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„Verhinderungsstrategie ist problematisch“

Freitag, 23. November 2012, 12:44 Uhr
„Die um sich greifende Verhinderungsstrategie in Teilen dieser Stadt gegenüber Investitionen wird zum Problem.“ Das sagte jetzt Niels Neu vom Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) bei einer gemeinsamen Sitzung mit den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses des Nordhäuser Stadtrates. Um was es dabei konkret geht? Hier gelangen Sie zur Antwort...

Besuch im Ausschuss (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen) Besuch im Ausschuss (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen)
Volker Beiersdorf, Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Kreisgeschäftsführer Nordhausen/ Kyffhäuser; Niels Neu, Mittelstandsvereinigung der CDU des Landkreises Nordhausen; Ulrich Schlegel, Vizepräsident IHK Erfurt; Claus Peter Roßberg, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses; Udo Rockmann, IHK Erfurt, Regionales Service-Center Nordhausen; Peer Ziegler und Dr. Nico Brehm, beide Wirtschaftsjunioren Nordthüringen

Neben Vertretern des NUV hatte der Ausschussvorsitzende Claus Peter Roßberg auch Vertreter der IHK zur Sitzung eingeladen, des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft, der Wirtschaftsjunioren und der Mittelstandsvereinigung der CDU. Roßberg sagte zur Begrüßung, die regelmäßigen Treffen seien wichtig, damit man mit jenen sprechen könne, die wesentlich die wirtschaftliche Entwicklung Nordhausens prägten.

Niels Neu sagte weiter, bereits die aufgrund von Bürgerprotesten gescheiterte Investition des Autohofes bei Sundhausen sei „kein gutes Aushängeschild für Nordhausen “ in Richtung potenzieller Investoren gewesen wie auch der sich wieder abzeichnende Protest gegen die Biomethananlage. „Widerstand von Betroffenen ist ohne Zweifel legitim. Allerdings brauchen auch Investoren Planungssicherheit. Und bis zur Erteilung der Baugenehmigung gibt es in Deutschland ein breites und langes Prozedere der Abwägung von Interessen. Da ist es bitter für den Investor, wenn am Ende ein `Nein´ steht. Wir wünschen uns, dass die Stadträte bei ihren Entscheidungen alle Interessen berücksichtigen und damit das Gesamtwohl für die Stadt im Auge behalten und entsprechend entscheiden.“

Ulrich Schlegel, Vizepräsident der IHK Thüringen und Nordhäuser Unternehmer, betonte die Bedeutung der Gewinnung von Nachwuchskräften. Dort wünsche er sich eine engere Kooperation mit der öffentlichen Hand und auch einen Blick über die deutschen Staatsgrenzen hinaus. Mit Blick auf den Nachwuchs könne insbesondere Nordhausen werben mit einer „Top-Ausstattung an Kinderkrippen und -gärten, einem bezahlbaren und relativ breiten Wohnungsangebot, einer guten verkehrlichen Infrastruktur, einem sehr guten kulturellen Angebot, kurzen Wegen, moderarten Lebenshaltungskosten und der Fachhochschule als ein Innovationsmotor - deshalb wünschen wir uns auch deren Ausbau.“ Insgesamt so Schlegel „hat Nordhausen keinen Grund, das Licht unter den Scheffel zu stellen. In den grundlegenden Determinanten stimmt es in Nordhausen sowohl qualitativ als auch quantitativ.“

Die Wirtschaftsvertreter wiesen darauf hin, dass die Unterhaltung der Infrastruktur in der Stadt nicht vernachlässigt werden dürfe zugunsten von Groß-Investitionen, die allerdings auch ihre Berechtigung hätten. Darüber hinaus wünschten sie sich eine bessere touristische Vermarktung der Stadt. Sie verwiesen weiterhin auf die oft ungenügende Ausstattung von insbesondere kleineren Gewerbeobjekten mit Breitband-Internet-Anschluss sowie auf das immer noch fehlende größere Hotel, das Platz biete auch für größere Veranstaltungen. Ein Wirtschaftsvertreter rief die FH-Studenten dazu auf, Nordhausen für sich zu entdecken. Die Stadt habe für ihre Größe ein Breite und Qualität insbesondere an kulturellen Angeboten und Einrichtungen, die es in vergleichbaren Städten so nicht gebe.
Autor: nnz

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