Hausapotheke winterfest machen
Mittwoch, 31. Oktober 2012, 09:39 Uhr
Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Stimme ist rau: da ist wohl eine Erkältung im Anmarsch. In der Regel lassen sich solche Infekte der oberen Luftwege auch ohne Arztbesuch gut zuhause kurieren – sofern die Hausapotheke entsprechend ausgestattet ist...
Zur Linderung der lästigen Symptome kann man auf eine ganze Reihe rezeptfrei erhältlicher Arzneimittel zurückgreifen. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker wissen, was die Hausapotheke unbedingt enthalten sollte, damit man gut durch die kalte Jahreszeit kommt.
"Wer gleich beim ersten Niesen und Kratzen zu den richtigen Präparaten greift, kann den grippalen Infekt durchaus noch abwehren", weiß Apothekerin Eleonore Liebetrau, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis): Desinfizierende Lösungen zum Gurgeln bekämpfen die Viren an Ort und Stelle, Lutschtabletten mit Salbei, Emser Salz oder Isländisch Moos besänftigen den gereizten Hals und schützen die Schleimhäute.
"Das Immunsystem freut sich über eine Extraportion Zink: im Anfangsstadium zugeführt, verkürzt es erwiesenermaßen die Krankheitsdauer und mindert die Beschwerden. Zu Anwendungsdauer und Dosierung lässt man sich am besten in der Apotheke beraten, denn auf die richtige Dosierung kommt es an: wer Zink zu hoch dosiert, schwächt sein Immunsystem, statt es zu stärken", rät die Apothekerin. Positiv wirken sich Studien zufolge bei frühzeitiger Einnahme auch Extrakte aus Sonnenhut (Echinacea purpurea) aus – entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke.
Wird das Halsweh trotz allem stärker, lindern Präparate mit Primelwurzelextrakt oder lokal betäubenden Substanzen wie Benzocain den Schmerz. Hat sich der Schnupfen schon so richtig festgesetzt, helfen abschwellende Nasentropfen oder -sprays. "Weil sie bei Dauergebrauch die Nasenschleimhäute schädigen können und zudem Gewöhnungsgefahr besteht, darf man sie maximal eine Woche lang anwenden", warnt Liebetrau und: "Benutzte Packungen sollte man – wie auch bei Augentropfen – nach Behandlungsende immer entsorgen: in ihnen siedeln sich schnell Bakterien an, die den Anwender später erneut infizieren können." Aus hygienischen Gründen benötigt jedes Familienmitglied sein eigenes Präparat, Kinder dürfen nur mit speziellen, altersgerecht dosierten Präparaten behandelt werden.
Husten als Versuch des Körpers, die lästigen Erreger loszuwerden, tritt meist erst später auf und hält sich oft hartnäckig. Trockenen Reizhusten bekämpfen Präparate mit Eibisch oder Spitzwegerich. Das Abhusten unterstützen chemische oder pflanzliche Schleimlöser, z.B. Tee, Saft oder Tropfen mit Extrakten aus Efeu, Thymian oder Süßholz. Produkte mit Myrtol oder Cineol eignen sich nur für Erwachsene. Zurückhaltung empfiehlt Liebetrau bei Hustenreizstillern: Man sollte sie nur nach Rücksprache mit dem Apotheker einsetzen und keinesfalls zeitgleich mit Schleimlösern einnehmen.
Fieber über 39°C kann Hinweis auf eine echte Grippe sein, dann sollte man den Arzt aufsuchen. Zum Messen sollte man ein geeignetes Thermometer griffbereit haben. Zum Fiebersenken eignen sich die zusätzlich schmerzlindernden Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen, der Schmerzstiller Acetylsalicylsäure darf bei Kindern unter 14 Jahren nicht angewandt werden. Wohltuend bei allen Symptomen sind Inhalationen oder Dampfbäder mit Kamille, Salbei oder Thymian. Bei kleinen Kindern ist allerdings ein Balsam zum Einreiben die bessere Wahl – sie können sich beim Inhalieren verbrühen.
Achtung: "Weil ätherische Öle wie Eukalyptus oder Pfefferminz bei Säuglingen und Kindern einen Atemstillstand auslösen können, eignen sie sich gernerell nicht für sie", warnt Liebetrau. Es gibt von vielen Präparaten spezielle altersgerechte Zubereitungen. Wie alle Mittel der Selbstmedikation müssen auch diese immer altersgemäß dosiert werden, sonst drohen Schäden. "Wer Kinder hat, legt am besten eine extra Kinder-Hausapotheke an, so greift man nicht versehentlich zum falschen Präparat und ist auf alle kleinen Notfälle im Kinderleben vorbereitet", so Liebetrau. Bei der Zusammenstellung sind die Apotheker gerne behilflich.
Dass Medikamente aufgrund der Vergiftungsgefahr bei unsachgemäßer Einnahme unbedingt kindersicher gelagert werden müssen, versteht sich von selbst. Ein abschließbarer Medizinschrank (in der Apotheke erhältlich) sorgt zudem für Ordnung und Übersichtlichkeit im heimischen Arzneimittelfundus. "Um Verwechslungen auszuschließen und wichtige Informationen schnell zur Hand zu haben, sollte man alle Präparate immer in der Originalverpackung und mit Beipackzettel aufbewahren", rät Liebetrau.
"Gelagert wird die Hausapotheke an einem kühlen, dunklen und trockenen Platz. Das Bad ist kein geeigneter Ort. Und nicht zuletzt sollte man mindestens einmal im Jahr gründlich ausmisten", so die Empfehlung der Apotheker. Verdorbene Präparate und alle, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, gehören in den Müll, ebenso Flüssigkeiten und angebrochene Salben-, Creme- oder Gel-Packungen, die älter als ein halbes Jahr sind. Um alles, was nicht im Hausmüll entsorgt werden kann, kümmert man sich in der Apotheke, dort weiß man auch, was in welchem Müll landen sollte.
Autor: nnzZur Linderung der lästigen Symptome kann man auf eine ganze Reihe rezeptfrei erhältlicher Arzneimittel zurückgreifen. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker wissen, was die Hausapotheke unbedingt enthalten sollte, damit man gut durch die kalte Jahreszeit kommt.
"Wer gleich beim ersten Niesen und Kratzen zu den richtigen Präparaten greift, kann den grippalen Infekt durchaus noch abwehren", weiß Apothekerin Eleonore Liebetrau, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis): Desinfizierende Lösungen zum Gurgeln bekämpfen die Viren an Ort und Stelle, Lutschtabletten mit Salbei, Emser Salz oder Isländisch Moos besänftigen den gereizten Hals und schützen die Schleimhäute.
"Das Immunsystem freut sich über eine Extraportion Zink: im Anfangsstadium zugeführt, verkürzt es erwiesenermaßen die Krankheitsdauer und mindert die Beschwerden. Zu Anwendungsdauer und Dosierung lässt man sich am besten in der Apotheke beraten, denn auf die richtige Dosierung kommt es an: wer Zink zu hoch dosiert, schwächt sein Immunsystem, statt es zu stärken", rät die Apothekerin. Positiv wirken sich Studien zufolge bei frühzeitiger Einnahme auch Extrakte aus Sonnenhut (Echinacea purpurea) aus – entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke.
Wird das Halsweh trotz allem stärker, lindern Präparate mit Primelwurzelextrakt oder lokal betäubenden Substanzen wie Benzocain den Schmerz. Hat sich der Schnupfen schon so richtig festgesetzt, helfen abschwellende Nasentropfen oder -sprays. "Weil sie bei Dauergebrauch die Nasenschleimhäute schädigen können und zudem Gewöhnungsgefahr besteht, darf man sie maximal eine Woche lang anwenden", warnt Liebetrau und: "Benutzte Packungen sollte man – wie auch bei Augentropfen – nach Behandlungsende immer entsorgen: in ihnen siedeln sich schnell Bakterien an, die den Anwender später erneut infizieren können." Aus hygienischen Gründen benötigt jedes Familienmitglied sein eigenes Präparat, Kinder dürfen nur mit speziellen, altersgerecht dosierten Präparaten behandelt werden.
Husten als Versuch des Körpers, die lästigen Erreger loszuwerden, tritt meist erst später auf und hält sich oft hartnäckig. Trockenen Reizhusten bekämpfen Präparate mit Eibisch oder Spitzwegerich. Das Abhusten unterstützen chemische oder pflanzliche Schleimlöser, z.B. Tee, Saft oder Tropfen mit Extrakten aus Efeu, Thymian oder Süßholz. Produkte mit Myrtol oder Cineol eignen sich nur für Erwachsene. Zurückhaltung empfiehlt Liebetrau bei Hustenreizstillern: Man sollte sie nur nach Rücksprache mit dem Apotheker einsetzen und keinesfalls zeitgleich mit Schleimlösern einnehmen.
Fieber über 39°C kann Hinweis auf eine echte Grippe sein, dann sollte man den Arzt aufsuchen. Zum Messen sollte man ein geeignetes Thermometer griffbereit haben. Zum Fiebersenken eignen sich die zusätzlich schmerzlindernden Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen, der Schmerzstiller Acetylsalicylsäure darf bei Kindern unter 14 Jahren nicht angewandt werden. Wohltuend bei allen Symptomen sind Inhalationen oder Dampfbäder mit Kamille, Salbei oder Thymian. Bei kleinen Kindern ist allerdings ein Balsam zum Einreiben die bessere Wahl – sie können sich beim Inhalieren verbrühen.
Achtung: "Weil ätherische Öle wie Eukalyptus oder Pfefferminz bei Säuglingen und Kindern einen Atemstillstand auslösen können, eignen sie sich gernerell nicht für sie", warnt Liebetrau. Es gibt von vielen Präparaten spezielle altersgerechte Zubereitungen. Wie alle Mittel der Selbstmedikation müssen auch diese immer altersgemäß dosiert werden, sonst drohen Schäden. "Wer Kinder hat, legt am besten eine extra Kinder-Hausapotheke an, so greift man nicht versehentlich zum falschen Präparat und ist auf alle kleinen Notfälle im Kinderleben vorbereitet", so Liebetrau. Bei der Zusammenstellung sind die Apotheker gerne behilflich.
Dass Medikamente aufgrund der Vergiftungsgefahr bei unsachgemäßer Einnahme unbedingt kindersicher gelagert werden müssen, versteht sich von selbst. Ein abschließbarer Medizinschrank (in der Apotheke erhältlich) sorgt zudem für Ordnung und Übersichtlichkeit im heimischen Arzneimittelfundus. "Um Verwechslungen auszuschließen und wichtige Informationen schnell zur Hand zu haben, sollte man alle Präparate immer in der Originalverpackung und mit Beipackzettel aufbewahren", rät Liebetrau.
"Gelagert wird die Hausapotheke an einem kühlen, dunklen und trockenen Platz. Das Bad ist kein geeigneter Ort. Und nicht zuletzt sollte man mindestens einmal im Jahr gründlich ausmisten", so die Empfehlung der Apotheker. Verdorbene Präparate und alle, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, gehören in den Müll, ebenso Flüssigkeiten und angebrochene Salben-, Creme- oder Gel-Packungen, die älter als ein halbes Jahr sind. Um alles, was nicht im Hausmüll entsorgt werden kann, kümmert man sich in der Apotheke, dort weiß man auch, was in welchem Müll landen sollte.
