Schwank zum Musical
Donnerstag, 22. Januar 2004, 20:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Zu einer Provinzposse droht die neuste Musical-Inszenierung am Theater Nordhausen zu werden. Momentan ist noch unklar, wie die Premiere morgen Abend über die Bühne geht. Vielleicht mit nem kleen Stickchen Glick ?
Damit ein Theater ein Musical aufführen kann, muss es die Rechte dazu erwerben. Die vergibt in der Regel ein Verlag. Im Falle des Klassikers "My fair Lady ist das der Verlag Felix Bloch mit Sitz in der Bundeshauptstadt. Zur Vergabe der Rechte kommen in vielen Fällen Auflagen für die Theater dazu.
So ist es im Falle von My fair Lady nicht erlaubt, das Stück mit Zusätzen zu versehen bzw. in die dramatische Vorlage einzugreifen. Genau das hat aber Regisseur Clemens Bechtel in seiner Nordhäuser Inszenierung getan, die morgen Abend Premiere haben soll. Im Zuge der ach so beliebten Casting-Shows im TV meinte er, dass eine ordentliche Deutschland-sucht-den-Superstar-Einlage dem alten Schinken ein wenig auf die Beine helfen würde. Mit ModernTalking, Boris Becker und anderen Stars auf der Bühne wäre das 48jährige Musiktheaterstück vielleicht noch zu retten. Oder?
Sowohl Bechtel als auch seine Dramaturgen und die Nordhäuser Theater-Chefetage müssten doch wissen, dass diese Einlagen im Widerspruch zur Vorlage und dem Vertrag mit dem Felix-Bloch-Verlag stehen. Doch Berlin ist weit entfernt und so nimmt die Provinzposse unvermeidlich ihren Lauf. Wo kein Kläger, da kein Richter haben sich die avantgardistischen Theatermacher in Nordhausen vermutlich gedacht und fleißig in dem Musical herumgeändert. Sicherlich ist Eliza Doolittle auch so eine gewesen, die heute nackt durch den Dschungel laufen oder wenigstens ihre beachtliche Oberweite in Richtung Casting-Genie Dieter Bohlen recken würde.
Doch am Vortag der Premiere – also heute - soll sich der Verlag aus Berlin im Nordhäuser Theater gemeldet haben und die ganze fein gesponnene Konspiration zur Aufpolierung einer alten fairen Lady soll zerplatzt sein wie eine Seifenblase. Der Regisseur sieht durch den strikten Befehl, das Stück gefälligst so zu spielen, wie es auf dem Papier steht, seine ganze kreative Leistung verhindert und wirft das Handtuch. Bechtel zur nnz: Vom Handtuchwerfen würde ich nicht sprechen, wohl aber habe ich von meiner Position als Regisseur Abstand genommen, da ein Teil meiner Inszenierung beschädigt ist. Er habe das Stück so inszeniert, wie es grundsätzlich in seinem Vertrag mit dem Theater festgeschrieben worden sei. Auf die vertragliche Seite zwischen Theater und dem Berliner Verlag habe er keinerlei Einfluß.
Aber die show must go on und so wird sich morgen um 19.30 Uhr der Vorhang heben. Die ersten vier Vorstellungen sind übrigens ausverkauft, ohne dass die Kartenkäufer wussten, wie modern das beliebte Stück bearbeitet wurde. Bleibt nur die Frage: Woher erfuhr der Berliner Verlag von den Inszenierungsabsichten der Nordhäuser Theaterleute?
Autor: nnzDamit ein Theater ein Musical aufführen kann, muss es die Rechte dazu erwerben. Die vergibt in der Regel ein Verlag. Im Falle des Klassikers "My fair Lady ist das der Verlag Felix Bloch mit Sitz in der Bundeshauptstadt. Zur Vergabe der Rechte kommen in vielen Fällen Auflagen für die Theater dazu.
So ist es im Falle von My fair Lady nicht erlaubt, das Stück mit Zusätzen zu versehen bzw. in die dramatische Vorlage einzugreifen. Genau das hat aber Regisseur Clemens Bechtel in seiner Nordhäuser Inszenierung getan, die morgen Abend Premiere haben soll. Im Zuge der ach so beliebten Casting-Shows im TV meinte er, dass eine ordentliche Deutschland-sucht-den-Superstar-Einlage dem alten Schinken ein wenig auf die Beine helfen würde. Mit ModernTalking, Boris Becker und anderen Stars auf der Bühne wäre das 48jährige Musiktheaterstück vielleicht noch zu retten. Oder?
Sowohl Bechtel als auch seine Dramaturgen und die Nordhäuser Theater-Chefetage müssten doch wissen, dass diese Einlagen im Widerspruch zur Vorlage und dem Vertrag mit dem Felix-Bloch-Verlag stehen. Doch Berlin ist weit entfernt und so nimmt die Provinzposse unvermeidlich ihren Lauf. Wo kein Kläger, da kein Richter haben sich die avantgardistischen Theatermacher in Nordhausen vermutlich gedacht und fleißig in dem Musical herumgeändert. Sicherlich ist Eliza Doolittle auch so eine gewesen, die heute nackt durch den Dschungel laufen oder wenigstens ihre beachtliche Oberweite in Richtung Casting-Genie Dieter Bohlen recken würde.
Doch am Vortag der Premiere – also heute - soll sich der Verlag aus Berlin im Nordhäuser Theater gemeldet haben und die ganze fein gesponnene Konspiration zur Aufpolierung einer alten fairen Lady soll zerplatzt sein wie eine Seifenblase. Der Regisseur sieht durch den strikten Befehl, das Stück gefälligst so zu spielen, wie es auf dem Papier steht, seine ganze kreative Leistung verhindert und wirft das Handtuch. Bechtel zur nnz: Vom Handtuchwerfen würde ich nicht sprechen, wohl aber habe ich von meiner Position als Regisseur Abstand genommen, da ein Teil meiner Inszenierung beschädigt ist. Er habe das Stück so inszeniert, wie es grundsätzlich in seinem Vertrag mit dem Theater festgeschrieben worden sei. Auf die vertragliche Seite zwischen Theater und dem Berliner Verlag habe er keinerlei Einfluß.
Aber die show must go on und so wird sich morgen um 19.30 Uhr der Vorhang heben. Die ersten vier Vorstellungen sind übrigens ausverkauft, ohne dass die Kartenkäufer wussten, wie modern das beliebte Stück bearbeitet wurde. Bleibt nur die Frage: Woher erfuhr der Berliner Verlag von den Inszenierungsabsichten der Nordhäuser Theaterleute?
