Gemeinsam für Oberzentrum
Mittwoch, 21. Januar 2004, 19:25 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit heute 18 Uhr ist es amtlich: Sondershausen und Nordhausen wollen auf dem künftigen kommunalen Weg enger zusammenrücken. Im neuen Rathaus in Nordhausen ist der Vertrag unterschrieben worden. nnz war bei dieser außergewöhnlichen Stadtratssitzung dabei.
Eigentlich war es ja keine richtige Sitzung, denn die Räte beider Städte mussten stehen und sich anhören, was Solisten des Loh-Orchesters zu spielten und die beiden Stadtoberhäupter zu sagen hatten. Und mit dem Loh-Orchester wurde nicht nur der Abend im Neuen Rathaus eröffnet, sondern der Klangkörper steht auch für die erste Zusammenarbeit beider Kommunen nach der Wende.
Sondershausen und Nordhausen rücken ein Stück aufeinander zu und beschreiten in Nordthüringen Neuland, meinte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Was beim Theater seinen Anfang nahm, über SEHN, das BIC, den Nahverkehr und viele Unternehmen fortgeführt wurde, das hat ab heute nun auch offiziellen politischen Charakter. Für Nordhausen ist die Kooperation ein Zeichen seiner oberzentralen Funktion, für Sondershausen ist sie ein Partizipieren davon. Beide Kommunen werden auch künftig ihre Eigenständigkeit bewahren, jedoch öfter mit einer kommunalen Stimme sprechen.
Sicher, es gibt da wie dort noch immer Vorurteile. So würden die Nordhäuser Sondershausen als kleinbürgerliche Residenzstadt betrachten, Nordhausen sei für einige Sondershäuser auch heute noch die graue Industriestadt, meinte Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) und resümierte: Das stimmt nicht ganz!
Auch Kreyer zählte die Gemeinsamkeiten auf, machte aber auch auf Rückschläge aufmerksam. Im Vordergrund müsse jedoch das Gemeinsame stehen. Gemeinsam für den Ausbau der Bundesstraße 4 in Erfurt vorsprechen, gemeinsam Tourismus betreiben und - vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft – eine Funktionsteilung zwischen beiden Verwaltungen anstreben.
Organe des Städtebundes sind der Rat der Bürgermeister und die Arbeitsausschüsse. In beiden Gremien werden die Entscheidungen einstimmig gefasst, jeder Vertragspartner hat eine Stimme. Den Vorsitz im Rat der Bürgermeister nehmen jährlich alternierend die Nordhäuser Oberbürgermeisterin und der Sondershäuser Bürgermeister ein. Der Rat bereitet gemeinsame Beschlussvorlagen vor, die dann den jeweiligen Stadträte zur Entscheidung vorgelegt würden. Einzelne Aufgaben kann der Rat auf die Arbeitsausschüsse übertragen, die nach Bedarf und zeitlich befristet durch den Rat eingesetzt werden.
Autor: nnz
Eigentlich war es ja keine richtige Sitzung, denn die Räte beider Städte mussten stehen und sich anhören, was Solisten des Loh-Orchesters zu spielten und die beiden Stadtoberhäupter zu sagen hatten. Und mit dem Loh-Orchester wurde nicht nur der Abend im Neuen Rathaus eröffnet, sondern der Klangkörper steht auch für die erste Zusammenarbeit beider Kommunen nach der Wende.
Sondershausen und Nordhausen rücken ein Stück aufeinander zu und beschreiten in Nordthüringen Neuland, meinte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Was beim Theater seinen Anfang nahm, über SEHN, das BIC, den Nahverkehr und viele Unternehmen fortgeführt wurde, das hat ab heute nun auch offiziellen politischen Charakter. Für Nordhausen ist die Kooperation ein Zeichen seiner oberzentralen Funktion, für Sondershausen ist sie ein Partizipieren davon. Beide Kommunen werden auch künftig ihre Eigenständigkeit bewahren, jedoch öfter mit einer kommunalen Stimme sprechen.
Sicher, es gibt da wie dort noch immer Vorurteile. So würden die Nordhäuser Sondershausen als kleinbürgerliche Residenzstadt betrachten, Nordhausen sei für einige Sondershäuser auch heute noch die graue Industriestadt, meinte Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) und resümierte: Das stimmt nicht ganz!
Auch Kreyer zählte die Gemeinsamkeiten auf, machte aber auch auf Rückschläge aufmerksam. Im Vordergrund müsse jedoch das Gemeinsame stehen. Gemeinsam für den Ausbau der Bundesstraße 4 in Erfurt vorsprechen, gemeinsam Tourismus betreiben und - vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft – eine Funktionsteilung zwischen beiden Verwaltungen anstreben.
Organe des Städtebundes sind der Rat der Bürgermeister und die Arbeitsausschüsse. In beiden Gremien werden die Entscheidungen einstimmig gefasst, jeder Vertragspartner hat eine Stimme. Den Vorsitz im Rat der Bürgermeister nehmen jährlich alternierend die Nordhäuser Oberbürgermeisterin und der Sondershäuser Bürgermeister ein. Der Rat bereitet gemeinsame Beschlussvorlagen vor, die dann den jeweiligen Stadträte zur Entscheidung vorgelegt würden. Einzelne Aufgaben kann der Rat auf die Arbeitsausschüsse übertragen, die nach Bedarf und zeitlich befristet durch den Rat eingesetzt werden.
