Länder in der Klemme
Montag, 09. Februar 2004, 11:21 Uhr
Nordhausen/Eisleben (nnz). Im Jahr nach der Landesgartenschau will die Stadt Nordhausen verstärkt auf Investorensuche gehen. Doch Arbeitsplätze sind auch schon in diesem Jahr willkommen. Für mittlere Ansiedlungen gibt es noch Platz. Zum Beispiel im Gewerbegebiet am Darrweg.
Dort könnte nach Informationen der nnz zum Beispiel eine Großbäckerei hinpassen. Und zwar eine Bäckerei, die ihre Produkte schockgefrostet herstellt. Wenn man bei dem Unternehmen in Eisleben (Sachsen-Anhalt) in die telefonische Warteschleife gerät, dann weiß man sofort, woran man ist: Bakerman von Laid Back bekommt man da auf die Ohren. 650 Leute produzieren das eisigkalte Gebäck an zwei Standorten im Mansfelder Land. Doch die Klemme AG will mehr. Sie will expandieren. Vielleicht nach Thüringen, vielleicht nach Nordthüringen? Was man aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium erfährt, das ist lediglich eine Bestätigung von Gesprächen mit der Klemme-Führungsetage. Es gehe um Standorte in Nordthüringen.
Da war Artern schon im Gespräch, jetzt soll es Nordhausen sein. Im Nordhäuser Rathaus hätte man natürlich ein schönes Fleckchen an der Darre zur Verfügung und die Autobahn 38 so zusagen vor der Tür. Doch die Betontrasse führt ja auch an Eisleben vorbei. Und da kommen die ersten Zweifel auf. Warum will ein Unternehmen mit Expansionswillen nur rund 40 Kilometer weiter in Richtung Westen einen neuen Standort aufmachen und mehr als 100 Arbeitsplätze entstehen lassen? Geht die Absatz-Post nicht eigentlich in Richtung Osten ab?
Warum werden in der Eisleber Zentrale die kommunikativen Schotten geschlossen? Nichts sagen, dafür Bakerman hören. Man wolle in laufenden Verfahren nicht an die Öffentlichkeit, nur das Stattfinden von Gesprächen kann man nicht abstreiten.
Und es wird weiter gezweifelt – vor allem an der Ernsthaftigkeit der Ansiedlung in Nordthüringen. Schließlich wurde indiskret doch der Umstand gestreut, dass es Gespräche in Erfurt gibt. Im Blätterwald des Nachbarbundeslandes wird darüber schon länger berichtet. Mit einer derartigen Taktik kann man die Landesregierung in Sachsen-Anhalt sanft unter Druck setzen. Bessere Förderquote durch das Land, bessere Förderung in der Region durch Landkreis und Kommune – so das Ziel des Gezerres. Aus unternehmerischer Sicht sicher legitim, doch hier werden zwei Regionen gegeneinander ausgespielt, in Magdeburg spricht man schon von Fördermitteltourismus. Letztlich, sieht man es kaufmännisch, würde die Klemme AG so oder so investieren müssen. Bislang lehnte Sachsen-Anhalt nach Informationen des MDR eine Förderung des 30-Millionen-Euro-Projektes ab.
Autor: nnzDort könnte nach Informationen der nnz zum Beispiel eine Großbäckerei hinpassen. Und zwar eine Bäckerei, die ihre Produkte schockgefrostet herstellt. Wenn man bei dem Unternehmen in Eisleben (Sachsen-Anhalt) in die telefonische Warteschleife gerät, dann weiß man sofort, woran man ist: Bakerman von Laid Back bekommt man da auf die Ohren. 650 Leute produzieren das eisigkalte Gebäck an zwei Standorten im Mansfelder Land. Doch die Klemme AG will mehr. Sie will expandieren. Vielleicht nach Thüringen, vielleicht nach Nordthüringen? Was man aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium erfährt, das ist lediglich eine Bestätigung von Gesprächen mit der Klemme-Führungsetage. Es gehe um Standorte in Nordthüringen.
Da war Artern schon im Gespräch, jetzt soll es Nordhausen sein. Im Nordhäuser Rathaus hätte man natürlich ein schönes Fleckchen an der Darre zur Verfügung und die Autobahn 38 so zusagen vor der Tür. Doch die Betontrasse führt ja auch an Eisleben vorbei. Und da kommen die ersten Zweifel auf. Warum will ein Unternehmen mit Expansionswillen nur rund 40 Kilometer weiter in Richtung Westen einen neuen Standort aufmachen und mehr als 100 Arbeitsplätze entstehen lassen? Geht die Absatz-Post nicht eigentlich in Richtung Osten ab?
Warum werden in der Eisleber Zentrale die kommunikativen Schotten geschlossen? Nichts sagen, dafür Bakerman hören. Man wolle in laufenden Verfahren nicht an die Öffentlichkeit, nur das Stattfinden von Gesprächen kann man nicht abstreiten.
Und es wird weiter gezweifelt – vor allem an der Ernsthaftigkeit der Ansiedlung in Nordthüringen. Schließlich wurde indiskret doch der Umstand gestreut, dass es Gespräche in Erfurt gibt. Im Blätterwald des Nachbarbundeslandes wird darüber schon länger berichtet. Mit einer derartigen Taktik kann man die Landesregierung in Sachsen-Anhalt sanft unter Druck setzen. Bessere Förderquote durch das Land, bessere Förderung in der Region durch Landkreis und Kommune – so das Ziel des Gezerres. Aus unternehmerischer Sicht sicher legitim, doch hier werden zwei Regionen gegeneinander ausgespielt, in Magdeburg spricht man schon von Fördermitteltourismus. Letztlich, sieht man es kaufmännisch, würde die Klemme AG so oder so investieren müssen. Bislang lehnte Sachsen-Anhalt nach Informationen des MDR eine Förderung des 30-Millionen-Euro-Projektes ab.
