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nnz-Forum: Wer sind die Schmarotzer?

Donnerstag, 01. November 2012, 18:50 Uhr
Wo soll das alles noch hinführen, Hartz-IV-Empfänger werden teilweise als Schmarotzer bezeichnet und das ausgerechnet von Personen, von denen ein nnz-Leser meint, dass sie doch im Glashaus sitzen...


Da gibt es bei der „SPD“ eine Person, die bekommt laut Medienberichten 1,25 Millionen Euro für 89 Vorträge. Zwei hat er dem Bundestag nicht gemeldet. Er hat es schlichtweg vergessen, zu hoher Stress nehme ich einmal an. Nur zur Information, jeder Hartz-IV-Empfänger, der vergisst dem Amt etwas mitzuteilen, wird mit einer Geldbuße bestraft, oder gleich vor Gericht gezerrt. Diese kleinen Feinheiten sollte man doch schon einmal aufzeigen. Wie viele Leben muss eine Frisörin haben, um soviel Geld zu verdienen?

Stellen wir einmal folgende Überlegung an. Es geht um 89 Vorträge, nehmen wir an, so ein Vortrag dauert zwei Stunden, so heißt das, der Politiker hat für 178 Stunden 1,25 Millionen Euro bekommen. Was das für ein Stundenlohn ist, kann sich jeder selber errechnen. Hier muss doch die Frage erlaubt sein, ob das noch gerecht ist, oder hat das schon etwas mit Schmarotzertum zu tun? Auch wenn sich so ein Vortrag über 3 oder 4 Stunden hinzieht, hat das nichts mit reeller Bezahlung zu tun. Das sind Gelder die man letztendlich irgendwelchen Kunden aufdrückt, oder sehe ich das falsch?

Das Schlimme an dieser Angelegenheit ist die Tatsache, dass sich solche Personen keiner Schuld bewusst sind. Sie mögen juristisch Recht haben, aber moralisch leben sie in einem Sumpf, oder? Aber es sind nicht nur Politiker, die das gemeine Volk schröpfen, nein, auch die Wirtschaftsbosse und die sogenannten Großaktionäre. Schauen wir uns nur einmal die großen Energiekonzerne an. Wie sie die Bevölkerung abzocken, dass übertrifft alles. Sie haben die Stromnetze Jahrzehnte auf Verschleiß und Gewinn gefahren. Heute nehmen sie den Atomausstieg als Grund und lassen sich von den Privatkunden den Netzausbau bezahlen. Die großen Konzerne werden verschont, im Gegensatz dazu muss jeder private Haushalt einen Cent pro Kilowattstunde an die Konzerne zahlen.

Die Energieriesen nehmen den Atomausstieg zum Anlass uns weiß zu machen, dass der Ausstieg es nötig macht das Netz auszubauen. Soll das heißen wenn wir den Ausstieg nicht vornehmen würden, wäre ein Netzausbau nicht nötig? Man muss sich fragen, für wie dumm die Wirtschaftsbosse die Bevölkerung halten oder glauben Sie an die Phrasen die sie in die Welt setzen, nur um ihren Gewinn nicht zu schmälern? Ich frage mich, wie krank müssen Hirne sein, die sich so etwas ausdenken? Wenn ich dann den Begriff "Soziale Marktwirtschaft" schon höre, es handelt sich hier doch nur um eine "Aktionärswirtschaft". Die Großaktionäre bestimmen den Preis und damit ihren Gewinn und spielt der Konzern nicht mit, wird der Vorstand gefeuert, so weit wie nötig.

Man sollte sich einmal die Begründungen, die die Energieriesen anführen, um die Preise zu erhöhen genau ansehen. Jeder vernünftig denkender Mensch wird sehr schnell sehen, dass es hier nur um den Profit der Aktionäre geht. Die Konzerne können einfach nicht zulassen, das ihr Gewinn geschmälert wird, im Gegenteil er muss jedes Jahr steigen.

Sollte es den Kunden einfallen bei der Energieabnahme zu sparen, dann werden kurzerhand die Preise mit allen Mitteln erhöht und die so genannte Regierung spielt dabei auch noch mit. Sie verdient ja kräftig mit, was das Beispiel des o.g. Politikers ja nur allzu deutlich zeigt, genau wie bei den Benzinpreisen. Herr Schäuble lobt sich selber für seine angeblich gute Arbeit bei den Steuereinnahmen. Sollte es nicht lieber heißen Steuerabzocke? Aber was will man von einem Mann verlangen, der Spendengelder in seinem Schreibtisch vergisst? Von Frau Merkel, die ja schon als Umweltministerin versagt hat, kann man auch nichts erwarten, oder?

Viele Nordhäuser Politiker spielen das Spiel mit. Nehmen wir nur die geplante Biogasanlage. Hier wird dem Bürger vorgegaukelt wie wirtschaftlich und effizient die Anlage arbeiten wird. Durch den Bau dieser Anlage könnten wir uns das Bad und die Straßenbahn erhalten. Man verschweigt aber dass das Fahren mit der Straßenbahn schon wieder teurer wird. Bei der Straßenbahn handelt es sich um ein Prestigeobjekt, es muss mit allen Mittel gehalten werden und dafür müssen die Bürger eben zahlen- ob es Sinn macht oder nicht. Ich glaube nicht, das Nordhausen untergeht, wenn die Straßenbahn nicht mehr fährt.

Mit der Biogasanlage ist es ähnlich, die Politiker wollen damit die Stadtkasse sanieren und dafür nehmen sie auch in kauf dass Nahrungsmittel im großem Stil verbraten werden. Verschwiegen wird dabei dass die Lebensmittelpreise enorm ansteigen. Man kommt hier mit der (alternativlosen) Aussage: „Nordhausen kann die Welt vor den Klimawandel nicht retten.“

Ich habe das Gefühl, dass einige Politiker es in Kauf nehmen, Nahrungsmittel zu vernichten nur um Ihr "Prestigeprojekt Straßenbahn" zu behalten.

So eine Aussage zeigt sehr deutlich, wie engstirnig viele unsere Politiker eigentlich sind. Ihr globales Denken richtet sich nach dem Gewinn und nicht nach moralischen Werten und der Verantwortung unseren Kindern gegenüber. Ich bin auf keinen Fall gegen erneuerbare Energie, aber es dürfen keine Nahrungsmittel verheizt werden, nur um den Gewinn einzelner zu erhöhen.

"Gott mag den durchlauchtigsten und gesalbten Schafsköpfen gnädig sein, auf der Erde werden sie hoffentlich keine Gnade mehr finden." (Zitat: Georg Büchner)
Harald Buntfuß
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Autor: nnz

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