Nachdenklich und optimistisch
Dienstag, 13. Januar 2004, 18:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Traditionell zum neuen Jahr hatte die Stadt Nordhausen heute Abend ins Nordhäuser Rathaus zu einem Empfang eingeladen. Dabei trafen sich Politiker und Vertreter der Wirtschaft. Und die kamen nicht nur aus der Nordhäuser Region.
Zu dem Empfang begrüßte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) auch den Landrat des Kyffhäuserkreises, Peter Hengstermann, den Sondershäuser Bürgermeister Joachim Kreyer sowie den Generalbeauftragten der 2. Thüringer Landesausstellung in Sondershausen, Dr. Konrad Scheurmann. In ihrer Ansprache ging Barbara Rinke auf die derzeitige soziale und wirtschaftliche Situation in Deutschland ein, ging aber auch hart mit den Politikern in Berlin ins Gericht. Wir sind in der Gefahr, in einen Strudel der Freudlosigkeit hineinzugeraten. Im öffentlichen Leben prägen die Bedenkenträger, die Besserwisser, die Pessimisten und die Distanzierten die Meinung, wie man jeden Sonntagabend bei Christiansen vorgeführt bekommt. Politik und Wirtschaft sind Teil des Showbusiness geworden. Das Leben in der westlichen Welt droht zum Varietee zu verkommen, wo aus Bürgern nur noch Zuschauer werden. Diesem Sog müssen wir etwas entgegensetzen, meinte die Oberbürgermeisterin.
Das Jahr 2003 habe wie kein anderes in den letzten Jahrzehnten das Stadtgesicht von Nordhausen verändert und damit auch die Lebensgewohnheiten und Sichtweisen der Menschen. Wir - und damit meine ich alle, die an diesem Stadtumbau in irgendeiner Weise beteiligt waren, hatten ein gemeinsames Ziel – eine Vision. Im Jahre 2004 sollte sich unsere Stadt mit Hilfe des Leitprojektes Landesgartenschau liebenswerter und lebenswerter präsentieren und gut aufgestellt für die Zukunft sein. Die Bruchstücke aus altem im Krieg nicht zerstörten, zu DDR-Zeiten unter schwierigen Bedingungen wieder erbautem mit modernem zu verbinden und gleichzeitig die über tausendjährige Geschichte unserer Stadt wieder zum Leuchten zu bringen, war eine große Herausforderung, eine wunderbare Aufgabe, die wir mit Lust und Freude angegangen sind. Die Mühen der Ebene verlangten Durchsetzungsvermögen und Standhaftigkeit sowie ein gewissen zähes Dranbleiben. Ich glaube heute können wir behaupten: Es ist uns gelungen! Kritik und Selbstzweifel machen Freude und auch einem gewissen Stolz Platz. Wir haben es geschafft, resümierte die Oberbürgermeisterin.
Neben der Landesgartenschau werde dieses Jahr hoffentlich einen weiteren Höhepunkt für die Nordhäuser bereithalten. Mit dem offiziellen Start der Kurbelwellen-Produktion der Firma feuer powertrain werde Nordhausen einen entscheidenden Schritt in die Zukunft tun. Nur mit der Neuansiedlung von Unternehmen werde es möglich sein, das Profil als Industriestandort weiter zu stärken. Wie in den Jahren zuvor sind auch 2003 wieder erhebliche Summen in die Schaffung eines ordentlichen Lern-Umfeldes für Kinder geflossen: Es sind allein 2 Millionen Euro, die in einem Finanzierungsmodell mit der SWG bereitgestellt worden waren. Über Bildung dürfe nicht nur geredet werden. Die Ganztagsschulen müssen endlich kommen. Bei einem Bedarf von 4 Millionen Euro für eine Schule, wie die Käthe-Kollwitz-Schule, reichen eben 170.000 Euro vom Land Thüringen nicht aus, so Rinke.
Dann ging die Oberbürgermeisterin auf die Wirtschaft ein. Und da stehe die Forcierung des Industriegebietes beispielhaft für die Konzentration aller Kräfte auf das Gelingen weiterer Wirtschaftsansiedlungen, für die Nordhausen mit seiner zentralen Lage, dem Arbeitskräfte- und Wissenspotential als Fachhochschul-Standort gute Voraussetzungen mitbringe. Die wirtschaftliche Basis in unserer Region müsse breiter werden – das habe nicht zuletzt das vergangene Jahr gezeigt, als kurzzeitig die Gefahr bestand, mit Nordbrand oder der Nobas Betriebe zu verlieren, die zu den Stützpfeilern der Nordhäuser Wirtschaft gehören.
Die gesamte Rede von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke wird die nnz morgen innerhalb ihrer doku-Reihe ins Netz stellen.
Autor: nnzZu dem Empfang begrüßte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) auch den Landrat des Kyffhäuserkreises, Peter Hengstermann, den Sondershäuser Bürgermeister Joachim Kreyer sowie den Generalbeauftragten der 2. Thüringer Landesausstellung in Sondershausen, Dr. Konrad Scheurmann. In ihrer Ansprache ging Barbara Rinke auf die derzeitige soziale und wirtschaftliche Situation in Deutschland ein, ging aber auch hart mit den Politikern in Berlin ins Gericht. Wir sind in der Gefahr, in einen Strudel der Freudlosigkeit hineinzugeraten. Im öffentlichen Leben prägen die Bedenkenträger, die Besserwisser, die Pessimisten und die Distanzierten die Meinung, wie man jeden Sonntagabend bei Christiansen vorgeführt bekommt. Politik und Wirtschaft sind Teil des Showbusiness geworden. Das Leben in der westlichen Welt droht zum Varietee zu verkommen, wo aus Bürgern nur noch Zuschauer werden. Diesem Sog müssen wir etwas entgegensetzen, meinte die Oberbürgermeisterin.
Das Jahr 2003 habe wie kein anderes in den letzten Jahrzehnten das Stadtgesicht von Nordhausen verändert und damit auch die Lebensgewohnheiten und Sichtweisen der Menschen. Wir - und damit meine ich alle, die an diesem Stadtumbau in irgendeiner Weise beteiligt waren, hatten ein gemeinsames Ziel – eine Vision. Im Jahre 2004 sollte sich unsere Stadt mit Hilfe des Leitprojektes Landesgartenschau liebenswerter und lebenswerter präsentieren und gut aufgestellt für die Zukunft sein. Die Bruchstücke aus altem im Krieg nicht zerstörten, zu DDR-Zeiten unter schwierigen Bedingungen wieder erbautem mit modernem zu verbinden und gleichzeitig die über tausendjährige Geschichte unserer Stadt wieder zum Leuchten zu bringen, war eine große Herausforderung, eine wunderbare Aufgabe, die wir mit Lust und Freude angegangen sind. Die Mühen der Ebene verlangten Durchsetzungsvermögen und Standhaftigkeit sowie ein gewissen zähes Dranbleiben. Ich glaube heute können wir behaupten: Es ist uns gelungen! Kritik und Selbstzweifel machen Freude und auch einem gewissen Stolz Platz. Wir haben es geschafft, resümierte die Oberbürgermeisterin.
Neben der Landesgartenschau werde dieses Jahr hoffentlich einen weiteren Höhepunkt für die Nordhäuser bereithalten. Mit dem offiziellen Start der Kurbelwellen-Produktion der Firma feuer powertrain werde Nordhausen einen entscheidenden Schritt in die Zukunft tun. Nur mit der Neuansiedlung von Unternehmen werde es möglich sein, das Profil als Industriestandort weiter zu stärken. Wie in den Jahren zuvor sind auch 2003 wieder erhebliche Summen in die Schaffung eines ordentlichen Lern-Umfeldes für Kinder geflossen: Es sind allein 2 Millionen Euro, die in einem Finanzierungsmodell mit der SWG bereitgestellt worden waren. Über Bildung dürfe nicht nur geredet werden. Die Ganztagsschulen müssen endlich kommen. Bei einem Bedarf von 4 Millionen Euro für eine Schule, wie die Käthe-Kollwitz-Schule, reichen eben 170.000 Euro vom Land Thüringen nicht aus, so Rinke.
Dann ging die Oberbürgermeisterin auf die Wirtschaft ein. Und da stehe die Forcierung des Industriegebietes beispielhaft für die Konzentration aller Kräfte auf das Gelingen weiterer Wirtschaftsansiedlungen, für die Nordhausen mit seiner zentralen Lage, dem Arbeitskräfte- und Wissenspotential als Fachhochschul-Standort gute Voraussetzungen mitbringe. Die wirtschaftliche Basis in unserer Region müsse breiter werden – das habe nicht zuletzt das vergangene Jahr gezeigt, als kurzzeitig die Gefahr bestand, mit Nordbrand oder der Nobas Betriebe zu verlieren, die zu den Stützpfeilern der Nordhäuser Wirtschaft gehören.
Die gesamte Rede von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke wird die nnz morgen innerhalb ihrer doku-Reihe ins Netz stellen.
