Vogelarten und Biotope kontra Industriegebiet
Donnerstag, 22. März 2001, 08:14 Uhr
Nordhausen (nnz). Die klare Antwort aus berufenem Munde heißt: NEIN! Seit Jahren gibt es keine Investoren, die sich im Landkreis Nordhausen ansiedeln wollen. Jedenfalls keine, die 20 oder mehr Arbeitsplätze schaffen würden. Das sagt die jüngste Statistik der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) aus. 85 Prozent der Ansiedlungen im zurückliegenden Jahr wurden entlang der Autobahn A 4 zwischen Eisenach und Jena realisiert. Zehn Prozent im Bereich Altenburg und Schmölln, wobei das verschlafene Städtchen Schmölln auch von seiner Nähe zur Autobahn profitierte. Um der Statistik gerecht zu werden, muß doch eine Ansiedlung vermerkt werden, die das Verdienst der LEG und der hiesigen Wirtschaftsförderung ist: Ein Unternehmen siedelte sich bei Werther an, stellt Arbeitsplatten für Küchen her und beschäftigt rund zehn Leute.
Warum will aber keiner der "Großen" her? Da gibt es keine Autobahn, Nordhausen ist zu weit von Erfurt weg, liegt sowieso nicht in der Nähe von Weimar, die Arbeitnehmer seien zu unmobil, Nordhausen ist trotz vieler Veränderungen "keine schöne Stadt", den Harz könne man ja auch von Wolfsburg oder Hannover erreichen... . So oder ähnlich sind die penibel aufgeführten Begründungen, warum Nordhausen nicht im Interesse des unternehmerischen Ansiedlungswillens stehe. Fakt ist, Nordhausen als potentieller Standort ist in einigen Angebotskatalogen der LEG schlichtweg rausgefallen. Auch bei der Offerierung von Gewerbegebieten. Bei Industriegebieten sieht es ähnlich aus, obwohl das künftige Industriegebiet in der Goldenen Aue doch angeblich alle Kriterien des Wirtschaftsministeriums und der LEG erfülle. Die LEG selbst ist an der Planung dieses 100 Hektar großes Areal als federführend beteiligt.
Noch immer ist Nordhausen und Umgebung investiv gesehen ein weißer Fleck. Wann das Industriegebiet jemals national und international angeboten werden kann, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Noch etwa 18 Monate werden nach nnz-Recherchen ins Nordthüringer Ländle ziehen, bis die Planungen abgeschlossen sind. Dann sind da noch die naturschutzrechtlichen Belange abzuwägen. Die Prüfung des Verhaltens seltener Vogelarten oder gar die Biotope entlang des Krummbaches treiben den Machern schon jetzt die Schweißperlen auf die Stirn. Da seien die Aktivitäten der Bürgerinitiative das geringste Übel, heißt es hinter vorgehaltener Hand. An die entstehenden Kosten nicht einmal zu denken, zumal noch ein Erdwall als Lärmschutz zur Wohnbebauung hinzukommen werde. Sollte das Industriegebiet jemals planerische Reife erreichen, dann muß immer noch erschlossen werden. Dieser Vorgang soll aber erst dann gestartet werden, wenn ein Investor in Sicht ist. Und da wären wir schon wieder beim Beginn unserer Betrachtungen und der Frage nach dem WARUM. Für das Unternehmen Pfleiderer tickten die Erschließungsuhren bei Nordhausen jedenfalls zu langsam. 500 Arbeitsplätze entstehen nun in Brandenburg, nach allen Regeln und Auflagen des Umweltschutzes wohlgemerkt.
Autor: nnzWarum will aber keiner der "Großen" her? Da gibt es keine Autobahn, Nordhausen ist zu weit von Erfurt weg, liegt sowieso nicht in der Nähe von Weimar, die Arbeitnehmer seien zu unmobil, Nordhausen ist trotz vieler Veränderungen "keine schöne Stadt", den Harz könne man ja auch von Wolfsburg oder Hannover erreichen... . So oder ähnlich sind die penibel aufgeführten Begründungen, warum Nordhausen nicht im Interesse des unternehmerischen Ansiedlungswillens stehe. Fakt ist, Nordhausen als potentieller Standort ist in einigen Angebotskatalogen der LEG schlichtweg rausgefallen. Auch bei der Offerierung von Gewerbegebieten. Bei Industriegebieten sieht es ähnlich aus, obwohl das künftige Industriegebiet in der Goldenen Aue doch angeblich alle Kriterien des Wirtschaftsministeriums und der LEG erfülle. Die LEG selbst ist an der Planung dieses 100 Hektar großes Areal als federführend beteiligt.
Noch immer ist Nordhausen und Umgebung investiv gesehen ein weißer Fleck. Wann das Industriegebiet jemals national und international angeboten werden kann, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Noch etwa 18 Monate werden nach nnz-Recherchen ins Nordthüringer Ländle ziehen, bis die Planungen abgeschlossen sind. Dann sind da noch die naturschutzrechtlichen Belange abzuwägen. Die Prüfung des Verhaltens seltener Vogelarten oder gar die Biotope entlang des Krummbaches treiben den Machern schon jetzt die Schweißperlen auf die Stirn. Da seien die Aktivitäten der Bürgerinitiative das geringste Übel, heißt es hinter vorgehaltener Hand. An die entstehenden Kosten nicht einmal zu denken, zumal noch ein Erdwall als Lärmschutz zur Wohnbebauung hinzukommen werde. Sollte das Industriegebiet jemals planerische Reife erreichen, dann muß immer noch erschlossen werden. Dieser Vorgang soll aber erst dann gestartet werden, wenn ein Investor in Sicht ist. Und da wären wir schon wieder beim Beginn unserer Betrachtungen und der Frage nach dem WARUM. Für das Unternehmen Pfleiderer tickten die Erschließungsuhren bei Nordhausen jedenfalls zu langsam. 500 Arbeitsplätze entstehen nun in Brandenburg, nach allen Regeln und Auflagen des Umweltschutzes wohlgemerkt.
