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Chaosspiel in Ronneburg

Montag, 19. November 2012, 06:44 Uhr
Von einer aus den Fugen geratende Partie kamen die Handball-Männer der NSV Samstagnacht wieder. Nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten gab es am Ende unschöne Szenen auf dem Parkett, weiß Frank Ollech zu berichten...


Die erste Halbzeit ist schnell beschrieben. Die Gastgeber waren dem NSV in fast allen Belangen überlegen. Die Südharzer schafften es einfach nicht die Bremse zu lösen und vor allem den gefährlichsten Werfer des HSV, Mirko Alexy (14 Treffer), entscheidend zu stören. So liefen sie ihrer eigenen Form und dem Spielstand hinterher. Den Vorsprung zur Halbzeit hatten sich die Ronneburger durch gutes Spiel verdient, auch in der Höhe (18:13).

Die Nordhäuser retteten sich in die Kabine und kamen aus dieser wie ausgewechselt zurück. Mit entfernten Bremsklötzen ging es auf die Verfolgungsjagt. Binnen 10 Minuten schmolz der Vorsprung des HSV auf 21:20. Beim 22:22 hatte der Südharzexpress den ersten Teilerfolg erzielt, die Partie nun wieder völlig offen. Zu diesem Zeit rumorte es schon auf den Tribünen und die Zurufe der HSV Fans standen nicht unbedingt im Duden.

Als dann in der 48. Spielminute Ronneburgs Spieler mit der Nummer 10 Nordhausens Marcel Effenberger während einer Wurfaktion mit der Faust traf und dafür Rot sah brodelte es in der Halle. Thomas Riemekasten musste sich sogar von einem auf das Spielfeld geeilten, sogenannten HSV Fan, eine Kopfnuss verpassen lassen. Die Partie wurde zunehmend ruppiger und die Schiedsrichter verloren ein wenig die Übersicht. Die Spieler beider Mannschaften machten es den Männern in Schwarz aber auch nicht leicht.

Der spannende Spielverlauf ließ sämtliche Emotionen in der Halle (fast) freien Lauf. Beim 25:28 für den NSV, stand ein übergroßes Abstiegsgespenst über den Gastgebern. Diese stemmten sich mit allen was sie aufbieten konnten gegen die drohende Niederlage.

Als beim Stand 26:28 die Nordhäuser wiederholt vom Punkt eine Fahrkarte warfen, witterte der HSV seine Chance. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Nordhäuser schon vier Chancen vom Punkt ausgelassen. Im Gegenzug fiel der 27. Treffer für die Gastgeber.

Nun musste die Nordhäuser Bank reagieren. Mit einem Teamtimeout sollten die aufgeheizten Gemüter auf dem Parkett beruhigt und die Punkte eingefahren werden. Zwar ertönte das Signal kurzzeitig, wurde aber bei der Lautstärke die zu diesem Zeitpunkt in der Halle herrschte von den Referees überhört. Was dann folgte wird der Thüringer Handball Verband im noch aufarbeiten müssen.

Der HSV kommt in Ballbesitz und wirft den umjubelten 28:28 Ausgleich. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Nordhausen wollte eine schnelle Mitte spielen, doch Marcel Effenberger wurde gleich von drei HSV Spielern am Mittelpunkt attackiert. So endete die Partie mit einem 28:28, da beide Mannschaften je eine Halbzeit dominierten.

Da war ja noch das Kampfgericht mit dem zwar akustischen zu vernehmenden Teamtimeout, welches aber nicht umgesetzt wurde. Auf Befragung der Schiedsrichter wiegelten dieses ab. Zwischenzeitlich eskalierte es auf dem Parkett. Ein Ordner riss Thomas Riemekasten um und trat diesen. Ein herannahender HSV Spieler verhinderte Schlimmeres gegen den am Boden liegenden Riemekasten. Auch gegen Trainer Stephan Albrecht und Christian Müller wurde ein Ordner mit Schlägen handgreiflich. Nur die Spieler des HSV hatten sich im Griff und versuchten die Situation zu retten.

Eigentlich hätten beide Teams mit der Punkteteilung leben können. Die Reaktionen der HSV Fans, besonders der Ordner unbegreiflich. Nun wird die Partie eine ungewollte Verlängerung nehmen. Da die Situation mit dem Kampfgericht 15 Sekunden vor Abpfiff spielentscheide Folgen hatte, legten die Nordhäuser zunächst Einspruch ein. Bis Dienstag haben sie nun Zeit diesen schriftlich zu stellen oder fallen zu lassen.
Frank Ollech

Sören Ahlert/ Nikita Schneider/ Stefan Fuhrmann 4/ Christian Müller/ Johannes Ermisch/ Thomas Riemekasten 4/ Lukas Fehling/ Sebastian Kreutz 1/ Matthias Thiele 10/ /Marc Phillip Tube/ Andre Elster 7/Michael Spieß/ Marcel Effenberger 2
Autor: nnz

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