nnz- Forum: Vielfalt erhalten
Dienstag, 27. Januar 2004, 09:44 Uhr
Nordhausen (nnz). In einem Beitrag im nnz-Forum wird zur Situation der evangelischen Schulen Stellung genommen. Es werden aber auch erste Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Mitte der 90er Jahre erlebte ich im ökumenischen Kindergarten das Engagement der Eltern um die Geburt der evangelischen Grundschule mit. Neben vielen Stimmen des Für und Wider war mir ganz deutlich im Ohr, dass diese Schule offen für alle sein sollte. Klare Worte sprachen davon, dass es keine Eliteschule würde.
So etablierte sich dann im Laufe der nächsten Jahre eine Grundschule mit Profil. Von der exzellenten Arbeit der Mitarbeiterinnen konnte ich mich einige Male vor Ort und auch bei uns an der Schule überzeugen. Keine Eliteschule hieß auch, keine Elternbeiträge und somit echte Chancengleichheit. Ich sah, dass alle Kinder, deren Eltern es wünschten, Schüler dieser Schule werden konnten. Ich bedaure aufrichtig die Entscheidung des Trägers, die Schule zu schließen, denn dieses Aus bedeutet auch für unsere Förderschule Sankt Martin wieder Verlust.
Als die Grundschule Am Marienweg ihre Pforten schloss, starb das kooperative Projekt Leben und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Dieses Ziel war wegweisend für viele Thüringer Schulen und ein durch das Kultusministerium gefördertes Thema. In der evangelischen Grundschule fanden wir einen Partner, dem dieses Ziel sehr nahe und wichtig war und der sich mit uns erneut auf den Weg machte. Gemeinsames Miteinander wie Andachten und Begegnungen beim Lernen waren zunehmend Bestandteil des Schullebens. Und was in Thüringen endlich mit dem neuen Schulgesetz Wirklichkeit wurde, dem Lernen miteinander, auch ohne Lernzielgleichheit, funktionierte bereits zwischen einer 6. Klasse der evangelischen Regelschule und einer Oberstufenklasse.
Gerade Regelschulen haben Thüringenweit relativ wenig Kontakte zu Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für ein erstes gemeinsames Handwerkercamp zwischen Schülern mit und ohne Behinderung an. Sollte dieses Camp dann wirklich der Abschied voneinander sein? Ich kann es mir nicht vorstellen. In der gedanklichen Suche nach Ideen zur Hilfe für das christliche Schulzentrum kam mir die Idee, dass der Schulträger, gemeinsam mit unserem Schulträger, Kontakt zur Aktion Mensch aufnehmen könnte.
Vielleicht gibt es hier eine finanzielle Möglichkeit zur Unterstützung unseres Projektes Leben und lernen mit und ohne Behinderung. Ich wünsche allen Kolleginnen, Kindern und Eltern des evangelischen Schulzentrums Mut und Ausdauer beim Kampf um den Schulerhalt, dem Schulträger viele Ideen und Unterstützung von außen.
A. Bergmann, Schulleiterin Förderschule Sankt Martin
Mitte der 90er Jahre erlebte ich im ökumenischen Kindergarten das Engagement der Eltern um die Geburt der evangelischen Grundschule mit. Neben vielen Stimmen des Für und Wider war mir ganz deutlich im Ohr, dass diese Schule offen für alle sein sollte. Klare Worte sprachen davon, dass es keine Eliteschule würde.
So etablierte sich dann im Laufe der nächsten Jahre eine Grundschule mit Profil. Von der exzellenten Arbeit der Mitarbeiterinnen konnte ich mich einige Male vor Ort und auch bei uns an der Schule überzeugen. Keine Eliteschule hieß auch, keine Elternbeiträge und somit echte Chancengleichheit. Ich sah, dass alle Kinder, deren Eltern es wünschten, Schüler dieser Schule werden konnten. Ich bedaure aufrichtig die Entscheidung des Trägers, die Schule zu schließen, denn dieses Aus bedeutet auch für unsere Förderschule Sankt Martin wieder Verlust.
Als die Grundschule Am Marienweg ihre Pforten schloss, starb das kooperative Projekt Leben und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Dieses Ziel war wegweisend für viele Thüringer Schulen und ein durch das Kultusministerium gefördertes Thema. In der evangelischen Grundschule fanden wir einen Partner, dem dieses Ziel sehr nahe und wichtig war und der sich mit uns erneut auf den Weg machte. Gemeinsames Miteinander wie Andachten und Begegnungen beim Lernen waren zunehmend Bestandteil des Schullebens. Und was in Thüringen endlich mit dem neuen Schulgesetz Wirklichkeit wurde, dem Lernen miteinander, auch ohne Lernzielgleichheit, funktionierte bereits zwischen einer 6. Klasse der evangelischen Regelschule und einer Oberstufenklasse.
Gerade Regelschulen haben Thüringenweit relativ wenig Kontakte zu Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für ein erstes gemeinsames Handwerkercamp zwischen Schülern mit und ohne Behinderung an. Sollte dieses Camp dann wirklich der Abschied voneinander sein? Ich kann es mir nicht vorstellen. In der gedanklichen Suche nach Ideen zur Hilfe für das christliche Schulzentrum kam mir die Idee, dass der Schulträger, gemeinsam mit unserem Schulträger, Kontakt zur Aktion Mensch aufnehmen könnte.
Vielleicht gibt es hier eine finanzielle Möglichkeit zur Unterstützung unseres Projektes Leben und lernen mit und ohne Behinderung. Ich wünsche allen Kolleginnen, Kindern und Eltern des evangelischen Schulzentrums Mut und Ausdauer beim Kampf um den Schulerhalt, dem Schulträger viele Ideen und Unterstützung von außen.
A. Bergmann, Schulleiterin Förderschule Sankt Martin
| Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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