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nnz-Forum: Umdenken

Freitag, 23. Januar 2004, 07:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz berichtete gestern über Probleme mit der Inszenierung des Musicals „My Fair Lady“. Dazu erreichte die Redaktion eine Mail aus Darmstadt.


Mit Sicherheit tut es einem "sogenannten Schinken" wie "My Fair Lady" nach 48 Jahren gut, mal anders in Szene gesetzt zu werden und damit großes Theater an kleinem Haus zu machen. Ich hoffe Clemens Bechtel ist es auf erkennbar unernstgemeinte Weise gelungen, die integrierten medialen Schwachsinnigkeiten auch an das Publikum so weiter zu geben.

Dennoch ist es unverzeihbar, dass die rechtlichen Unklarheiten im Vorfeld in keiner Weise berücksichtigt wurden. Das ist für mich ein weiterer Anschlag auf das Fortbestehen des eh schon Sparten reduzierten Theaters in Nordhausen. Sofern die Intendanz, welche verantwortlich dafür ist eine rechtliche Basis für Inszenierungen zu schaffen, diese verschlafen hat, sollte über sofortigen Handlungsbedarf von Seiten der Theatergesellschafter nachgedacht werden. Handelt es sich hier wirklich nur um Dilettantismus oder die sogenannte "Nach mir die Sintflut" Mentalität?

Die Theaterlandschaft in Deutschland wird sich massiv ändern und sich irgendwann auf Metropolen und wirtschaftlich stabile Provinzen reduzieren, solange immer wieder Verantwortliche ihre Tätigkeit an Orten ausüben, die Ihnen eigentlich egal sind.

Sicher ist es eine kommunale Gratwanderung ein Stadttheater aufrecht zu erhalten. Aber in Zeiten, in denen Teenager ihre Schulen besuchen und ihre Lehrer erschießen, ist ein Umdenken in Sachen Haushaltsausgaben für das Kulturgut Theater dringend notwendig. Gutes Theater kann zum sozialen Frieden beitragen. Besser es trägt bei.
Steffen Bula, Darmstadt

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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