nnz-Forum: Chancen nutzen
Donnerstag, 22. November 2012, 06:28 Uhr
Der BUND Thüringen fordert die Etablierung eines Biosphärenreservates Südharz auch im Thüringer Teil dieses Areals. Dazu im Forum der nnz die Anmerkungen eines Lesers...
Schlimm genug ist es, dass der Mensch heute im Verhältnis zur Größe der Erde schon im Verhältnis dazu winzige Reservate ausweisen muss, um zu dokumentieren, woher er und alles um ihn herum eigentlich kommt. Schlimm genug ist auch, dass sich all Jene noch dafür rechtfertigen müssen, die für diese Biosphärenreservate eintreten. Schon mehrfach habe ich das erlebt.
Schlimm aber ist es vor allem, dass sich die politisch Verantwortlichen scheuen, ein solches Reservat als Chance zu erkennen, als Label eines international exklusiven Klubs einzigartiger Landschaftsausschnitte. Dies aber wäre in den heutigen Zeiten um so wichtiger, die davon geprägt werden, weltweit auch noch den letzten Quadratmeter Naturlandschaften wirtschaftlichen Interessen zum Fraß vorzuwerfen.
Wir sollten nicht vergessen, dass in den vergangenen 150 Jahren eine Ausbeutung der irdischen Ressourcen in einem schier unglaublichen Ausmaß stattgefunden hat. An einem einzigen Tag wird in der Welt so viel Öl verbraucht, wie sich in fünf Millionen Jahren gebildet haben. Die Weltbank warnt ebenso vor einem "Weiter so" wie die OECD, die Münchner Rück und zahlreiche andere Institutionen.
Niemand kann sich angesichts dessen zu der Behauptung versteigen, die Naturschützer, die wir eigentlich alle sein sollten, wären gegen Wirtschaft oder gegen Entwicklung. Wir sind einfach nur besorgt um unser Überleben. Dennoch befindet sich diese Minderheit seit Jahrzehnten im Rückzugsgefecht.
Und wieder dennoch erhoffe ich mir einen Kraftakt zwischen Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, um ein länderübergreifendes Biosphärenreservat entlang des Naturraumes Südharzer Zechsteinrand hinzubekommen, auch als kleine Wiedergutmachung für das, was bereits an nicht wieder gutzumachenden Schäden an den Gipsbergen angerichtet wurde, als kleinen Ausgleich auch zur teils verständlichen Ökonomisierung unserer Region in den vergangenen 20 Jahren. Ängste bei wem auch immer sind unbegründet.
Ein Biosphärenreservat walzt gewiss nichts nieder, auch keine Betriebe oder erhoffte Investoren im Industriegebiet. Gegenteilige Gefühle hingegen wären angebracht. Denn Beispiele für die positiven Folgen sind, wie oben erwähnt, in verschiedenen Reservaten zu erfahren.
Ein Naturpark kann nur der Anfang sein. Er ist nichts weiter als eine Verlegenheitslösung für die von Wirtschaftsinteressen "geplagte" Politik. Von den Verantwortlichen in Stadt und Landkreis wünsche ich mir ein Bekennnis zu einem Biosphärenreservat in Landkreis Nordhausen, womit sie zugleich zeigen könnten, dass sie es mit einem anderen mehrfach geäußerten Bekenntnis ernst meinen: Keine Neuaufschlüsse von Gipssteinbrüchen.
Wir haben eine Landschaft von Weltgeltung und verschließen uns diesem Fakt, statt stolz darauf zu sein.
Wir in den reichen und verwöhnten Staaten fordern von den Entwicklungsländern, ihre Regenwälder zu erhalten, sind aber nicht einmal in der Lage, vergleichsweise winzigen Flächen einen international hoch anerkannten Schutzstatus zu gegeben. Er könnte zu einem Ende des Klein-Klein führen, er würde dem einheitlichen Landschaftsraum zwischen Pölsfeld und Osterode endlich über Verwaltungsgrenzen gerecht. Er könnte länderübergreifemd beworben und vermarktet werden. Ein Signal könnte er damit sein für eine Verwaltungen endlich einsparende Fusion von Bundesländern, wegweisend also auch hier. Der Karstwanderweg ist ein toller Anfang.
Und komme mir bitte niemand mit dem Thema Geld. X Bauprojekte werden gleichzeitig angegangen, um Millionen Fördermittel noch so schnell wie möglich abzuschöpfen. Und wenn 800.000 Euro irgendwo zum Weiterbauen fehlen, dann werden sie halt irgendwo locker gemacht. Ein Reservat aber soll am Geldmangel scheitern? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Bodo Schwarzberg
Schlimm genug ist es, dass der Mensch heute im Verhältnis zur Größe der Erde schon im Verhältnis dazu winzige Reservate ausweisen muss, um zu dokumentieren, woher er und alles um ihn herum eigentlich kommt. Schlimm genug ist auch, dass sich all Jene noch dafür rechtfertigen müssen, die für diese Biosphärenreservate eintreten. Schon mehrfach habe ich das erlebt.
Schlimm aber ist es vor allem, dass sich die politisch Verantwortlichen scheuen, ein solches Reservat als Chance zu erkennen, als Label eines international exklusiven Klubs einzigartiger Landschaftsausschnitte. Dies aber wäre in den heutigen Zeiten um so wichtiger, die davon geprägt werden, weltweit auch noch den letzten Quadratmeter Naturlandschaften wirtschaftlichen Interessen zum Fraß vorzuwerfen.
Wir sollten nicht vergessen, dass in den vergangenen 150 Jahren eine Ausbeutung der irdischen Ressourcen in einem schier unglaublichen Ausmaß stattgefunden hat. An einem einzigen Tag wird in der Welt so viel Öl verbraucht, wie sich in fünf Millionen Jahren gebildet haben. Die Weltbank warnt ebenso vor einem "Weiter so" wie die OECD, die Münchner Rück und zahlreiche andere Institutionen.
Niemand kann sich angesichts dessen zu der Behauptung versteigen, die Naturschützer, die wir eigentlich alle sein sollten, wären gegen Wirtschaft oder gegen Entwicklung. Wir sind einfach nur besorgt um unser Überleben. Dennoch befindet sich diese Minderheit seit Jahrzehnten im Rückzugsgefecht.
Und wieder dennoch erhoffe ich mir einen Kraftakt zwischen Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, um ein länderübergreifendes Biosphärenreservat entlang des Naturraumes Südharzer Zechsteinrand hinzubekommen, auch als kleine Wiedergutmachung für das, was bereits an nicht wieder gutzumachenden Schäden an den Gipsbergen angerichtet wurde, als kleinen Ausgleich auch zur teils verständlichen Ökonomisierung unserer Region in den vergangenen 20 Jahren. Ängste bei wem auch immer sind unbegründet.
Ein Biosphärenreservat walzt gewiss nichts nieder, auch keine Betriebe oder erhoffte Investoren im Industriegebiet. Gegenteilige Gefühle hingegen wären angebracht. Denn Beispiele für die positiven Folgen sind, wie oben erwähnt, in verschiedenen Reservaten zu erfahren.
Ein Naturpark kann nur der Anfang sein. Er ist nichts weiter als eine Verlegenheitslösung für die von Wirtschaftsinteressen "geplagte" Politik. Von den Verantwortlichen in Stadt und Landkreis wünsche ich mir ein Bekennnis zu einem Biosphärenreservat in Landkreis Nordhausen, womit sie zugleich zeigen könnten, dass sie es mit einem anderen mehrfach geäußerten Bekenntnis ernst meinen: Keine Neuaufschlüsse von Gipssteinbrüchen.
Wir haben eine Landschaft von Weltgeltung und verschließen uns diesem Fakt, statt stolz darauf zu sein.
Wir in den reichen und verwöhnten Staaten fordern von den Entwicklungsländern, ihre Regenwälder zu erhalten, sind aber nicht einmal in der Lage, vergleichsweise winzigen Flächen einen international hoch anerkannten Schutzstatus zu gegeben. Er könnte zu einem Ende des Klein-Klein führen, er würde dem einheitlichen Landschaftsraum zwischen Pölsfeld und Osterode endlich über Verwaltungsgrenzen gerecht. Er könnte länderübergreifemd beworben und vermarktet werden. Ein Signal könnte er damit sein für eine Verwaltungen endlich einsparende Fusion von Bundesländern, wegweisend also auch hier. Der Karstwanderweg ist ein toller Anfang.
Und komme mir bitte niemand mit dem Thema Geld. X Bauprojekte werden gleichzeitig angegangen, um Millionen Fördermittel noch so schnell wie möglich abzuschöpfen. Und wenn 800.000 Euro irgendwo zum Weiterbauen fehlen, dann werden sie halt irgendwo locker gemacht. Ein Reservat aber soll am Geldmangel scheitern? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
