ein Mehr an Geld vom Land ist für die Landgemeinde Heringen nicht in Sicht, da die Gemeinde Uthleben im Jahr 2010 einen Steuerstreit gewann und 800.000 Euro zurückgezahlt bekam. Dieses Geld wurde eben mal so seitens des Finanzministeriums verrechnet.

Trotz aller Probleme forderte auch Maik Schröter ein Mindesmaß an sozialer Infrastruktur. "Ich werde es nicht hinnehmen, dass im 75. Jahr seines Bestehens das Uthleber Freibad geschlossen werden soll. Das ist dann für mich nicht mehr hinnehmbar, dass das reichste Land im westlichen Europa es zulässt, dass eine ganze Region kein Freibad mehr betreiben kann. Dafür werde ich kämpfen, selbst, wenn ich dabei mit einem Bein im... na, Sie wissen schon, stehe", sagte Maik Schröter der nnz abschließend.
Autor: red

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