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„Wir lassen nicht locker!“

Donnerstag, 29. Januar 2004, 07:14 Uhr
Nordhausen (nnz). Mehrfach hatte die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ die Entwicklungen auf den Schienen in Thüringen und Niedersachsen kritisiert. Über den aktuellen Stand der Entwicklung und Reaktionen der Politik informiert Michael Reinboth in der nnz.


Auf die ersten Schreiben der Initiative schon reagiert haben die Bundestagsabgeordneten Priesmeier und Fischer, aber auch die Landtagsabgeordnete Seeringer und die Landesnahverkehrsgesellschaft. Deren Geschäftsführer Dr. Gorka hat in einem Schreiben an „Höchste Eisenbahn“ die von der LNVG unternommenen Schritte in Richtung DB Regio und DB Netz erläutert. Wichtigster Satz aus Sicht der Initiative: „Ich versichere Ihnen, dass die LNVG sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen wird, den SPNV auf der Strecke Northeim – Nordhausen so attraktiv wie möglich zu gestalten und würde mich freuen, wenn Sie uns dabei auch künftig konstruktiv unterstützen würden“.

Mit der LNVG und der NVS Thüringen, die sich in Zukunft in Sachen Südharzstrecke besser abstimmen wollen, sieht „Höchste Eisenbahn“ zwei wichtige Verbündete mit im Boot. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass es mit vereinten Kräften gelingen wird, die Bahn zu baldigen Arbeiten zu bewegen“ ist Sprecher Michael Reinboth mit dem bisherigen Echo zufrieden. „Höchste Eisenbahn“ dankt allen, die die neuerliche Aktion aus dem politischen Raum unterstützen und hofft auf weitere Mithilfe.

Auf dem Frühjahrstreffen am 21. Februar in Scharzfeld wird auch noch einmal das Konzept des „Kleinen Südharzers“ erläutert, der inzwischen fast 400 Mal verkauft wurde und nun erneut aufgelegt wird. Da die DB Regio sich inzwischen für den „LINT“ der LHB Salzgitter als Nachfolger der VT 628 auch im Südharz entschieden hat, wird das Konzept dieses Fahrzeugs nochmals vorgestellt und ein Vergleich zum heute schon verkehrenden DESIRO – mit dem die Züge Erfurt – Northeim und zurück gefahren werden – und zum VT 628 gezogen.

„Mit DESIRO und LINT stehen ab 2005 ausschließlich moderne und schnelle Triebwagen auf der Südharzstrecke im Einsatz. Das freut uns. Entscheidend ist jedoch, dass diese Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit auch ausfahren können und damit weitere Fahrzeitverkürzungen zwischen Nordhausen und Göttingen möglich werden. Um so mehr Druck muss ausgeübt werden, damit DB Netz endlich zwischen Ellrich und Scharzfeld tätig wird“ bringt Michael Reinboth die Forderung der Initiative noch einmal auf den Punkt.

Einige politische Mandatsträger haben erfreulicherweise sehr rasch auf unsere Schreiben zum Zustand der Südharzstrecke reagiert: Bundestagsabgeordneter Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) hat das Schreiben zum Anlass genommen, sich an den Vorstand Personenverkehr der DB AG, Karl-Friedrich Rausch, zu wenden und diesen um Unterstützung bei der Beseitigung der Mängel gebeten. Unser Schreiben hat er der Einfachheit halber gleich beigefügt. Von der Antwort des DB-Vorstandsmitglieds wird Priesmeier die Initiative informieren.

Hartwig Fischer (CDU) hat sich ebenfalls mit der DB, in diesem Fall mit dem Konzernbeauftragten für Niedersachsen und Bremen, Meyer, in Verbindung gesetzt und sich den Forderungen nach schneller Sanierung des Abschnitts Ellrich – Scharzfeld zu eigen gemacht. Herr Fischer ist außerdem wieder sehr in Sachen „Schülerferienticket“ engagiert. Frau Wagner vom Wahlkreisbüro in Osterode hat sich für unser Treffen am 21. Februar angesagt.

Regina Seeringer (CDU) hat ihre Unterstützung zugesagt. Ihre Fraktion hat im Januar ein Treffen mit DB-Chef Mehdorn. Dort will sie das Thema „Südharzstrecke“ direkt ansprechen und hat unsere Initiative um zusätzliche Informationen zum Sachstand gebeten.

Inzwischen ist bei der Initiative auch ein sehr ausführliches Schreiben der LNVG Niedersachsen, unterzeichnet von deren Geschäftsführer Dr. Wolf Gorka, eingegangen, aus dem hier auszugsweise zitiert sei:
„…Wir stehen in intensivem Kontakt mit DB Regio und den Vertretern des Harz-Weser-Netzes, um eine schnellstmögliche Verbesserung des in der Tat unbefriedigenden Zustands zu erreichen. Die derzeit praktizierte Fahrplankonstruktion wurde von DB Netz erstellt und weder mit uns noch mit DB Regio abgestimmt… Nach Aussage von DB Regio sollen die betrieblich angeordneten Langsamfahrstellen zwischen Ellrich und Nordhausen bis Ende Februar 2004 beseitigt werden. Die Einhaltung dieser Zusage werden wir bei den Vertretern des Harz-Weser-Netzes ebenso anmahnen wie die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen zwischen Scharzfeld und Ellrich, um die durch Oberbaumängel verursachten Langsamfahrstellen zu beseitigen. Eine Rücksprache mit DB Regio am 14.01.2004 ergab, dass die Anschlüsse in Herzberg und Northeim weiterhin erreicht werden.

Ihre grundsätzliche Kritik am dem seit 14.12.2003 gültigen Fahrplan ist berechtigt. Die Änderungen gegenüber dem von uns im Sommer 2003 bei DB Regio bestellten Fahrplan sind insbesondere im Abschnitt Walkenried – Nordhausen auch für uns im Detail nicht nachvollziehbar. Wir werden in den nächsten Tagen Kontakt mit der NVS in Thüringen aufnehmen, um mögliche Gründe für die Anschlussverschlechterungen in Nordhausen zu erfahren und um gemeinsam mit DB Regio Verbesserungen in dem von Ihnen skizzierten Sinne zu erreichen.

Ich versichere Ihnen, dass die LNVG sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen wird, den SPNV auf der Strecke Northeim – Nordhausen so attraktiv wie möglich zu gestalten und würde mich freuen, wenn Sie uns dabei auch künftig konstruktiv unterstützen würden.“

Andere Neuigkeiten
Die „betrieblich bedingte Langsamfahrstelle“ zwischen Ellrich und Woffleben (70 km/h) wurde inzwischen in der Tat aufgehoben. Es kann wieder – oder besser gesagt erstmals – 100 km/h gefahren werden. Damit wird der Pünktlichkeitsgrad der Züge zum Ziel Nordhausen hin weiter verbessert. Für den Abschnitt Ellrich – Walkenried bringt dies leider keine Verbesserungen mit sich, da die Zugkreuzungen in Ellrich stattfinden und die Verspätung in Richtung Northeim erst danach, nämlich zwischen Ellrich und Walkenried, eintritt. Die zweite „La“ an einem Bahnübergang in Salza bestand dieser Tage immer noch.

„Kleiner Südharzer“ fast ausverkauft – 2. Auflage geht in Druck
Die 400 auch mit Unterstützung des ZVSN gedruckten Exemplare des „Kleinen Südharzer“ sind inzwischen fast ausverkauft. Die Stadt Bad Sachsa hat Bedarf für weitere 100 angemeldet. Da die eigentliche Urlaubssaison erst noch bevorsteht, lässt die Initiative in diesen Tagen weitere 200 Stück drucken. In der Samtgemeinde Walkenried gibt es inzwischen fünf Verkaufsstellen, in Bad Sachsa ebenfalls fünf. Die neue Auflage berücksichtigt alle inzwischen von der DB und den WVB Wernigerode bekannt gewordenen Änderungen.

Der „Kleine Südharzer“ hat mittlerweile auch den Weg nach Braunlage und Bad Harzburg gefunden, da der neue Fahrplan des Verbundtarif Region Braunschweig (VRB) für den Bereich Goslar zu unserem großen Missfallen keine Hinweise auf Züge und Busse im Südharz mehr enthält.
Michael Reinboth
Autor: nnz

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