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nnz-Forum: Vom Spenden und Schämen

Dienstag, 08. Januar 2013, 06:40 Uhr
Die Diskussion um die Spende für die Sternsinger in Nordhausen geht auch in dieser Woche weiter. Dazu die Anmerkung eines nnz-Lesers...


Mit erstauntem Interesse las ich Ihren Kommentar zum Spendenaufkommen der Sternensinger im Nordhäuser Rathaus. Die Tatsache, dass man eine Spendenhöhe öffentlich kommentiert finde ich deplaziert, zumal Sie nicht wissen können/ oder wollen, was die betreffenden Personen im Laufe eines Jahres regelmäßig für verschiedene Zwecke spenden. Es gibt auch einen klaren Unterschied, was man von Amts wegen spenden sollte oder darf, bzw. privat gibt.

Ich selbst habe mir persönlich eine Spendenvorgabe für das laufende Jahr für konkrete Projekte gemacht, die ich auch finanziell realisiere und muss mir leider immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass ich bei saisonalen oder spontanen Anfragen desinteressiert oder knauserig sei.

Wer bittet, dem wird aufgetan. Wenn wir aber Nächstenliebe wie an der Börse verrechnen wollen, dann begeben wir uns in ein gefährliches Fahrwasser, dass unsere ethischen und moralischen Werte auf eine monetäre Ebene bringt, die es zu vermeiden gilt.

Ich habe Kenntnis über einen Teil der privaten Spenden zu gemeinnützigen Zwecken der drei Hauptakteure im Rathaus. Die Privatspähre wird dabei geschützt, doch seinen Sie versichert, dass Allgemeinwohl prosperiert nicht unerheblich davon. Man kann den Spendern, die nicht die Medien suchen, genauso danken wie denen, die die Öffentlichkeit berechtigt nutzen.

Wenn das Rathaus einen vierstelligen Betrag gespendet hätte, wäre das auch ein interessantes Diskussionsthema bei der aktuellen Kassenlage.

Sehr geehrter Herr Greiner, meine Worte sollen aber keine pauschale Kritik an Ihrer Berichterstattung sein. Sie bedienen uns mit einem Medium, dass sehr zeitnah agiert und bewusst Raum zur Diskussion lässt, dafür sollten wir alle dankbar sein. Leider wird es von semiprofessionellen Pantoffelredakteuren immer häufiger zu Schlammschlachten missbraucht.

Mein Wunsch für das neue Jahr wäre:
1. bleiben Sie aktuell und kritisch
2. endlich mal zu wissen, wer die Masse der Kommentare schreibt
3. liebe anonyme Schreiber, der erste Schritt nach vorn ist die Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit, habt Mut
Volker Vogt, Nordhausen
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Autor: red

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