Wachstum eingeplant
Dienstag, 08. Januar 2013, 15:26 Uhr
Am Donnerstag lädt die Nordhäuser Kreissparkasse zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang in das Theater ein. Zum ersten Mal wird Wolfgang Asche dabei als Vorstandsvorsitzender Bilanz ziehen und einen Ausblick wagen. Erste Einblicke in das Zahlenwerk erhielt die nnz heute schon...
In seiner über 40jährige Bankkarriere hat Wolfgang Asche schon viele Zahlen gesehen, eine erste Prognose - bevor die Bilanz 2012 Ende März fertiggestellt ist - überraschte den Mann trotzdem: Rund 830 Millionen Euro an Kundeneinlagen wird in dem Zahlenwerk stehen. Das ist eine Steigerung um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Natürlich ist das eine Wahnsinns-Wachstumsrate, die dazu auch noch weit über dem Durchschnitt der Thüringer Sparkassen liegt. Sie zeigt deutlich, dass die Menschen im Landkreis Nordhausen ihrer Sparkasse in diesen Krisenzeiten mehr vertrauen als manch einem anderen Marktteilnehmer", sagt der Vorstand im Gespräch mit der nnz,
Das Ergebnis bekommt ein zusätzliches Gewicht, blickt man auf die Entwicklung der Bevölkerung. Die ist im Landkreis Nordhausen nach wie vor rückläufig.
Bei aller Euphorie: Die Zinsen werden weiterhin - damit ist das Jahr 2013 gemeint - auf dem historisch niedrigen Niveau verharren. Ein Niveau, dass die Menschen schon jetzt die Schuldenkrise abzahlen lässt. Bei Marktzinsen unter einem Prozent und einer Inflation von zwei Prozent, verliert das Geld der Menschen tagtäglich an Wert.
Zurück aber zu den Zahlen, die Asche im Theater übermorgen verkünden wird. Die Bilanzsumme der Nordhäuser Kreissparkasse nähert sich der Grenze von einer Milliarde Euro. "Wir als Team von 265 Mitarbeitern sind darauf unheimlich stolz, weil es das Ergebnis eines klassischen und ehrlichen Kundengeschäfts ist. Stolz auch, weil die Kunden uns vertrauen und weil wir ihnen mit einer nochmals gesteigerten Beratungsqualität ein guter Partner sind." Die Bilanzsumme von fast 1.000 Millionen Euro kommt auch deshalb zustande, weil neben den Kundeneinlagen noch einmal etwa 160 Millionen Euro an Wertpapieren oder Bausparverträgen hinzukommen. In Summe kommt der höchste Betrag in der Geschichte der Nordhäuser Kreissparkasse zusammen, die das Geldinstitut jemals überantwortet bekam.
Auf der anderen Seite der Bilanz stehen 530 Millionen Euro an Forderungen aus dem Kreditgeschäft mit Unternehmen und privaten Kunden. Auch hier eine Steigerung um 1,2 Prozent. Eine Kennziffer hebt Wolfgang Asche bewusst hervor. Es sind die 80 Millionen Euro an Neugeschäft, die im vergangenen Jahr akquiriert werden konnten, ein Plus von zehn Prozent.
Die Hälfte des Neugeschäfts resultiert aus der Finanzierung privater Vorhaben, vor allem der Finanzierung von Immobilien. "Wir wissen, dass sechs von zehn neuen Häusern in und um Nordhausen herum von der Kreissparkasse finanziert sind", so der Vorstandsvorsitzende.
In Summe also eine erfreuliche Entwicklung, die jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass der Markt, bei dem die Kreissparkasse rund 60 Prozent der Anteile "hält", hart umkämpft ist. "Wettbewerb ist schön und gut, doch kommen immer mehr Banken mit Dumping-Angeboten an den Markt, die von ihren Staaten ganz oder teilweise gestützt werden. Ob nun die Commerzbank, die ING-Diba oder eine Bank aus Schottland. Das ist eine ungesunde Entwicklung und schadet dem Markt auch allgemein", so das Fazit.
Der Blick nach vorn: "Wir werden weiter in die Qualität der Arbeit unserer Mitarbeiter investieren, sie sind das Pfund mit dem wir wuchern können." Auf der investiven Seite steht die "Runderneuerung" der Filiale in Nordhausen-Salza auf dem Programm des ersten Halbjahres. Und es wird weiter in den Ausbau der multimedialen Zugänge zur Kreissparkasse investiert, hier insbesondere in die Internet-Filiale. Eine Vision ist dabei, dass Beratungssgespräche zwischen Kunden und Sparkassenmitarbeiter in einer Videokonferenz ablaufen können. Eine Vision? Noch, die doch schon bald von der Realität abgelöst werden könnte.
Bleibt noch ein nicht ganz unwesentlicher Fakt nachzutragen: Im vergangenen Jahr stellte das Geldinstitut summa summarum 800.000 Euro an Sponsoringgeldern für die Region bereit. Das soll in diesem Jahr angepeilt werden und vielleicht gilt ja auch in diesem regionalen Engagement die Devise: "Wachtum eingeplant!"
Peter-Stefan Greiner
Autor: redIn seiner über 40jährige Bankkarriere hat Wolfgang Asche schon viele Zahlen gesehen, eine erste Prognose - bevor die Bilanz 2012 Ende März fertiggestellt ist - überraschte den Mann trotzdem: Rund 830 Millionen Euro an Kundeneinlagen wird in dem Zahlenwerk stehen. Das ist eine Steigerung um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Natürlich ist das eine Wahnsinns-Wachstumsrate, die dazu auch noch weit über dem Durchschnitt der Thüringer Sparkassen liegt. Sie zeigt deutlich, dass die Menschen im Landkreis Nordhausen ihrer Sparkasse in diesen Krisenzeiten mehr vertrauen als manch einem anderen Marktteilnehmer", sagt der Vorstand im Gespräch mit der nnz,
Das Ergebnis bekommt ein zusätzliches Gewicht, blickt man auf die Entwicklung der Bevölkerung. Die ist im Landkreis Nordhausen nach wie vor rückläufig.
Bei aller Euphorie: Die Zinsen werden weiterhin - damit ist das Jahr 2013 gemeint - auf dem historisch niedrigen Niveau verharren. Ein Niveau, dass die Menschen schon jetzt die Schuldenkrise abzahlen lässt. Bei Marktzinsen unter einem Prozent und einer Inflation von zwei Prozent, verliert das Geld der Menschen tagtäglich an Wert.
Zurück aber zu den Zahlen, die Asche im Theater übermorgen verkünden wird. Die Bilanzsumme der Nordhäuser Kreissparkasse nähert sich der Grenze von einer Milliarde Euro. "Wir als Team von 265 Mitarbeitern sind darauf unheimlich stolz, weil es das Ergebnis eines klassischen und ehrlichen Kundengeschäfts ist. Stolz auch, weil die Kunden uns vertrauen und weil wir ihnen mit einer nochmals gesteigerten Beratungsqualität ein guter Partner sind." Die Bilanzsumme von fast 1.000 Millionen Euro kommt auch deshalb zustande, weil neben den Kundeneinlagen noch einmal etwa 160 Millionen Euro an Wertpapieren oder Bausparverträgen hinzukommen. In Summe kommt der höchste Betrag in der Geschichte der Nordhäuser Kreissparkasse zusammen, die das Geldinstitut jemals überantwortet bekam.
Auf der anderen Seite der Bilanz stehen 530 Millionen Euro an Forderungen aus dem Kreditgeschäft mit Unternehmen und privaten Kunden. Auch hier eine Steigerung um 1,2 Prozent. Eine Kennziffer hebt Wolfgang Asche bewusst hervor. Es sind die 80 Millionen Euro an Neugeschäft, die im vergangenen Jahr akquiriert werden konnten, ein Plus von zehn Prozent.
Die Hälfte des Neugeschäfts resultiert aus der Finanzierung privater Vorhaben, vor allem der Finanzierung von Immobilien. "Wir wissen, dass sechs von zehn neuen Häusern in und um Nordhausen herum von der Kreissparkasse finanziert sind", so der Vorstandsvorsitzende.
In Summe also eine erfreuliche Entwicklung, die jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass der Markt, bei dem die Kreissparkasse rund 60 Prozent der Anteile "hält", hart umkämpft ist. "Wettbewerb ist schön und gut, doch kommen immer mehr Banken mit Dumping-Angeboten an den Markt, die von ihren Staaten ganz oder teilweise gestützt werden. Ob nun die Commerzbank, die ING-Diba oder eine Bank aus Schottland. Das ist eine ungesunde Entwicklung und schadet dem Markt auch allgemein", so das Fazit.
Der Blick nach vorn: "Wir werden weiter in die Qualität der Arbeit unserer Mitarbeiter investieren, sie sind das Pfund mit dem wir wuchern können." Auf der investiven Seite steht die "Runderneuerung" der Filiale in Nordhausen-Salza auf dem Programm des ersten Halbjahres. Und es wird weiter in den Ausbau der multimedialen Zugänge zur Kreissparkasse investiert, hier insbesondere in die Internet-Filiale. Eine Vision ist dabei, dass Beratungssgespräche zwischen Kunden und Sparkassenmitarbeiter in einer Videokonferenz ablaufen können. Eine Vision? Noch, die doch schon bald von der Realität abgelöst werden könnte.
Bleibt noch ein nicht ganz unwesentlicher Fakt nachzutragen: Im vergangenen Jahr stellte das Geldinstitut summa summarum 800.000 Euro an Sponsoringgeldern für die Region bereit. Das soll in diesem Jahr angepeilt werden und vielleicht gilt ja auch in diesem regionalen Engagement die Devise: "Wachtum eingeplant!"
Peter-Stefan Greiner
