Pflegeeinsatz für Lungenkraut
Samstag, 22. Dezember 2012, 17:34 Uhr
Im Rahmen des von Bodo Schwarzberg 2003 initiierten Flexiblen Artenhilfsprogrammes zur Pflege von Standorten hochgradig gefährdeter Pflanzenarten, ist gestern ein weiterer ehrenamtlicher Pflegeeinsatz durchgeführt worden. Diesmal widmete man sich dem einzigen nordthüringer Standort des Schmalblättrigen Lungenkrautes (Pulmonaria angustifolia)...
Die zur Familie der Boretschgewächse zählende Art besiedelt einen lichten Waldrand im am Südwestrand des Kyffhäusergebirges (Kyffhäuserkreis), der an eine stark verbuschende Streuobstwiese grenzt und in diese übergeht. Der Standort des in Thüringen und auch deutschlandweit stark gefährdeten Schmalblättrigen Lungenkrautes ist durch die flächig aufkommende Schlehe und durch andere sich ansiedelnde, konkurrenzstarke Straucharten bedroht, die der im zeitigen Frühjahr blühenden Art vor allem das Licht und den Platz streitig machen.
Dies gilt vor allem für die nach der Blüte noch länger Photosynthese betreibenden Blätter, die Gefahr laufen, unter einem dichten Blätterdach der jungen Sträucher wachsen zu müssen. Zudem sorgen die Sträucher für die Festlegung einer immer dickeren Laub- und Moderschicht, die das Wachstum und die Ansiedlung von Jungpflanzen behindern könnte.
Wie so viele Standorte bedrohter Arten auch, so leidet auch der Standort des Schmalblättrigen Lungenkrautes unter der Nutzungsaufgabe nach 1990. Die angrenzende Streuobstwiese weist auf eine frühere Bewirtschaftung des Standortes durch Mahd oder Beweidung hin. Vor dem Einsetzen der menschlichen Nutzung erfolgte das lokale Niederhalten von Strauchwerk eventuell von den großen, längst ausgerotteten Grasfressern (Megaherbivoren) wie Auerochse und Wisente.
Heute können kleinflächige Standorte, die wie der hier vorliegende von Verbuschung bedroht sind, nur noch künstlich erhalten werden. Leider gibt es keine öffentlichen Pflegeprogramme für ihre Erhaltung. Damit kann die gegenwärtige Naturschutzpolitik nur als halbherzig bezeichnet werden, weil sich viele stark bedrohte Pflanzenarten oft nur noch auf winzigen, wirtschaftlich vollkommen uninteressanten Flächen befinden. Einer weiteren Verlängerung der Roten Listen ist damit Tür und Tor geöffnet. Die komplette Ignoranz des Problems seitens der Politik spricht nicht für deren Willen, den zahlreichen Bedrohungen der Biodiversität etwas wirklich Wirksames enggegenzusetzen.
Die Bilder zeigen das leuchtend blau blühende Schmalblättrige Lungenkraut im Frühjahr 2012 an seinem verbuschenden Standort sowie den gestrigen Zustand des Standortes vor und nach dem Pflegeeinsatz. Das gerodete Strauchgut wurde randlich abgelagert.
Der Durchführung der Maßnahme wurde seitens der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde und des Eigentümers zugestimmt.
Da die Erfahrung lehrt, dass nach einer Erstentbuschung in den Jahren darauf zunächst noch eine zum Teil, noch stärkere Neuverbuschung einsetzt, muss bis mindestens 2018 alljährlich erneut entbuscht werden. Ansonsten könnte das Verschwinden der Art noch forciert werden.
Bodo Schwarzberg
Autor: redDie zur Familie der Boretschgewächse zählende Art besiedelt einen lichten Waldrand im am Südwestrand des Kyffhäusergebirges (Kyffhäuserkreis), der an eine stark verbuschende Streuobstwiese grenzt und in diese übergeht. Der Standort des in Thüringen und auch deutschlandweit stark gefährdeten Schmalblättrigen Lungenkrautes ist durch die flächig aufkommende Schlehe und durch andere sich ansiedelnde, konkurrenzstarke Straucharten bedroht, die der im zeitigen Frühjahr blühenden Art vor allem das Licht und den Platz streitig machen.
Dies gilt vor allem für die nach der Blüte noch länger Photosynthese betreibenden Blätter, die Gefahr laufen, unter einem dichten Blätterdach der jungen Sträucher wachsen zu müssen. Zudem sorgen die Sträucher für die Festlegung einer immer dickeren Laub- und Moderschicht, die das Wachstum und die Ansiedlung von Jungpflanzen behindern könnte.
Wie so viele Standorte bedrohter Arten auch, so leidet auch der Standort des Schmalblättrigen Lungenkrautes unter der Nutzungsaufgabe nach 1990. Die angrenzende Streuobstwiese weist auf eine frühere Bewirtschaftung des Standortes durch Mahd oder Beweidung hin. Vor dem Einsetzen der menschlichen Nutzung erfolgte das lokale Niederhalten von Strauchwerk eventuell von den großen, längst ausgerotteten Grasfressern (Megaherbivoren) wie Auerochse und Wisente.
Heute können kleinflächige Standorte, die wie der hier vorliegende von Verbuschung bedroht sind, nur noch künstlich erhalten werden. Leider gibt es keine öffentlichen Pflegeprogramme für ihre Erhaltung. Damit kann die gegenwärtige Naturschutzpolitik nur als halbherzig bezeichnet werden, weil sich viele stark bedrohte Pflanzenarten oft nur noch auf winzigen, wirtschaftlich vollkommen uninteressanten Flächen befinden. Einer weiteren Verlängerung der Roten Listen ist damit Tür und Tor geöffnet. Die komplette Ignoranz des Problems seitens der Politik spricht nicht für deren Willen, den zahlreichen Bedrohungen der Biodiversität etwas wirklich Wirksames enggegenzusetzen.
Die Bilder zeigen das leuchtend blau blühende Schmalblättrige Lungenkraut im Frühjahr 2012 an seinem verbuschenden Standort sowie den gestrigen Zustand des Standortes vor und nach dem Pflegeeinsatz. Das gerodete Strauchgut wurde randlich abgelagert.
Der Durchführung der Maßnahme wurde seitens der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde und des Eigentümers zugestimmt.
Da die Erfahrung lehrt, dass nach einer Erstentbuschung in den Jahren darauf zunächst noch eine zum Teil, noch stärkere Neuverbuschung einsetzt, muss bis mindestens 2018 alljährlich erneut entbuscht werden. Ansonsten könnte das Verschwinden der Art noch forciert werden.
Bodo Schwarzberg




