Probleme mit der Schlempe
Mittwoch, 16. Januar 2013, 06:55 Uhr
Es war lange ruhig um die in Nordhausen geplante Biomethan-Anlage. Nur in der Einwohnerfragestunde des Stadtrates ist sie Thema. Einer der Partner der EVN könnte jedoch jetzt Probleme bereiten...
Wir erinnern uns: Die Biomethanlage sollten neben den "Klassikern" Mais und Zuckerrüben auch Schlempe zu "fressen" bekommen. Das hätte einen tollen regionalen Kreislauf gegeben, da zigtausend Tonnen Schlempe in der Nordbrand-Brennerei anfallen. Soviel, dass auch noch bis zu 25.000 Tonnen Schlempe für die neue Anlage da wären.
Nordbrand jedoch hat ein Problem. Das ist der rapide gestiegene Preis für das Ausgangsmaterial, das Getreide. Der ist so in die Höhe geschnellt, dass er nur noch für die Herstellung von Alkohol eingesetzt wird, mit dem die Marke "Echter Nordhäuser" produziert wird. Deshalb setzt Nordbrand derzeit vorwiegend auf Importalkohol, um die Kosten so zu minimieren, dass man am heiß umkämpften und zurückgehenden Markt für Spirituosen vernünftige Preise für die Köstlichkeiten erzielen kann.
Das alles bringt das Problem mit sich, dass bei einer Reduzierung der Destillation auch der Anfall der Schlempe nach unter geht - auf ein Drittel. Das bekommen auch die abnehmenden Partner der Nordhäuser, wie von Asten oder andere landwirtschaftlichen Betriebe zu spüren. Bleibt da überhaupt noch etwas zur "Fütterung" der geplanten Biomethan-Anlage?
"Diese neue Situation hat auf die geplanten Anlagen keine größeren Auswirkungen. Zwar haben wir mit der Nordbrand Nordhausen GmbH noch keinen Vertrag abgeschlossen, doch ich sehe weiteren Verhandlungen gelassen entgegen", sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Energieversorgung Nordhausen GmbH, Hans-Peter Dörflinger, der nnz.
Sollte es zu einer Reduzierung des Schlempeanteils kommen, könne der Anteil an Zuckerrübenschnitzeln auf 5.000 Tonnen erhöht werden. Wichtig ist allein die Tatsache, dass der 60prozentige Anteil von Mais als Rohstoff nicht überschritten wird. Keine Gefahr also, im Gegenteil, es werde weniger Transporte geben und die CO2-Bilanz sei positiver bei einem teilweisen Verzicht von Schlempe.
Derzeit werden seitens der EVN die letzten Gutachten zum Bau und zur Betreibung der künftigen Anlage eingeholt. "Wir werden alle Zahlen und Eckdaten ordnen und in eine Vorlage einarbeiten, die zuerst der Projektgruppe und dann den Stadträten vorgelegt wird", ergänzt der technische EVN-Chef Rolf Göppel.
Bis Ende März muss es im Nordhäuser Stadtrat eine Entscheidung zum Bau der Anlage geben. Auch zum Standort. Dann sind die Stadträte gefragt. Sollte es wieder zu einem Nein für diese Investition wie beim Autohof kommen, dann sehen beide Geschäftsführer eine deutliche Verschlechterung des Investitionsklimas in der Region. Damit sind sie sich einig mit dem Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes, der sich mehrfach hinter die Investition gestellt hatte.
Ende März muss Klarheit herrschen, denn erst dann können die Verträge mit den Bauern als Lieferanten unterschrieben werden. Einspeiseziel ist Ende 2014. Bislang hat die zögerliche Haltung von Stadtspitze und Stadtrat ein Jahr gekostet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redWir erinnern uns: Die Biomethanlage sollten neben den "Klassikern" Mais und Zuckerrüben auch Schlempe zu "fressen" bekommen. Das hätte einen tollen regionalen Kreislauf gegeben, da zigtausend Tonnen Schlempe in der Nordbrand-Brennerei anfallen. Soviel, dass auch noch bis zu 25.000 Tonnen Schlempe für die neue Anlage da wären.
Nordbrand jedoch hat ein Problem. Das ist der rapide gestiegene Preis für das Ausgangsmaterial, das Getreide. Der ist so in die Höhe geschnellt, dass er nur noch für die Herstellung von Alkohol eingesetzt wird, mit dem die Marke "Echter Nordhäuser" produziert wird. Deshalb setzt Nordbrand derzeit vorwiegend auf Importalkohol, um die Kosten so zu minimieren, dass man am heiß umkämpften und zurückgehenden Markt für Spirituosen vernünftige Preise für die Köstlichkeiten erzielen kann.
Das alles bringt das Problem mit sich, dass bei einer Reduzierung der Destillation auch der Anfall der Schlempe nach unter geht - auf ein Drittel. Das bekommen auch die abnehmenden Partner der Nordhäuser, wie von Asten oder andere landwirtschaftlichen Betriebe zu spüren. Bleibt da überhaupt noch etwas zur "Fütterung" der geplanten Biomethan-Anlage?
"Diese neue Situation hat auf die geplanten Anlagen keine größeren Auswirkungen. Zwar haben wir mit der Nordbrand Nordhausen GmbH noch keinen Vertrag abgeschlossen, doch ich sehe weiteren Verhandlungen gelassen entgegen", sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Energieversorgung Nordhausen GmbH, Hans-Peter Dörflinger, der nnz.
Sollte es zu einer Reduzierung des Schlempeanteils kommen, könne der Anteil an Zuckerrübenschnitzeln auf 5.000 Tonnen erhöht werden. Wichtig ist allein die Tatsache, dass der 60prozentige Anteil von Mais als Rohstoff nicht überschritten wird. Keine Gefahr also, im Gegenteil, es werde weniger Transporte geben und die CO2-Bilanz sei positiver bei einem teilweisen Verzicht von Schlempe.
Derzeit werden seitens der EVN die letzten Gutachten zum Bau und zur Betreibung der künftigen Anlage eingeholt. "Wir werden alle Zahlen und Eckdaten ordnen und in eine Vorlage einarbeiten, die zuerst der Projektgruppe und dann den Stadträten vorgelegt wird", ergänzt der technische EVN-Chef Rolf Göppel.
Bis Ende März muss es im Nordhäuser Stadtrat eine Entscheidung zum Bau der Anlage geben. Auch zum Standort. Dann sind die Stadträte gefragt. Sollte es wieder zu einem Nein für diese Investition wie beim Autohof kommen, dann sehen beide Geschäftsführer eine deutliche Verschlechterung des Investitionsklimas in der Region. Damit sind sie sich einig mit dem Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes, der sich mehrfach hinter die Investition gestellt hatte.
Ende März muss Klarheit herrschen, denn erst dann können die Verträge mit den Bauern als Lieferanten unterschrieben werden. Einspeiseziel ist Ende 2014. Bislang hat die zögerliche Haltung von Stadtspitze und Stadtrat ein Jahr gekostet.
Peter-Stefan Greiner
