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nnz-Betrachtung: Auf geht's

Dienstag, 04. Dezember 2012, 14:20 Uhr
Am Sonntag ist für Fußball-Oberligist Wacker Nordhausen die erste Halbserie in der Oberliga Geschichte. Und wo stehen die Südharzer? Ganz oben! Doch wie geht es weiter? Dazu eine Betrachtung in Ihrer nnz...


Es war die heutige Pressekonferenz, bei der eigentlich das traditionelle Hallenfußball-Turnier promotet werden sollte. Und natürlich gab es da auch die Frage nach dem Aufstieg in die Regionalliga. Und - vielleicht zum ersten Mal offiziell - wich Wacker-Präsident Nico Kleofas nicht ganz so weit aus. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir einige der teilnehmenden Mannschaften in der kommenden Saison wieder in Nordhausen sehen könnten", so seine Antwort.

Ich will hier einmal Klartext reden: Natürlich wollen alle Verantwortlichen so schnell wie möglich diese "komische" Oberliga hinter sich lassen, wenn sie es können und schaffen. Auch Wacker Nordhausen. Nun stehen die Jungs um Trainer Jörg Goslar an der Tabellenspitze und werden - wenn alles am Sonntag nach Plan läuft - auch nach diesem letzten Hinrundenspieltag ganz vorn sein. Eventuell gehen sie mit sechs Punkten Vorsprung zu Makranstädt in die Weihnachts-Winter-Pause. Verdient.

Irgendwann um die Zeit des Hallenturniers im Januar muss das Wacker-Präsidium wissen, wohin die Reise tatsächlich gehen soll. Geht es nach Präsident Kleofas, dann würde Wacker in der kommenden Saison Regionalliga spielen, doch es geht nicht nur nach ihm. Alle Protagonisten des bisherigen Erfolges müssen ihre eigenen Hausaufgaben machen. Dazu gehören die Sponsoren, um die ich mir persönlich die wenigsten Sorgen mache. Die agieren wie Investoren und sind auch bereit, gewisse Risiken mitzutragen, weil einige von ihnen mehr als nur fußballverrückt sind.

In das Regionalliga-Boot müssen auch die Politiker in Stadt und Landkreis. Auch von ihnen wird der über 100 Jahre alte Fußballverein ein Bekenntnis verlangen. Wer sich an die einstige Regionalligazeit im Albert-Kuntz-Sportpark erinnert, der erinnert sich auch an die damaligen Sprüche der damals Verantwortlichen: "Das (gemeint ist Wacker) ist ein sportliches Aushängeschild für Nordhausen und für die gesamte Region."

Und so kann es auch in diesen Tagen, Wochen und Monaten wieder sein. Nur: Die Infrastruktur der heutigen Regionalliga im deutschen Fußball ist nicht mehr zu vergleichen mit der Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Mitte Januar muss es also aus der Politik nicht nur schwache Signale, sondern ein klares Bekenntnis für Regionalliga-Fußball geben. Oder eben nicht. Hier gilt: entweder Schwarz oder Weiß, ein Hell- oder Dunkelgrau nutzt da wenig.

Ist dieses gemeinsame Bekenntnis vorhanden, dann wird sich der Zug in Richtung Regionalliga unaufhaltsam fortsetzen, denn im April muss Wacker dem DFB seine Bereitschaft zum Aufstieg melden.

Bleibt in dieser Rechnung noch eine Unbekannte: Die Mannschaft. Die muss ebenfalls an der Erledigung der Hausaufgaben beteiligt sein. Die Jungs müssen wissen, worum es in der Rückrunde eigentlich geht. Sie müssen sich den Allerwertesten aufreißen, um letztlich auch die Zuschauer mitzureißen. Nur so funktioniert es.

Zu allerletzt sind wir da noch - die Anhänger, die Zuschauer. Wir befinden uns eigentlich in der glücklichen Lage, die Wiedergeburt des Nordhäuser Fußballs noch einmal miterleben zu dürfen. Und auch wir sollten unseren Beitrag leisten, dass diese "noch embryonale Phase" nach dem letzten Spieltag dieser Saison mit einem wuchtigen ersten Aufstiegsschrei beendet werden kann und Wacker dort steht, wo man den FSV vor drei oder vier Jahren nun wahrlich nicht vermutet hat. Aber wo er eigentlich hingehört.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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