Anstiftung
Mittwoch, 21. Januar 2004, 11:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Freund- oder Feindbilder entstehen meist in Köpfen. "Vorarbeit" wird aber auch in den Medien geleistet. Dazu wird in Nordhausen ein interessanter Vortrag angeboten. Dazu einige Bemerkungen von Pfarrer Peter Kube.
Blutiger Auftakt des Ramadan – so titelte eine Tageszeitung nach den Bombenanschlägen in Irak. Wenn in den Schlagzeilen religiöse Riten und grausame terroristische Attacken verknüpft werden, so ist das Bild einer anderen Kultur, Religion oder Nation und ihrer Vertreter eindrücklich geprägt. Folgenlos?! Ungewollt!? Ist es doch nur ein Aufmacher, der eine unvoreingenommene und angstfreie Begegnung nicht verhindert? Wer braucht, wer missbraucht in der heutigen Mediengesellschaft Bilder und Ereignisse für nationale, nationalistische Zwecke oder will gar einen Kampf der Kulturen als unausweichlich in’s Gespräch bringen, in’s Bild setzen?
Die Bereitschaft eines Volkes, Angst- und Hassgefühle auf andere Kulturen zu übertragen, Menschen anderen Glaubens, anderer Traditionen verantwortlich zu machen für Missstände im eigenen Land - ist das nach der Erfahrung schlimmster nationalsozialistischer Propaganda in Deutschland überwunden? Worauf müssen die Medien achten und wovon sollten wir uns nicht prägen lassen, wenn über Fremde und Befremdendes berichtet wird? Einige Fragen, denen wir uns gerade am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus stellen wollen.
Wir werden uns wenige Tage nach einem angemeldeten NPD-Aufmarsch in Nordhausen treffen. Wenige Stunden vor unserer Veranstaltung wird die offizielle Gedenkveranstaltung für Thüringen in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora begonnen haben. Diese Geschehnisse zeigen, dass Erinnerungsfähigkeit und Verantwortung für die Gegenwart zusammengehören.
Der Referent und Gesprächspartner Prof. Kai Hafez kommt aus Erfurt, hat dort seit 2003 eine Professur für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Analyse von Mediensystemen/ Kommunikationskulturen. Speziell die Kommunikationsprozesse zwischen islamischer Welt und Medien und deren politische Übertragung im Nahen Osten beschäftigen ihn in mehreren Forschungsprojekten. Seien Sie herzlich am 27. Januar, um 20 Uhr in den Gemeindesaal St. Blasii eingeladen.
Peter Kube
Autor: nnzBlutiger Auftakt des Ramadan – so titelte eine Tageszeitung nach den Bombenanschlägen in Irak. Wenn in den Schlagzeilen religiöse Riten und grausame terroristische Attacken verknüpft werden, so ist das Bild einer anderen Kultur, Religion oder Nation und ihrer Vertreter eindrücklich geprägt. Folgenlos?! Ungewollt!? Ist es doch nur ein Aufmacher, der eine unvoreingenommene und angstfreie Begegnung nicht verhindert? Wer braucht, wer missbraucht in der heutigen Mediengesellschaft Bilder und Ereignisse für nationale, nationalistische Zwecke oder will gar einen Kampf der Kulturen als unausweichlich in’s Gespräch bringen, in’s Bild setzen?
Die Bereitschaft eines Volkes, Angst- und Hassgefühle auf andere Kulturen zu übertragen, Menschen anderen Glaubens, anderer Traditionen verantwortlich zu machen für Missstände im eigenen Land - ist das nach der Erfahrung schlimmster nationalsozialistischer Propaganda in Deutschland überwunden? Worauf müssen die Medien achten und wovon sollten wir uns nicht prägen lassen, wenn über Fremde und Befremdendes berichtet wird? Einige Fragen, denen wir uns gerade am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus stellen wollen.
Wir werden uns wenige Tage nach einem angemeldeten NPD-Aufmarsch in Nordhausen treffen. Wenige Stunden vor unserer Veranstaltung wird die offizielle Gedenkveranstaltung für Thüringen in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora begonnen haben. Diese Geschehnisse zeigen, dass Erinnerungsfähigkeit und Verantwortung für die Gegenwart zusammengehören.
Der Referent und Gesprächspartner Prof. Kai Hafez kommt aus Erfurt, hat dort seit 2003 eine Professur für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Analyse von Mediensystemen/ Kommunikationskulturen. Speziell die Kommunikationsprozesse zwischen islamischer Welt und Medien und deren politische Übertragung im Nahen Osten beschäftigen ihn in mehreren Forschungsprojekten. Seien Sie herzlich am 27. Januar, um 20 Uhr in den Gemeindesaal St. Blasii eingeladen.
Peter Kube
