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Der sanfte Wahlkampf

Freitag, 06. Februar 2004, 09:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Die SPD hat sich gestern nicht nur zum Neujahrsempfang getroffen, sie hat sich auch Mut gemacht für die Wahlkämpfe, die sie in diesem Jahr zu durchstehen hat. Akzente setzte dabei in erster Linie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke.


Während die Kreisvorsitzende Dagmar Becker zuerst mit der Beschallungstechnik zu kämpfen hatte, um danach unendlich viele Gäste zu begrüßen und „frohen Mutes“ gemeinsam mit Manfred Breitrück in den Wahlkampf zu ziehen, waren die Sätze danach eher von bescheidener Zuversicht. Sie waren vielleicht der derzeitigen politischen Realität geschuldet. „Es wird uns nicht leicht fallen, die Menschen in der Region zu erreichen. Wir müssen das Kreistagsergebnis halten, vielleicht noch zwei Pünktchen drauflegen“, so die Marschroute der Chefin des Kreisverbandes. Wichtig seien für Becker die Gemeinderäte, hier komme es darauf an die richtigen Kandidaten zu finden, auch außerhalb der Partei.

Nach Dagmar Becker dann Barbara Rinke, die nicht nur die Freunde der SPD im Ratskeller begrüßte, sondern auch die, die es werden wollen. Rinke blickte unter dem Motto „Wer resigniert, der verliert“ zurück auf der Jahr 2003. Da habe es viele Erfolge gegeben. Die HBM-Nobas konnte am Standort Nordhausen gesichert werden und dazu habe die kommunale Politik des Rathauses einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet. Ferner habe man „die schwierige Gemengelage am Nordhäuser Theater“ richten können und dann sei ja auch noch die Vorbereitung auf die Landesgartenschau gewesen, so die Oberbürgermeisterin. Es sein schön, wenn viel Geld für eine Stadt zur Verfügung stehe, doch 80 Millionen Euro müssen so eingesetzt werden, damit sie Nachhaltigkeit erzeugen für die Menschen. Unter diesem Motto stehe auch das Nachnutzungskonzept der Landesgartenschau. Es werde kein Loch geben, in welche die Stadt nach dem Oktober dieses Jahres fallen könnte.

Ungeduldig und dennoch guter Hoffnung – so bezeichnete Barbara Rinke vorsichtig ihre eigenen Gemütszustand in Richtung Goldene Aue und einem dort geplanten Industriegebiet. Schon jetzt gebe es mehrere Nachfragen für den Standort und das mache sie hoffnungsvoll für künftige Arbeitsplätze. Auf die Ansiedlung von weiteren Unternehmen werde sich das Nordhäuser Rathaus auch in den kommenden Jahren konzentrieren. Neue Jobs in der Stadt seien das A und O einer weiteren gedeihlichen Entwicklung.

Was Barbara Rinke da gestern dem Publikum, zu dem auch Landrat Joachim Claus (CDU) gehörte offenbarte, das war Wahlkampf der feinen Art. Rinke vermied es, dieses Wort auszusprechen, doch alle wussten vermutlich, was gemeint war und wer für die bisherige Entwicklung in Nordhausen die Verantwortung hat.
Autor: nnz

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