Viel erledigt, noch viel zu tun
Donnerstag, 03. Januar 2013, 07:04 Uhr
Bis zum Frühjahr dieses Jahres muss beim FSV Wacker 90 Nordhausen das Präsidium neu gewählt werden. Da ist es schon mal an der Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen...
Am 8. März 2010 hatte die "Mannschaft" um Nico Kleofas die Ruder des Fußballvereins übernommen. Sportlich ging es der ersten Mannschaft recht ordentlich, vom Nachwuchs hörte man nicht viel und finanziell stand das Management auf dem Tiefpunkt. Trotzdem: Diejenigen, die das Steuer an Kleofas und Co. übergaben, die haben den Verein am Leben erhalten.
Ebenfalls am Boden war im Jahr 2009 die Fankultur. Deren Auswüchse gipfelten in übelsten Beschimpfungen des damaligen Präsidenten und anderer Mitglieder des Präsidiums. Die so genannten Ultras wurden in der Nordhäuser Öffentlichkeit gleichgesetzt mit der damaligen Gruppierung NDH-City.
Neben den anderen sportlichen und finanziellen Entscheidungen und Aktionen gab es mehrfach das Angebot des Präsidiums von Wacker Nordhausen zu einem Treffen mit den Ultras. "In deren Reihen befanden sich damals Leute, die deutschlandweites Stadionverbot hatten und das wir auch für den Albert-Kuntz-Sportpark" konsequent durchsetzten", erinnert sich Präsident Nico Kleofas. Er wollte mit den so genannten Fans gern reden - von Angesicht zu Angesicht, nicht anonym über Foren oder Facebook. "Ich werde mich auch heute nicht zu anonym gemachten Statements äußern, das ist nicht mein Stil", sagt Kleofas im Gespräch mit der nnz.
Das strikte Vorgehen des Präsidiums, die Kontrollen beim Einlass und während des Spiels haben Wirkung gezeigt. Zwar ist es im Fanblock insgesamt ruhiger geworden, zwar werden immer noch Bengalos aus Rücksäcken oder Taschen geholt, doch es gibt keine Anfeindungen mehr aus dem Block heraus.
Die so genannten Ultras gehören zum Fußball. Nicht nur in Bremen, Hannover, eben auch in Nordhausen. "Der Fan, der mit seinen Kindern ins Stadion kommt, ist mir genauso wichtig wie der friedliche Ultra, der sich an die Stadionordnung hält", sagte Nico Kleofas.
"Was aber ein junger Mann mit einem Wacker-Schal um den Hals außerhalb des AKS macht, ob er singend und tanzend nach Hause läuft und sich über den Sieg unserer Mannschaft freut oder ob er aus Frust über eine Niederlage rumpöbelt und sich betrinkt, das entzieht sich unserer Einflusssphäre. Dafür lehnen wir als Verein jegliche Verantwortung ab."
Außerhalb des Stadions seien Ordnungsamt und Polizei zuständig. Die Kontrolle im Albert-Kuntz-Sportpark kommt dem Verein in dieser Saison mit rund 20.000 Euro teuer zu stehen. Allerdings - Glück für den Verein - musste dessen Schatzmeister noch nie eine Rechnung an den Sicherheitsdienst zahlen. Diese Kosten sind Teil des Sponsorings des Unternehmens, dem Nico Kleofas und seine Frau vorstehen.
Die Arbeit an einem Fanprojekt soll in Nordhausen nicht aufgegeben werden und da macht Kleofas der Fangemeinde ein Angebot: "Wer sich in ein solches Projekt einbringen will, der soll sich in der Geschäftsstelle melden oder Verantwortliche des Vereins ansprechen. So einfach ist das." Nicht ganz so einfach ist danach die Finanzierung eines solchen Projekts, das ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand nicht zu schultern ist.
"Sicher, man kann alles besser machen. Ich aber glaube, dass wir in den vergangenen Jahren sehr viel für den Fußballsport in Nordhausen geleistet haben. Auch und zusammen mit den Hunderten von begeisterten Zuschauern, zu denen auch die so genannten Ultras gehören. In eine rechtsradikale Ecke lassen wir uns nicht drängen, schon garnicht von anonymen Schreibern in irgendwelchen Blogs. Das haben die vielen ehrenamtlich arbeitenden Fußballfreunde, die Helfer und Übungsleiter, die Fußballer und Platzwarte nicht verdient", so Nico Kleofas abschließend im Gespräch mit der nnz.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psgAm 8. März 2010 hatte die "Mannschaft" um Nico Kleofas die Ruder des Fußballvereins übernommen. Sportlich ging es der ersten Mannschaft recht ordentlich, vom Nachwuchs hörte man nicht viel und finanziell stand das Management auf dem Tiefpunkt. Trotzdem: Diejenigen, die das Steuer an Kleofas und Co. übergaben, die haben den Verein am Leben erhalten.
Ebenfalls am Boden war im Jahr 2009 die Fankultur. Deren Auswüchse gipfelten in übelsten Beschimpfungen des damaligen Präsidenten und anderer Mitglieder des Präsidiums. Die so genannten Ultras wurden in der Nordhäuser Öffentlichkeit gleichgesetzt mit der damaligen Gruppierung NDH-City.
Neben den anderen sportlichen und finanziellen Entscheidungen und Aktionen gab es mehrfach das Angebot des Präsidiums von Wacker Nordhausen zu einem Treffen mit den Ultras. "In deren Reihen befanden sich damals Leute, die deutschlandweites Stadionverbot hatten und das wir auch für den Albert-Kuntz-Sportpark" konsequent durchsetzten", erinnert sich Präsident Nico Kleofas. Er wollte mit den so genannten Fans gern reden - von Angesicht zu Angesicht, nicht anonym über Foren oder Facebook. "Ich werde mich auch heute nicht zu anonym gemachten Statements äußern, das ist nicht mein Stil", sagt Kleofas im Gespräch mit der nnz.
Das strikte Vorgehen des Präsidiums, die Kontrollen beim Einlass und während des Spiels haben Wirkung gezeigt. Zwar ist es im Fanblock insgesamt ruhiger geworden, zwar werden immer noch Bengalos aus Rücksäcken oder Taschen geholt, doch es gibt keine Anfeindungen mehr aus dem Block heraus.
Die so genannten Ultras gehören zum Fußball. Nicht nur in Bremen, Hannover, eben auch in Nordhausen. "Der Fan, der mit seinen Kindern ins Stadion kommt, ist mir genauso wichtig wie der friedliche Ultra, der sich an die Stadionordnung hält", sagte Nico Kleofas.
"Was aber ein junger Mann mit einem Wacker-Schal um den Hals außerhalb des AKS macht, ob er singend und tanzend nach Hause läuft und sich über den Sieg unserer Mannschaft freut oder ob er aus Frust über eine Niederlage rumpöbelt und sich betrinkt, das entzieht sich unserer Einflusssphäre. Dafür lehnen wir als Verein jegliche Verantwortung ab."
Außerhalb des Stadions seien Ordnungsamt und Polizei zuständig. Die Kontrolle im Albert-Kuntz-Sportpark kommt dem Verein in dieser Saison mit rund 20.000 Euro teuer zu stehen. Allerdings - Glück für den Verein - musste dessen Schatzmeister noch nie eine Rechnung an den Sicherheitsdienst zahlen. Diese Kosten sind Teil des Sponsorings des Unternehmens, dem Nico Kleofas und seine Frau vorstehen.
Die Arbeit an einem Fanprojekt soll in Nordhausen nicht aufgegeben werden und da macht Kleofas der Fangemeinde ein Angebot: "Wer sich in ein solches Projekt einbringen will, der soll sich in der Geschäftsstelle melden oder Verantwortliche des Vereins ansprechen. So einfach ist das." Nicht ganz so einfach ist danach die Finanzierung eines solchen Projekts, das ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand nicht zu schultern ist.
"Sicher, man kann alles besser machen. Ich aber glaube, dass wir in den vergangenen Jahren sehr viel für den Fußballsport in Nordhausen geleistet haben. Auch und zusammen mit den Hunderten von begeisterten Zuschauern, zu denen auch die so genannten Ultras gehören. In eine rechtsradikale Ecke lassen wir uns nicht drängen, schon garnicht von anonymen Schreibern in irgendwelchen Blogs. Das haben die vielen ehrenamtlich arbeitenden Fußballfreunde, die Helfer und Übungsleiter, die Fußballer und Platzwarte nicht verdient", so Nico Kleofas abschließend im Gespräch mit der nnz.
Peter-Stefan Greiner
