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Verwunschene Landschaften

Mittwoch, 14. November 2012, 07:27 Uhr
Bis zum 26. Januar 2013 werden in der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ in der aktuellen Ausstellung im „Salong Musenbundt“, in der „Bibliothek der Dichterinnen und Dichter“ und im „Blauen Flur“ eindrucksvolle Foto-Bilder von Rolf Richter aus Neustadt gezeigt...

Verwandlung (Foto: Richter) Verwandlung (Foto: Richter)

Richter ist bekannt als ausgezeichneter Naturkenner und Fotograf. Er zeigt Naturaufnahmen, die er in ihrer Farbigkeit und Struktur digital „verwandelt“ hat. Die Fotografien entstanden in Florida. Richter, befragt nach seiner Ausstellung, äußert: „Die Bilder 'Floridianische Impressionen' sind entstanden aus der Freude am Experimentieren mit den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. Früher, in der eigenen Dunkelkammer, war der Weg vom Foto zum grafischen 'Kunstprodukt' ein mühsamer und langwieriger, mit vielen vergeblichen Versuchen und mancherlei Fehlschlägen. Die Arbeit mit Äquidensitenfilm, Farbmischkopf und allerlei Filtereinschüben war nicht nur zeitraubend, sondern auch kostspielig.

Dagegen präsentiert heute der Computer in Sekundenschnelle eine Fülle von reizvollen Ergebnissen, freilich abhängig von der verwendeten Software. Jetzt aber sind unser Geschmack und Stilgefühl gefragt, um nicht auf jedes kitschiges Angebot unseres digitalen Helfers hereinzufallen.

Das Ausgangsmaterial der hier gezeigten Verfremdungen sind Naturfotos aus den Everglades und ihrer Umgebung – digitalisierte Dias und originale Digitalaufnahmen - aus den Jahren von 1999 bis 2010. Ich habe sie zum Vergleich im Kleinformat in einigen Rahmen beigestellt. Die Schritte auf dem Wege der Verwandlung sind manchmal einfach, manchmal aber auch sehr kompliziert, basierend auf vielerlei Filterkombinationen. Es lassen sich reizvolle Farbeffekte in flächigen oder ebenso in fein strukturierten Formen und Linien erzielen. Weiter dienen Helligkeits- und Kontraststeuerung als Verstärker und Mittel der Charakterisierung des jeweiligen Objekts. Im besten Fall führt uns das Ergebnis in eine verwunschene Landschaft.“

Die nächste Möglichkeit, die Ausstellung in Limlingerode zu besichtigen, besteht am Samstag, dem 24. November, ab 14.30 Uhr. An dem Tag wird der Dichter Ludwig Uhland mit seinen Gedichten, Balladen und seiner Prosa vorgestellt, denn am 13. November 1862, also vor 150 Jahren, starb der in Tübingen 1787 geborene Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker in seiner Heimatstadt. Zahlreiche seiner Verse sind zu geflügelten Worten geworden ohne das bewußt ist, dass Uhland der „Erfinder“ war. Die „Dichterstätte“ bietet also so manche Überraschung!
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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