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Eule und mehr

Dienstag, 27. Januar 2004, 15:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit der Karikaturausstellung “Widerstriche” ist das Kunsthaus Meyenburg ins Neue Jahr gestartet. Bereits zur Eröffnung Mitte Januar hatten sich mehr als 100 für die ausgestellten Karikaturen interessiert. Dazu ein nnz-Beitrag von Susanne Hinsching.


Angesehen Mit „Widerstriche“ präsentiert das Kunsthaus Meyenburg erstmals eine Sonderausstellung im ganzen Haus, so dass über 150 Originalkarikaturen der drei namhaften Künstler Barbara Henniger, Gerhard Glück und Ioan Cozacu, bekannt als Zeichner Nel,, die für verschiedene Tageszeitungen arbeiten bzw. aus dem “Eulenspiegel” bekannt sind, auf zwei Etagen gezeigt werden können. Jedem der drei Künstler sind im Kunsthaus eigene Räume gewidmet, in denen die größtenteils farbigen Arbeiten nach Themenschwerpunkten geordnet sind. Texttafeln geben dem Besucher Auskunft über die Biographie und den Werdegang der Künstler.

Barbara Henniger aus Berlin beschäftigt sich in ihren Karikaturen hauptsächlich mit aktuell-politischen Themen. Es finden sich zahlreiche Arbeiten zur Politik in Deutschland - z.B. dem Wahlkampf mit dem Blatt “Diesmal wähle ich die Kugelschreiberpartei”; - aber auch die EU, Post oder Bahn bieten interessante Motive für eine karikaturistische Umsetzung. Ihre Arbeiten bestechen besonders durch ihre Klarheit in der Aussage.

Auch der Zeichner Nel aus Erfurt widmet sich überwiegend aktuell-politischen Themen, z.B. den Vorgängen im Bundestag oder den Ost-West-Beziehungen. Witzige und zugleich nachdenkliche Arbeiten schuf er auch zu Themen aus Schule, Religion oder Konsumverhalten. Aber auch Themen aus dem täglichen Leben - z.B. “Wie sich Männer die Hölle vorstellen” - fanden Interesse des Künstlers und sind in der Ausstellung zu sehen.

Die Arbeiten von Gerhard Glück aus Kassel unterscheiden sich durch die Maltechnik von den beiden anderen Künstlern. Glück verwendet eine Mischtechnik aus Acrylfarben, die besonders durch die Detailfülle besticht. Sein Ouvre umfasst unterschiedlichste Themen aus dem privaten und gesellschaftlichen Leben, z.B. Nachbarschaftskonflikte oder Erbschaft aber auch die Arbeitslosigkeit. Bekannt sind seine Blätter mit dem Glücksschwein, die in der Ausstellung ebenso wenig fehlen wie die Gartenzwerge.

Die ausgestellten Karikaturen sind sowohl kritisch als auch witzig, manchmal ironisch aber nie verletzend. Die Ausstellung zeigt durch die Unterschiedlichkeit der drei Künstler, die Verschiedenartigkeit der Karikatur als solches, aber auch die große Gemeinsamkeit, auf humorvolle Art die Schwächen und Probleme aus Politik und Gesellschaft einem breiten Publikum näher zu bringen. Dazu bieten die eigentlichen Medien der Karikaturisten - die Tageszeitungen und Zeitschriften - die besten Möglichkeiten.

Das Kunsthaus Meyenburg, das erstmals eine so umfangreiche Karikaturausstellung präsentiert, möchte hiermit auch ein breites Publikum ansprechen und so auch Besucher ins Kunsthaus ziehen, die vielleicht mit der sogenannten “großen Kunst” Berührungsängste haben. Aus diesem Grund ist die Sonderausstellung, die noch bis zum 15. März von dienstags bis sonntags von 10 - 17 Uhr zu sehen ist, auch für Schüler und Schulklassen gut geeignet.
Susanne Hinsching, Kunsthistorikerin, Nordhausen
Autor: nnz

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