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Flagge gehisst

Freitag, 23. November 2012, 13:15 Uhr
Das sind so diese Alibi-Termine - wie heute vor dem Nordhäuser Landratsamt. Da stehen einige Frauen und bestaunen eine wehende Fahne. Frauen und Fahne wollen auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen...


Zum Zeichen anlässlich des internationalen Aktionstages gegen Gewalt an Frauen am 25. November weht ab heute für eine Woche eine Fahne mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt" vor dem Landratsamt. Landrätin Birgit Keller, die Gleichstellungs­beauftragten von Landkreis und Stadt Nordhausen, Carmen Kaap und Stefani Müller, die Beigeordneten und weitere Mitarbeiter des Landratsamtes sowie Akteurinnen des Frauennetzwerks hissten am Morgen gemeinsam die Flagge, die Terre des Femmes vor zwölf Jahren einführte.
„Die Fahne hat sich weltweit zu einem vereinenden Symbol für ein freies und gleichberechtigtes Leben von Mädchen und Frauen entwickelt. Auch wir wollen dieses Symbol nutzen und ein Zeichen anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen setzen“, sagte Landrätin Birgit Keller. „Die diesjährige Kampagne steht unter dem Motto: ‚Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution – jetzt!’ Diese bisher weniger öffentlich gemachte Form der Gewalt an Frauen wird in diesem Jahr thematisiert und ein Bleiberecht für die Opfer gefordert - damit sie nicht vor der Entscheidung stehen müssen, vor Gericht auszusagen, um so ein befristetes Aufenthaltsrecht zu erhalten oder ohne Aussage in ihr Heimatland abgeschoben zu werden.“

Auf einen weiteren Aspekt, die häusliche Gewalt, ist das Fraunetzwerk anlässlich des Aktionstages mit der Wanderausstellung „Glück gehabt“ Anfang des Monats im Mehrgenerationenhaus eingegangen. Die Ausstellung spiegelte persönliche Erfahrungen von Opfern häuslicher Gewalt wider und stellte wissenschaftliche Erkenntnisse dar. So gehen Fachleute beispielsweise davon aus, dass jede vierte Frau in Deutschland schon einmal häusliche Gewalt erlebt hat, überwiegend durch den Partner.

„Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind keine Privatangelegenheit, auch wenn sie im familiären Umfeld geschehen. Ich finde es erschreckend, wie viele Mädchen und Frauen immer noch tagtäglich von häuslicher Gewalt, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung oder Zwangsprostitution betroffen sind“, so Birgit Keller.
Die Vereinten Nationen haben 1999 den 25. November zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erklärt. Dieser weltweite Aktionstag unter der Leitidee „Nein zu Gewalt an Frauen" geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal am 25. November 1960. Die drei Frauen hatten sich gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik gewehrt. Auch im Landkreis Nordhausen initiiert das Frauennetzwerk seit vielen Jahren Veranstaltungen rund um diesen Gedenktag.
Autor: nnz

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