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Vorbereitet in die Erkältungszeit

Montag, 22. Oktober 2012, 14:48 Uhr
Der Herbst ist da, die Erkältungszeit steht vor der Tür. Zwei- bis viermal leiden Erwachsene pro Jahr durchschnittlich an Infekten der oberen Luftwege, Kinder noch weit öfter. Wer sein Immunsystem rechtzeitig gegen den Ansturm der Erreger wappnet und Ansteckungsmöglichkeiten gezielt minimiert, läuft weniger Gefahr, sich einen grippalen Infekt einzufangen...


Der Begriff Erkältung ist eigentlich nicht korrekt: "Schuld an einem Infekt ist die Kälte nur indirekt, verursacht wird er durch einen von über 200 Erkältungsviren. Die sind zwar ganzjährig unterwegs, doch bei tiefen Temperaturen sind die Schleimhäute der oberen Atemwege schlechter durchblutet. Weil das die Immunabwehr verlangsamt, können Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen", erklärt Apothekerin Eleonore Liebetrau, Pressesprecherin der Region Nordhausen.

"Da vor allem die Nase reflektorisch auch auf kalte Füße reagiert, sollte man neben Kopf und Körper auch die Füße immer warmhalten und vor Durchnässen schützen", so Liebetrau weiter. Das heißt: angemessenes Schuhwerk und Kleidung, letztere am besten nach dem "Zwiebelprinzip" in mehreren Schichten. So kann man auf die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen reagieren.

Drinnen wiederum trocknen die Schleimhäute durch feuchtigkeitsarme Heizungsluft aus, auch das schwächt die Immunabwehr. Wer regelmäßig kurz, aber intensiv lüftet ("Stoßlüften"), kann hier vorbeugen. Von Luftbefeuchtern rät die Apothekerin dagegen ab: "Sie verkeimen häufig, was bei sensiblen Menschen zu allergischen Beschwerden führen kann." Da trockene Luft, Kälte und starke Temperaturschwankungen auch die Haut beanspruchen, freuen sich Gesicht und Hände über regelmäßiges Eincremen mit fetthaltigen Cremes, die man z.B. in der Apotheke erhält.

Beansprucht wird die Haut der Hände auch bei der Erkältungsprophylaxe: denn regelmäßiges Händewaschen beugt einer Ansteckung am besten vor. "Erkältungsviren werden per Tröpfcheninfektion übertragen: wenn man von Infizierten ausgehustete oder -genieste Erreger einatmet oder diese über die Hände auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen gelangen", weiß Liebetrau. Wer den Viren die kalte Schulter zeigen will, vermeidet Menschenansammlungen, schüttelt möglichst wenig fremde Hände und wäscht die eigenen 15 bis 20 Sekunden lang gründlich mit Seife oder Waschlotion, am besten nach jedem Kontakt mit anderen Menschen.

Den besten Schutz bietet aber ein starkes Immunsystem: das trainiert man z.B. durch regelmäßiges Sporttreiben, Saunagänge und Wechselduschen – solange man noch gesund ist. Wer bereits aktive Erreger "ausschwitzen" will, schwächt nur den ohnehin kranken Körper. Bewegung an der frischen Luft stimuliert zudem die Haut, Vitamin D zu bilden – ebenfalls gut für die Immunabwehr. Eine gesunde Ernährung mit fünf oder mehr Portionen Obst und Gemüse am Tag versorgt den Körper mit weiteren wichtigen Vitaminen und Spurenelementen: "Zink senkt nachweislich das Erkrankungsrisiko und verringert die Krankheitsdauer.

Wer den Bedarf nicht allein durch Fisch, Fleisch, Milchprodukte und Eier decken kann, sollte Zink von außen zuführen", empfiehlt Liebetrau. Geeignete Produkte gibt es in der Apotheke, dort berät man auch zu Einnahmedauer und Dosierung. Ebenfalls vorrätig sind dort pflanzliche Präparate, die die Immunabwehr unterstützen, etwa aus Sonnenhut. "Die positive Wirkung von derartigen Presssäften aus den oberirdischen Teilen ist gut belegt, wenn sie gleich bei den ersten Krankheitsanzeichen eingenommen werden", ergänzt die Apothekerin.

Schwach wird das Immunsystem dagegen bei Stress und Schlafmangel. Daher gilt: auf ausreichend Schlaf achten (durchschnittlich acht Stunden braucht der Mensch pro Nacht) und die Stressbelastung reduzieren, etwa durch Entspannungsverfahren wie Yoga oder Autogenes Training. "Unterstützend kann man pflanzliche Präparate aus Baldrian, Hopfen, Melisse oder Lavendel anwenden, bei leichten Depressionen hat sich Johanniskraut bewährt. Der Apotheker berät hier gern", so Liebetrau.

Und wenn die Nase schon läuft, der Hals kratzt, die Stimme rau wird und Husten die Nachtruhe raubt? Eine normale Erkältung lässt sich bei entsprechender Schonung und Bettruhe sehr gut selbst kurieren. Am besten holt man sich in der Apotheke Rat, welche rezeptfreien Arzneimittel die Symptome lindern. Meist klingen sie nach drei bis sieben Tagen wieder ab, selten kommt Fieber hinzu. Ein Arztbesuch ist nur im Ausnahmefall nötig: bei hohem Fieber oder Atemnot, starken Ohren- oder Gliederschmerzen, wenn man sich sehr müde und schlapp fühlt oder nach einer Woche noch keine Besserung eingetreten ist. Der Arzt klärt dann ab, ob eine echte Grippe, Lungen- oder Mittelohrentzündung oder eine zusätzliche bakterielle Infektion vorliegt.
Autor: nnz

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