Kennzeichen DH: weiche Schnauze und Spieltrieb
Dienstag, 20. März 2001, 13:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Wie der stellvertretende Leiter der Diensthundestaffel der Nordhäuser Polizeidirektion, Polizeiobermeister Jens Scheunemann (nnz-Foto), erklärte, muß sich das Tier im Ernstfall auch verteidigen können. Es darf keine Angst vor seiner Umwelt haben und sich von Schüssen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Erst dann wird mit dem möglichen Verkäufer über den Preis gesprochen, der maximal 2.500 Mark pro Tier betragen darf. Außerdem kommt der Hund nur in Frage, wenn er das erforderliche Eintrittsalter hat, und das liegt zwischen 18 Monaten und vier Jahren. Eine bestimmte Rasse wird nicht präferiert, es können sowohl Schäferhunde als auch Riesenschnauzer, Boxer oder Dobermänner in Dienst genommen werden. Eine eigene Hundezucht betreibt die Polizei nicht, die "Ausschußrate" wäre zu hoch. Ist der Hund erst einmal dabei, bekommt er seinen eigenen Diensthundeführer, der das Tier jeden Tag mit nach Hause nimmt, füttert und trainiert. Mancher Gefährte bekommt dort auch im Rentenalter sein Gnadenbrot. Und das ist mit acht bis neun Jahren der Fall. Eine Gruppe unter den 16 Hunden bilden die Rauschgiftsuchhunde. Sie finden die Drogen mit fünfzigprozentiger Sicherheit. Um sie fit für den Einsatz zu machen, wird ihr Spielzeug mit Rauschgift benetzt, so daß die Tiere den Geruch mit einem positiven Eindruck in Verbindung bringen. Fünf verschiedene Rauschgiftgerüche lernt der Hund kennen. Und da nützt es nichts, wenn der Stoff in eine Tupperdose oder Folietüte gesteckt wird. Der Hund findet ihn mit großer Wahrscheinlichkeit. Man habe auch schon probiert, die Hunde anstatt mit Spielzeug mit Futter zu belohnen, ergänzte Polizeiobermeister Torsten Scholz. Aber da würde das Tier zu schnell müde.
Neben den Rauschgiftsuchhunden werden auch Leichensuchhunde eingesetzt. Das war hier zum Beispiel im letzten Jahr der Fall, als ein 15jähriger Junge in den Bielener Kiesteichen verschwunden war. Daneben gibt es die Sprengstoffsuchhunde. Sie müssen den Stoff zwar finden, dürfen ihn aber wegen der Explosionsgefahr nicht berühren. Hinzu kommen Fährten- und Polizeischutzhunde. Die Polizeischutzhunde sollen mit Beamten verstärkt in Gebieten mit sozialen Spannungen Streife gehen, wie Polizeioberrat Günther Lierhammer ankündigte. Bisher praktiziere man das schon in Bad Langensalza und Nordhausen.
