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Entscheidung gefordert

Mittwoch, 21. November 2012, 14:01 Uhr
Einen Naturpark gibt es bereits - zumindest auf dem Papier. Einen Plan dazu auch. Doch das reicht Umwelt- und Naturschützern auf Dauer nicht, die haben einen ganz anderen Plan...


In einem Brief an Umweltminister Jürgen Reinholz hat der BUND Thüringen die Landesregierung aufgefordert, den Prozess zur Einrichtung des Biosphärenreservats Südharz voranzutreiben. „Bis Ende diesen Jahres sollte laut Koalitionsvertrag die Entscheidung über die Errichtung des Biosphärenreservates Südharz gefallen sein, erinnerte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Bis heute ist nichts geschehen.“

Nach Angaben des BUND Thüringen hätten eigentlich die Menschen in der Region in einem moderierten Dialogprozess in die Entscheidung mit einbezogen werden sollen. Es sei aber weder eine Entscheidung der Landesregierung absehbar, noch habe der moderierte Dialogprozess bisher begonnen.

Hoffmann betonte, dass der vom Umweltministerium errichtete „Naturpark Südharz“ kein Ersatz für das Biosphärenreservat sein könne. Der Naturpark sei nur ein Etikett, welches für die hochsensiblen Lebensräume im Südharz keine Schutzwirkung entfalte. Die allgemein gehaltenen Schutz- und Entwicklungsziele der Verordnung seien unverbindlich. Dagegen könne die Ausweisung als Biosphärenreservat der internationalen Bedeutung der weltweit einzigartigen Gipskarstlandschaft gerecht werden.

Durch ein abgestuftes Zonierungskonzept könnten die wertvollen Lebensräume naturschutzrechtlich gesichert werden. Die Etablierung nachhaltiger Wirtschafts- und Nutzungsformen könnte die wirtschaftlichen und touristischen Belange in der Region mit den Schutzzielen in Einklang bringen. Die Beispiele Rhön und Vessertal belegen eindrucksvoll, wie das internationale Gütesiegel „Biosphärenreservat“ die nachhaltige Entwicklung ganzer Regionen beschleunigt.

Der BUND Thüringen hat daher den Umweltminister aufgefordert, die Durchführung des vereinbarten Dialogprozesses unverzüglich zu veranlassen. „Die Menschen in der Region haben aber das Recht darauf zu vertrauen, dass sie in die Entscheidung mit eingebunden werden und das die Landesregierung ihre Versprechen einhält“, sagte Hoffmann.
Autor: nnz

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