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Preis für Multi-Kulti-Garten

Donnerstag, 15. November 2012, 16:53 Uhr
Der Verein Schrankenlos hat für sein Projekt „Internationaler Garten“ in der Gemeinschaftsunterkunft den Thüringer Integrationspreis erhalten. Die Thüringer Ausländerbeauftragte Petra Heß und Landrätin Birgit Keller überreichten gestern Abend den Preis in der Thüringer Staatskanzlei...


Birgit Keller lobte in ihrer Laudatio das Engagement des Vereins Schrankenlos, der die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber im Auftrag des Landkreises betreibt und sozialarbeiterisch betreut. „Nicht nur die Jury, auch mich begeistert dieses Projekt. Unterstreicht es doch, wie sich mit viel Fleiß, Einsatz und Mühe aus einem verrümpelten Stückchen Land ein fruchtbarer Garten entwickeln kann“, sagte die Landrätin. „Ich möchte an dieser Stelle ganz persönlich dem Unterkunftsleiter Ernst Scholze, seinem Mitarbeiter Gerrit Bourbeck und allen Mitglieder von Schrankenlos, die sich in der Gemeinschaftsunterkunft engagieren, für ihren unermüdlichen Einsatz danken. Ohne Sie wäre die Gemeinschaftsunterkunft nicht das, was wir hier heute erreicht haben!“
Seit 2010 ist die Gemeinschaftsunterkunft in einem Wohnblock in Nordhausen untergebracht. Dort leben die Asylbewerber gemeinsam mit Einheimischen unter einem Dach. Der Verein Schrankenlos hat damals gemeinsam mit dem Landratsamt ein integratives Konzept für die neue Unterkunft erarbeitet. Zurzeit leben rund 80 Asylsuchende in der Gemeinschaftsunterkunft – in erster Linie allein stehende Männer, da die Familien und Frauen verstreut in Wohnungen leben.

Um den Bewohnern eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit anzubieten, entstand die Idee, an der Gemeinschaftsunterkunft einen „Internationalen Garten“ einzurichten – ein Projekt, das im Schrankenlos Tradition hat. Denn bereits in der früheren Gemeinschaftsunterkunft in Ellrich gab es einen solchen Garten, ebenso am Nordhäuser Frauenberg. Mit viel Engagement vom Leiter der Gemeinschaftsunterkunft Ernst Scholze und seinem Mitarbeiter gelang es, bürokratische Hindernisse zu überwinden und das Grundstück im Herbst 2011 zu pachten. Seitdem bearbeiten sie es gemeinsam mit den Bewohnern, die beispielsweise aus Somalia, Irak oder Afghanistan stammen.

Zurzeit ruht der Garten in der Winterpause, aber im kommenden Frühjahr wollen die Bewohner wieder zu Spaten, Harke und Gießkanne greifen. Das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro für diesen zweiten Platz des Integrationspreises wird dem „Internationalen Garten“ zugute kommen. „Wir werden jetzt gemeinsam beraten, wofür wir die Mittel verwenden“, sagte Peter Kube, Vorsitzender des Vereins Schrankenlos.

1991 begann die Initiative Schrankenlos im Landkreis Nordhausen aktiv zu werden, 1995 folgte die Vereinsgründung. Seitdem engagiert sich der Verein auf vielfältigste Weise beispielsweise um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und betreibt den Weltladen mit fair gehandelten Produkten. „Mit vielen weiteren Akteuren hat sich der Verein Schrankenlos auch maßgeblich in den Integrationsplan für unseren Landkreis eingebracht und Ideen beschrieben, wie sich in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen die Integration stärken lässt“, so Birgit Keller in ihrer Laudatio.

„Es sind Projekte wie der ‚Internationale Garten’, die diese Ziele mit Leben erfüllen. Deshalb danke ich Ihnen für Ihr Engagement! Dann Integration kann die Politik nicht verordnen. Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich Tag für Tag dafür einsetzen, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns wohl fühlen, die Einheimischen ihnen offen begegnen und wir gegenseitig unser Leben durch kulturellen Austausch bereichern.“
Autor: nnz

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