nnz-doku: Bedrückender Rückblick
Donnerstag, 08. Januar 2004, 11:34 Uhr
Nordhausen (nnz). Das war kein sonderlich gutes Jahr, das Arbeitsmarktjahr 2003. Im Dezember ist die Quote im Arbeitsamtsbereich Nordhausen wieder angestiegen. In unserer doku-Reihe erhalten Sie neben dem Überblick über den Dezember 2003 auch einen Jahresrückblick.
Seit Jahresbeginn 2003 hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen ungünstiger entwickelt als im Jahr 2002. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Am Jahresanfang kam es in den Wintermonaten zu mehr Entlassungen als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre, und während der Frühjahrssaison standen nicht wieder zu so viele Angebote an Arbeitsplätzen zur Verfügung wie über die Wintersaison abgebaut wurden. Festzustellen ist, dass nicht nur Unternehmen des Baugewerbes und der davon abhängigen Wirtschaftsabteilungen, sondern auch Unternehmen in den anderen gewerblichen Bereichen sowie im Dienstleistungssektor die Stellenangebote verringerten. Dadurch verblieb das Niveau der Arbeitslosigkeit spürbar über dem des Vorjahres.
Nur im Jahr 1997 war die Situation auf dem Arbeitsmarkt schwieriger. Damals gab es im Jahresdurchschnitt bei doppelt so hoher Beschäftigtenzahl im zweiten Arbeitsmarkt als im Jahr 2003 in Nordthüringen mehr Arbeitslose als im abgelaufenen Jahr. Die Aufgabe der Beschäftigung schaffenden Maßnahmen im Jahr 2003 lag in der Integration besonderer Arbeitsuchender, die lange Zeit keine Chancen in der Wirtschaft erhielten. Die Entlastung des Arbeitsmarktes fiel aber insgesamt niedriger aus als noch im Jahr 2002.
Über 1.400 Arbeitslose am Monatsende mehr
Ende Dezember waren 29.813 Nordthüringer ohne Arbeit, genau 1.430 mehr als vier Wochen vorher. Besonders die Zahl der arbeitslosen Männer erhöhte sich gegenüber November um 1.421 auf 14.468. Dieser kräftige Anstieg resultiert aus Entlassungen saisonabhängiger Betriebe, in denen Männer überwiegend beschäftigt waren. Bei den Frauen verblieb die Arbeitslosigkeit auf der Höhe des Vormonats, 15.345 waren arbeitslos, 9 mehr als Ende November. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbstätigen ist um einen ganzen Prozentpunkt auf 19,4 Prozent angestiegen. Auf der Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen errechnete sich eine Arbeitslosenquote von 20,8 Prozent gegenüber 19,8 Prozent vor vier Wochen. Während diese Quote für die Frauen mit 22,5 Prozent so hoch ist wie im November, werden für die Männer 19,3 Prozent ausgewiesen und bedeutet einen Anstieg von 2,9 Prozentpunkten. Nur im ersten Quartal des Jahres 2003 lag die Männerarbeitslosigkeit über dem Dezemberwert.
Arbeitslosigkeit 2003 auf hohem Niveau
Bereits im Januar dieses Jahres wurden in Nordthüringen mehr Arbeitslose registriert als ein Jahr vorher. Bis zum Ende des ersten Quartals 2003 hat sich der Abstand kräftig erhöht, und es konnte erst Ende Mai eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber 2002 festgestellt werden. Zur Jahresmitte verursachten wieder hohe Entlassungen bei einer verhaltenen Nachfrage einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf mehr als 29.700. Wenn auch die Herbstnachfrage in Nordthüringen wieder mehr Beschäftigung in der Region brachte und mehr Frauen und Männer außerhalb der Region einen Arbeitsplatz fanden, baute sich die Arbeitslosigkeit nicht auf das Vorjahresniveau ab.
Ende Oktober wurden mit 27.865 die niedrigste Arbeitslosenzahl im Jahr 2003 verzeichnet, dennoch waren aber rund 1.800 Personen mehr arbeitslos als ein Jahr vorher. Dieser Abstand zum Vorjahr veränderte sich erst im Dezember und betrug am Jahresende 1.300. Im Jahresdurchschnitt 2003 waren rund 29.830 Personen in Nordthüringen ohne Arbeitsplatz, fast 1.220 mehr als 2002. Nur 1997 errechnete sich mit 29.988 ein höherer Durchschnittswert. Für die Männer ergibt sich eine durchschnittliche Zahl von 14.460, 773 mehr als im Jahr 2002. Auch bei den Frauen hat sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen um 445 gegenüber dem Vorjahr auf 15.371 im Jahr 2003 erhöht, nachdem vom Jahr 2001 bis 2002 hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Ende 2003 ist die Arbeitslosenzahl der Frauen damit auf gleicher Höhe wie Ende des Jahres 2001.
Die Entwicklung der Arbeitslosenzahl bewirkte, dass die Arbeitslosenquote bezogen auf die abhängigen Erwerbpersonen von 19,8 Prozent im Jahr 2002 auf 20,8 Prozent im Jahr 2003 anstieg. Für Männer ergibt sich diese Quote in Höhe von 19,2 Prozent, 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Bei den Frauen veränderte sie sich von 21,7 Prozent im Jahr 2002 auf 22,5 Prozent im abgelaufenen Jahr.
Über 4.500 Arbeitslosmeldungen
Im Dezember wurden von 4.546 Frauen und Männern Arbeitslosmeldungen entgegen genommen. 3.276 dieser Personen gingen vorher einer Beschäftigung nach, davon 260 in Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes. Das Baugewerbe setzte aus saisonalen und wirtschaftlichen Gründen 1.315 Arbeitskräfte frei, fast doppelt so viele wie im November und rund 300 mehr als im Dezember des Vorjahres. Aus dem verarbeitenden Gewerbe kamen 389 Arbeitnehmer, 87 mehr als im Vormonat und leicht mehr als vor einem Jahr. Auch in Unternehmen des Verkehrs- und Nachrichtenwesens ist die Zahl der Entlassungen gegenüber dem Vormonat angestiegen und beträgt 145. Aus dem Handel und Gastgewerbe meldeten sich 260 Personen arbeitslos, 90 weniger als im November und auch weniger als im Dezember des Vorjahres.
Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, setzten fast 190 Arbeitskräfte frei, so viele wie im Monat vorher, aber über 40 mehr als im Dezember des Vorjahres. Diese Entwicklung zeichnet sich auch im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Wirtschaftsabteilung sonstige öffentliche und persönliche Dienstleistungen sowie in öffentlichen Verwaltungen ab. Saisonal bedingt gingen 380 Arbeitnehmer aus der Land- und Forstwirtschaft in die Arbeitslosigkeit, fast 100 mehr als noch im November, aber weniger als im Vorjahr. Nach einer Ausbildung gingen erst einmal 262 Frauen und Männer in die Arbeitslosigkeit. 75 davon beendeten eine betriebliche Ausbildung, 25 ohne einen Abschluss zu erlangen. Von den 1.008 Personen, die sich aus der Nichterwerbstätigkeit wieder dem Vermittlungsgeschehen zur Verfügung stellten, kamen allein 572 aus einer Arbeitsunfähigkeit.
Mehr Abmeldungen als im Dezember des Vorjahres
Im Monatsverlauf beendeten 3.116 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 423 weniger als im November. Im Vergleich zum Dezember des Jahres 2002 konnten sich aber fast 600 Personen mehr im Arbeitsamt abmelden. In eine Beschäftigung des ersten Arbeitsmarktes mündeten 1.162 Arbeitslose ein und in Beschäftigung schaffende Maßnahmen weitere 206. Von den Arbeitsaufnahmen erfolgten rund 570 auf Vorschlag und Auswahl des Arbeitsamtes, davon erhielten 54 Frauen und Männer einen Arbeitsvertrag in einer Personal-Service-Agentur. 498 Arbeitsstellen wurden über die Medien des Arbeitsamtes oder andere Stellenveröffentlichungen durch die Arbeitslosen selbst gesucht.
In 180 Fällen stellten die Unternehmen nach Unterbrechungszeiten vorher Beschäftigte wieder ein. 83 Arbeitslose wagten den Schritt in die Selbständigkeit. In beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen begannen 102 Teilnehmer. In 1.280 Fällen erfolgten Abmeldungen in die sonstige Nichterwerbstätigkeit. Davon wurden allein 780 Meldungen wegen Arbeitsunfähigkeit entgegen genommen, und 55 Personen schieden aus dem Erwerbsleben aus.
Starke Bewegung auf dem Arbeitsmarkt im Jahr 2003
Von Januar bis Dezember 2003 meldeten sich 50.016 Frauen und Männer in den Dienststellen des Arbeitsamtes Nordhausen arbeitslos. Damit wurden rund 4.180 Meldungen mehr als im Jahr 2002 entgegen genommen. Angestiegen ist vor allem die Zahl der wegen Entlassungen erstmals erfassten Personen. Insgesamt kamen aus einer Erwerbstätigkeit 28.237 Arbeitnehmer, 4170 mehr als im Jahr vorher. Demgegenüber meldeten sich 24.981 Personen aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung ab, das waren zwar 1.510 mehr als im Jahr 2002, trotzdem konnte aber dadurch die hohe Zahl der Entlassungen aus der Wirtschaft nicht kompensiert werden.
Aus einer Ausbildung gingen im Jahresverlauf insgesamt 6.451 Teilnehmer erst einmal in die Arbeitslosigkeit, das waren 780 mehr als vor zwölf Monaten. Dieser Anstieg resultiert aus mehr Meldungen von Jugendlichen, die nach einer betrieblichen Ausbildung nicht übernommen wurden oder nach einer außerbetrieblichen Ausbildung keine Festanstellung finden konnten.
Wegen der Aufnahme einer Ausbildung konnten sich 3.251 Arbeitslose abmelden, 2.080 weniger als im Jahr 2002. Diese Entwicklung basiert vor allem auf weniger beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen für Erwachsene. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus der Nichterwerbstätigkeit ist gegenüber dem Jahr 2002 um 774 niedriger und beträgt 15.328. Die Abmeldungen in die Nichterwerbstätigkeit sind dagegen um über 3.300 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Hier wirken sich die zunehmenden Meldungen wegen Arbeitsunfähigkeit und die konsequente Anwendung der gesetzlichen Regelungen des Job-AQTIV-Gesetzes aus.
Weniger Stellenangebote aus dem ersten Arbeitsmarkt
Im Dezember wurden 760 Stellenangebote im Arbeitsamt erfasst, das waren 132 mehr als im November. Zugenommen haben aber nur die bewilligten Stellen für den zweiten Arbeitsmarkt. So konnten noch einmal 287 Arbeitsplätze, 154 mehr als im Vormonat, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für den Dezember und für den Jahresbeginn 2004 eingerichtet werden. 88 Arbeitnehmer erhielten letztmalig eine Bewilligung für Strukturanpassungsmaßnahmen, weil im Jahr 2004 diese Förderart entfällt. Von den Stellenangeboten der Wirtschaft kamen die meisten aus Betrieben des verarbeitenden und aus dem Baugewerbe sowie aus Betrieben, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen.
Insgesamt wurden im Jahr 2003 durch die Vermittlungsfachkräfte 7.435 Stellen aus der Region akquiriert. Das sind insgesamt 18 Prozent weniger als im Jahr 2002. Diese Entwicklung ist dennoch günstiger als in den anderen Arbeitsamtsbezirken Thüringens. Hier verringerten sich die von den Arbeitsämtern akquirierten Arbeitsangebote der Wirtschaft insgesamt um ein Viertel.
Aktive Förderleistungen zur Integration in den Arbeitsprozess
Am Jahresende erhielten 3.183 Frauen und Männer eine direkte Förderleistung in Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes. Damit konnten 380 Personen mehr integriert werden als im Dezember des Jahres 2002. Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit unterstützte das Arbeitsamt in 798 Fällen, das waren 395 mehr als im Vorjahresmonat. In einer abhängigen Beschäftigung wurden für 2.173 Arbeitnehmer Eingliederungszuschüsse gewährt, für 945 mehr als vor Jahresfrist.
Damit konnte der Wegfall der Förderung in Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen sowie der Beschäftigungshilfen aus dem Programm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit voll kompensiert werden. Über Mobilitätshilfen wurden die Arbeitsaufnahmen für 196 Personen unterstützt, und 1.053 Arbeitsuchende erhielten finanzielle Mittel für ihre aktiven Bewerbungen.
Im Jahr 2003 lag der Anteil der finanziellen Mittel für die Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt höher als im Vorjahr. Insgesamt konnten für 2.730 Personen Eingliederungszuschüsse bewilligt werden, für 1.290 mehr als im Jahr 2002. Gewährte das Arbeitsamt im Vorjahr noch für 1.210 Arbeitnehmer Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen und Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose, wurden mit Eingliederungszuschüssen diese Förderarten voll ersetzt. Im Jahresdurchschnitt erhielten 1.576 Arbeitnehmer Eingliederungszuschüsse während einer Beschäftigung, 432 mehr als im Vorjahr. Für 737 Existenzgründer bewilligte das Arbeitsamt 2003 Überbrückungsgeld, das waren 82 Fälle mehr als 2002. Weiterhin haben 280 Arbeitslose eine Ich-AG gegründet.
Beschäftigung schaffende Maßnahmen
In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befanden sich am Monatsende noch 1.396 Frauen und Männer, 45 weniger als vor vier Wochen, aber 730 weniger als im Vorjahr. In Strukturanpassungsmaßnahmen waren noch 932 Arbeitnehmer beschäftigt, fast 70 weniger als im November. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier die Beschäftigtenzahl um ein Drittel zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt beschäftigten Träger in Einrichtungen der Kommunen und Organisationen 1.633 Arbeitnehmer in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, im Jahr 2002 waren es noch durchschnittlich 2.022. Die Beschäftigtenzahl in Strukturanpassungsmaßnahmen ging von durchschnittlich 1.985 im Jahr 2002 auf 1.263 im Berichtsjahr zurück.
Freie Förderung
Über die Möglichkeiten der Freien Förderung erhielten Ende Dezember 118 Personen Lohnkostenzuschüsse in Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes. Im Jahresdurchschnitt wurden für 137 Arbeitnehmer, vorwiegend im Alter unter 25 Jahren, diese Zuschüsse gewährt. Über diese gesetzliche Förderung konnten auch 253 Jugendliche ihre Ausbildung realisieren. Besonders Existenzgründer profitieren von den finanziellen Leistungen gemäß § 10 SGB III. Über 1.000 Existenzgründer, 430 mehr als im Vorjahr, profitierten von den zusätzlichen Hilfen, um in der Anfangsphase optimale Bedingungen für einen dauerhaften Start in die Selbständigkeit zu erlangen.
Berufliche Weiterbildung
Im Dezember nahmen 102 Arbeitsuchende eine berufliche Qualifizierung auf. Damit befanden sich am Monatsende 1.757 Frauen und Männer in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen, 65 weniger als vor vier Wochen. Insgesamt begannen im Jahresverlauf 1.823 Personen eine vom Arbeitsamt geförderte Bildungsmaßnahme, im Jahr 2002 waren das noch 2.060 mehr. Im Jahresdurchschnitt hat sich damit die Teilnehmerzahl um 702 im Vergleich zum Vorjahr auf 2.363 verringert.
Kurzarbeit
Die Unternehmen der Region meldeten für den Dezember 549 Kurzarbeiter dem Arbeitsamt. Von diesen betroffenen Beschäftigten arbeiteten 42 weniger als die Hälfte der Arbeitszeit. Im verarbeitenden Gewerbe bestand für 378 Arbeitnehmer und im Baugewerbe für 53 Kurzarbeit. Rund 155 Kurzarbeiter befinden sich in einer Übergangsphase mit Kurzarbeit Null. Sie werden voraussichtlich nicht mehr im jetzigen Unternehmen weiter beschäftigt werden können und deshalb in die Vermittlungsaktivitäten des Arbeitsamtes einbezogen.
Im Jahresdurchschnitt mussten 710 Arbeitnehmer kurz arbeiten, das waren durchschnittlich 74 mehr als im Vorjahr. Angestiegen ist die Kurzarbeit im Baugewerbe und in den Wirtschaftsabteilungen Maschinenbau und Elektrotechnik.
Die regionale Entwicklung des Arbeitmarktes
In allen Landkreisen Nordthüringens ist die Arbeitslosenzahl zum Jahresende angestiegen. Der größte Anstieg trat im Landkreis Eichsfeld auf und der niedrigste im Landkreis Nordhausen. Im Vergleich zum Vorjahr entspannte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kyffhäuserkreis aber nicht, vielmehr erfolgte ein stetiger Anstieg der Arbeitslosenzahlen, so dass am Jahresende fast 870 betroffene Arbeitslosen mehr ausgewiesen wurden. Diese Zunahme ist mehr als zwei Drittel des gesamten Anstiegs im Arbeitsamtsbezirk.
Im Kyffhäuserkreis mit den Geschäftsstellen Artern und Sondershausen erhöhte sich die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen um einen Prozentpunkt auf 23,9 Prozent. Vor einem Jahr errechnete sich diese Quote noch in Höhe von 21,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahre stieg die Arbeitslosenzahl im Landkreis um 869 auf 11.091 an und bedeutet den absolut höchsten Anstieg in Nordthüringen. Im Vergleich zum November wurden 430 Arbeitslose mehr registriert.
Die Geschäftsstelle Artern wies am Jahresende 5.695 Arbeitslose aus. Damit gab es 82 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren aber 493 Frauen und Männer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber November um 0,4 Prozentpunkte auf 25,4 Prozent an. Zwölf Monate vorher lag diese Quote noch bei 22,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt errechnet sie sich in Höhe von 25,2 Prozent. In der Geschäftsstelle meldeten sich im Dezember 692 Frauen und Männer arbeitslos, weniger als in den letzten vier Monaten und auch weniger als im Dezember des Vorjahres. Insgesamt wurden von rund 9.920 Personen Meldungen im Jahresverlauf entgegen genommen, das waren rund 1.660 mehr als im Jahr 2002. Demgegenüber erhöhte sich die Zahl der Austritte aus der Arbeitslosigkeit um 760 und betrug im Jahr 2003 rund 9.430. Mit 261 Teilnehmern in Bildungsmaßnahmen ist diese Zahl um zwei Drittel gegenüber Dezember 2002 niedriger. Nicht so hoch fiel der Rückgang der Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt aus. Die 520 Arbeitnehmer in Beschäftigung schaffenden Maßnahmen bedeuten rund 40 Prozent weniger.
In der Geschäftsstelle Sondershausen wurden Ende Dezember 5.396 Arbeitslose betreut, 348 mehr als Ende November und 376 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent an, vor einem Jahr lag die Quote noch in Höhe von 20,6 Prozent. Rund 840 Arbeitnehmer, über 100 mehr als im November, gaben im Monat ihre Arbeitslosmeldung ab. Damit wurden im Jahresverlauf insgesamt 8.563 Meldungen entgegen genommen, rund 590 mehr als 2002. Ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten im Dezember 490 Frauen und Männer, so viele wie im Dezember des Vorjahres. Seit Januar traten 8.187 Betroffene aus der Arbeitslosigkeit aus, 4.200 wegen Aufnahme einer Beschäftigung.
Im Bezirk der Geschäftsstelle Sondershausen hat sich die Teilnehmerzahl in beruflichen Bildungsmaßnahmen am Jahresende nicht so stark vermindert wie im Bezirk der Geschäftsstelle Artern. Mit 373 Teilnehmern qualifizierten sich 264, das sind 41 Prozent, weniger als Ende 2002. Auch bei der Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt kam es nicht zu so einem hohen Rückgang wie in der Region Artern. 232 Beschäftigte in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bedeuten gegenüber Dezember 2002 einen Rückgang um 62, und 347 Beschäftigte in Strukturanpassungsmaßnahmen einen Rückgang um 149.
Im Landkreis Eichsfeld mit den Geschäftsstellen Heiligenstadt und Leinefelde stieg die Arbeitslosenzahl wie in den Vorjahren im Dezember am höchsten an. Dies resultiert aus mehr saisonal bedingten Entlassungen als in anderen Landkreisen, weil der Anteil an Beschäftigten im Eichsfeld traditionell höher liegt als in anderen Nordthüringer Regionen. Ende Dezember gab es 8.924 Arbeitslose, 653 mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 323 angestiegen. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen beträgt 15,2 Prozent und ist damit um 0,7 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Vor einem Jahr errechnete sich eine Quote von 14,6 Prozent.
In der Geschäftsstelle Heiligenstadt meldeten sich im Dezember 536 Personen arbeitslos, gleichzeitig konnten auch wieder 330 ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dadurch ist die Arbeitslosenzahl insgesamt von 2.785 Ende November auf 2.991 Ende Dezember angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,9 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent und ist um einen halben Prozentpunkt gegenüber Dezember 2002 gestiegen. In Beschäftigungen förderte das Arbeitsamt 270 Arbeitnehmer, leicht mehr als vor einem Jahr. Die Teilnehmerzahl in Bildungsmaßnahmen ging um 96 gegenüber Dezember 2002 auf 242 zurück. Im zweiten Arbeitsmarkt arbeiteten 297 Frauen und Männer, das waren 44 weniger als am Jahresende 2002.
Die Geschäftsstelle Leinefelde registrierte am Jahresende 5.933 arbeitslose Männer und Frauen, 447 mehr als Ende November. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch hier die Arbeitslosenzahl erhöht, so dass 204 Personen mehr in das Vermittlungsgeschehen einbezogen werden mussten. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um mehr als einen Prozentpunkt und errechnete sich in Höhe von 16,1 Prozent, am Jahresende 2002 noch in Höhe von 15,4 Prozent. Fast 1.180 Frauen und Männer mussten sich im Dezember arbeitslos melden. Nur im ersten Quartal gab es so hohe Eintritte in die Arbeitslosigkeit. Von den neu gemeldeten Personen hatten 866 vorher eine Beschäftigung. Hier wirken sich besonders Meldungen von Pendlern in die alten Bundesländer aus.
730 Arbeitnehmer beendeten ihre Arbeitslosigkeit, 256 wegen Beschäftigungsaufnahme. Insgesamt konnten 11.191 Personen im Jahresverlauf befristet oder auf Dauer die Arbeitslosigkeit beenden, fast 500 mehr als 2002. Dieser Anstieg resultiert zu drei Viertel aus mehr Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt. In Beschäftigungen erhielten 464 Personen über Eingliederungszuschüsse oder Hilfen zur Existenzgründung Unterstützung, 30 weniger als vor zwölf Monaten. Die Zahl der Teilnehmer in beruflichen Bildungsmaßnahmen verringerte sich gegenüber Dezember 2002 um 46 Prozent und betrug 276. Fast 330 Arbeitnehmer konnten im zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt werden, das waren fast 150 weniger als vor einem Jahr.
Autor: nnzSeit Jahresbeginn 2003 hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen ungünstiger entwickelt als im Jahr 2002. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Am Jahresanfang kam es in den Wintermonaten zu mehr Entlassungen als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre, und während der Frühjahrssaison standen nicht wieder zu so viele Angebote an Arbeitsplätzen zur Verfügung wie über die Wintersaison abgebaut wurden. Festzustellen ist, dass nicht nur Unternehmen des Baugewerbes und der davon abhängigen Wirtschaftsabteilungen, sondern auch Unternehmen in den anderen gewerblichen Bereichen sowie im Dienstleistungssektor die Stellenangebote verringerten. Dadurch verblieb das Niveau der Arbeitslosigkeit spürbar über dem des Vorjahres.
Nur im Jahr 1997 war die Situation auf dem Arbeitsmarkt schwieriger. Damals gab es im Jahresdurchschnitt bei doppelt so hoher Beschäftigtenzahl im zweiten Arbeitsmarkt als im Jahr 2003 in Nordthüringen mehr Arbeitslose als im abgelaufenen Jahr. Die Aufgabe der Beschäftigung schaffenden Maßnahmen im Jahr 2003 lag in der Integration besonderer Arbeitsuchender, die lange Zeit keine Chancen in der Wirtschaft erhielten. Die Entlastung des Arbeitsmarktes fiel aber insgesamt niedriger aus als noch im Jahr 2002.
Über 1.400 Arbeitslose am Monatsende mehr
Ende Dezember waren 29.813 Nordthüringer ohne Arbeit, genau 1.430 mehr als vier Wochen vorher. Besonders die Zahl der arbeitslosen Männer erhöhte sich gegenüber November um 1.421 auf 14.468. Dieser kräftige Anstieg resultiert aus Entlassungen saisonabhängiger Betriebe, in denen Männer überwiegend beschäftigt waren. Bei den Frauen verblieb die Arbeitslosigkeit auf der Höhe des Vormonats, 15.345 waren arbeitslos, 9 mehr als Ende November. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbstätigen ist um einen ganzen Prozentpunkt auf 19,4 Prozent angestiegen. Auf der Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen errechnete sich eine Arbeitslosenquote von 20,8 Prozent gegenüber 19,8 Prozent vor vier Wochen. Während diese Quote für die Frauen mit 22,5 Prozent so hoch ist wie im November, werden für die Männer 19,3 Prozent ausgewiesen und bedeutet einen Anstieg von 2,9 Prozentpunkten. Nur im ersten Quartal des Jahres 2003 lag die Männerarbeitslosigkeit über dem Dezemberwert.
Arbeitslosigkeit 2003 auf hohem Niveau
Bereits im Januar dieses Jahres wurden in Nordthüringen mehr Arbeitslose registriert als ein Jahr vorher. Bis zum Ende des ersten Quartals 2003 hat sich der Abstand kräftig erhöht, und es konnte erst Ende Mai eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber 2002 festgestellt werden. Zur Jahresmitte verursachten wieder hohe Entlassungen bei einer verhaltenen Nachfrage einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf mehr als 29.700. Wenn auch die Herbstnachfrage in Nordthüringen wieder mehr Beschäftigung in der Region brachte und mehr Frauen und Männer außerhalb der Region einen Arbeitsplatz fanden, baute sich die Arbeitslosigkeit nicht auf das Vorjahresniveau ab.
Ende Oktober wurden mit 27.865 die niedrigste Arbeitslosenzahl im Jahr 2003 verzeichnet, dennoch waren aber rund 1.800 Personen mehr arbeitslos als ein Jahr vorher. Dieser Abstand zum Vorjahr veränderte sich erst im Dezember und betrug am Jahresende 1.300. Im Jahresdurchschnitt 2003 waren rund 29.830 Personen in Nordthüringen ohne Arbeitsplatz, fast 1.220 mehr als 2002. Nur 1997 errechnete sich mit 29.988 ein höherer Durchschnittswert. Für die Männer ergibt sich eine durchschnittliche Zahl von 14.460, 773 mehr als im Jahr 2002. Auch bei den Frauen hat sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen um 445 gegenüber dem Vorjahr auf 15.371 im Jahr 2003 erhöht, nachdem vom Jahr 2001 bis 2002 hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Ende 2003 ist die Arbeitslosenzahl der Frauen damit auf gleicher Höhe wie Ende des Jahres 2001.
Die Entwicklung der Arbeitslosenzahl bewirkte, dass die Arbeitslosenquote bezogen auf die abhängigen Erwerbpersonen von 19,8 Prozent im Jahr 2002 auf 20,8 Prozent im Jahr 2003 anstieg. Für Männer ergibt sich diese Quote in Höhe von 19,2 Prozent, 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Bei den Frauen veränderte sie sich von 21,7 Prozent im Jahr 2002 auf 22,5 Prozent im abgelaufenen Jahr.
Über 4.500 Arbeitslosmeldungen
Im Dezember wurden von 4.546 Frauen und Männern Arbeitslosmeldungen entgegen genommen. 3.276 dieser Personen gingen vorher einer Beschäftigung nach, davon 260 in Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes. Das Baugewerbe setzte aus saisonalen und wirtschaftlichen Gründen 1.315 Arbeitskräfte frei, fast doppelt so viele wie im November und rund 300 mehr als im Dezember des Vorjahres. Aus dem verarbeitenden Gewerbe kamen 389 Arbeitnehmer, 87 mehr als im Vormonat und leicht mehr als vor einem Jahr. Auch in Unternehmen des Verkehrs- und Nachrichtenwesens ist die Zahl der Entlassungen gegenüber dem Vormonat angestiegen und beträgt 145. Aus dem Handel und Gastgewerbe meldeten sich 260 Personen arbeitslos, 90 weniger als im November und auch weniger als im Dezember des Vorjahres.
Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, setzten fast 190 Arbeitskräfte frei, so viele wie im Monat vorher, aber über 40 mehr als im Dezember des Vorjahres. Diese Entwicklung zeichnet sich auch im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Wirtschaftsabteilung sonstige öffentliche und persönliche Dienstleistungen sowie in öffentlichen Verwaltungen ab. Saisonal bedingt gingen 380 Arbeitnehmer aus der Land- und Forstwirtschaft in die Arbeitslosigkeit, fast 100 mehr als noch im November, aber weniger als im Vorjahr. Nach einer Ausbildung gingen erst einmal 262 Frauen und Männer in die Arbeitslosigkeit. 75 davon beendeten eine betriebliche Ausbildung, 25 ohne einen Abschluss zu erlangen. Von den 1.008 Personen, die sich aus der Nichterwerbstätigkeit wieder dem Vermittlungsgeschehen zur Verfügung stellten, kamen allein 572 aus einer Arbeitsunfähigkeit.
Mehr Abmeldungen als im Dezember des Vorjahres
Im Monatsverlauf beendeten 3.116 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 423 weniger als im November. Im Vergleich zum Dezember des Jahres 2002 konnten sich aber fast 600 Personen mehr im Arbeitsamt abmelden. In eine Beschäftigung des ersten Arbeitsmarktes mündeten 1.162 Arbeitslose ein und in Beschäftigung schaffende Maßnahmen weitere 206. Von den Arbeitsaufnahmen erfolgten rund 570 auf Vorschlag und Auswahl des Arbeitsamtes, davon erhielten 54 Frauen und Männer einen Arbeitsvertrag in einer Personal-Service-Agentur. 498 Arbeitsstellen wurden über die Medien des Arbeitsamtes oder andere Stellenveröffentlichungen durch die Arbeitslosen selbst gesucht.
In 180 Fällen stellten die Unternehmen nach Unterbrechungszeiten vorher Beschäftigte wieder ein. 83 Arbeitslose wagten den Schritt in die Selbständigkeit. In beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen begannen 102 Teilnehmer. In 1.280 Fällen erfolgten Abmeldungen in die sonstige Nichterwerbstätigkeit. Davon wurden allein 780 Meldungen wegen Arbeitsunfähigkeit entgegen genommen, und 55 Personen schieden aus dem Erwerbsleben aus.
Starke Bewegung auf dem Arbeitsmarkt im Jahr 2003
Von Januar bis Dezember 2003 meldeten sich 50.016 Frauen und Männer in den Dienststellen des Arbeitsamtes Nordhausen arbeitslos. Damit wurden rund 4.180 Meldungen mehr als im Jahr 2002 entgegen genommen. Angestiegen ist vor allem die Zahl der wegen Entlassungen erstmals erfassten Personen. Insgesamt kamen aus einer Erwerbstätigkeit 28.237 Arbeitnehmer, 4170 mehr als im Jahr vorher. Demgegenüber meldeten sich 24.981 Personen aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung ab, das waren zwar 1.510 mehr als im Jahr 2002, trotzdem konnte aber dadurch die hohe Zahl der Entlassungen aus der Wirtschaft nicht kompensiert werden.
Aus einer Ausbildung gingen im Jahresverlauf insgesamt 6.451 Teilnehmer erst einmal in die Arbeitslosigkeit, das waren 780 mehr als vor zwölf Monaten. Dieser Anstieg resultiert aus mehr Meldungen von Jugendlichen, die nach einer betrieblichen Ausbildung nicht übernommen wurden oder nach einer außerbetrieblichen Ausbildung keine Festanstellung finden konnten.
Wegen der Aufnahme einer Ausbildung konnten sich 3.251 Arbeitslose abmelden, 2.080 weniger als im Jahr 2002. Diese Entwicklung basiert vor allem auf weniger beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen für Erwachsene. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus der Nichterwerbstätigkeit ist gegenüber dem Jahr 2002 um 774 niedriger und beträgt 15.328. Die Abmeldungen in die Nichterwerbstätigkeit sind dagegen um über 3.300 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Hier wirken sich die zunehmenden Meldungen wegen Arbeitsunfähigkeit und die konsequente Anwendung der gesetzlichen Regelungen des Job-AQTIV-Gesetzes aus.
Weniger Stellenangebote aus dem ersten Arbeitsmarkt
Im Dezember wurden 760 Stellenangebote im Arbeitsamt erfasst, das waren 132 mehr als im November. Zugenommen haben aber nur die bewilligten Stellen für den zweiten Arbeitsmarkt. So konnten noch einmal 287 Arbeitsplätze, 154 mehr als im Vormonat, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für den Dezember und für den Jahresbeginn 2004 eingerichtet werden. 88 Arbeitnehmer erhielten letztmalig eine Bewilligung für Strukturanpassungsmaßnahmen, weil im Jahr 2004 diese Förderart entfällt. Von den Stellenangeboten der Wirtschaft kamen die meisten aus Betrieben des verarbeitenden und aus dem Baugewerbe sowie aus Betrieben, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen.
Insgesamt wurden im Jahr 2003 durch die Vermittlungsfachkräfte 7.435 Stellen aus der Region akquiriert. Das sind insgesamt 18 Prozent weniger als im Jahr 2002. Diese Entwicklung ist dennoch günstiger als in den anderen Arbeitsamtsbezirken Thüringens. Hier verringerten sich die von den Arbeitsämtern akquirierten Arbeitsangebote der Wirtschaft insgesamt um ein Viertel.
Aktive Förderleistungen zur Integration in den Arbeitsprozess
Am Jahresende erhielten 3.183 Frauen und Männer eine direkte Förderleistung in Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes. Damit konnten 380 Personen mehr integriert werden als im Dezember des Jahres 2002. Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit unterstützte das Arbeitsamt in 798 Fällen, das waren 395 mehr als im Vorjahresmonat. In einer abhängigen Beschäftigung wurden für 2.173 Arbeitnehmer Eingliederungszuschüsse gewährt, für 945 mehr als vor Jahresfrist.
Damit konnte der Wegfall der Förderung in Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen sowie der Beschäftigungshilfen aus dem Programm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit voll kompensiert werden. Über Mobilitätshilfen wurden die Arbeitsaufnahmen für 196 Personen unterstützt, und 1.053 Arbeitsuchende erhielten finanzielle Mittel für ihre aktiven Bewerbungen.
Im Jahr 2003 lag der Anteil der finanziellen Mittel für die Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt höher als im Vorjahr. Insgesamt konnten für 2.730 Personen Eingliederungszuschüsse bewilligt werden, für 1.290 mehr als im Jahr 2002. Gewährte das Arbeitsamt im Vorjahr noch für 1.210 Arbeitnehmer Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen und Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose, wurden mit Eingliederungszuschüssen diese Förderarten voll ersetzt. Im Jahresdurchschnitt erhielten 1.576 Arbeitnehmer Eingliederungszuschüsse während einer Beschäftigung, 432 mehr als im Vorjahr. Für 737 Existenzgründer bewilligte das Arbeitsamt 2003 Überbrückungsgeld, das waren 82 Fälle mehr als 2002. Weiterhin haben 280 Arbeitslose eine Ich-AG gegründet.
Beschäftigung schaffende Maßnahmen
In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befanden sich am Monatsende noch 1.396 Frauen und Männer, 45 weniger als vor vier Wochen, aber 730 weniger als im Vorjahr. In Strukturanpassungsmaßnahmen waren noch 932 Arbeitnehmer beschäftigt, fast 70 weniger als im November. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier die Beschäftigtenzahl um ein Drittel zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt beschäftigten Träger in Einrichtungen der Kommunen und Organisationen 1.633 Arbeitnehmer in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, im Jahr 2002 waren es noch durchschnittlich 2.022. Die Beschäftigtenzahl in Strukturanpassungsmaßnahmen ging von durchschnittlich 1.985 im Jahr 2002 auf 1.263 im Berichtsjahr zurück.
Freie Förderung
Über die Möglichkeiten der Freien Förderung erhielten Ende Dezember 118 Personen Lohnkostenzuschüsse in Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes. Im Jahresdurchschnitt wurden für 137 Arbeitnehmer, vorwiegend im Alter unter 25 Jahren, diese Zuschüsse gewährt. Über diese gesetzliche Förderung konnten auch 253 Jugendliche ihre Ausbildung realisieren. Besonders Existenzgründer profitieren von den finanziellen Leistungen gemäß § 10 SGB III. Über 1.000 Existenzgründer, 430 mehr als im Vorjahr, profitierten von den zusätzlichen Hilfen, um in der Anfangsphase optimale Bedingungen für einen dauerhaften Start in die Selbständigkeit zu erlangen.
Berufliche Weiterbildung
Im Dezember nahmen 102 Arbeitsuchende eine berufliche Qualifizierung auf. Damit befanden sich am Monatsende 1.757 Frauen und Männer in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen, 65 weniger als vor vier Wochen. Insgesamt begannen im Jahresverlauf 1.823 Personen eine vom Arbeitsamt geförderte Bildungsmaßnahme, im Jahr 2002 waren das noch 2.060 mehr. Im Jahresdurchschnitt hat sich damit die Teilnehmerzahl um 702 im Vergleich zum Vorjahr auf 2.363 verringert.
Kurzarbeit
Die Unternehmen der Region meldeten für den Dezember 549 Kurzarbeiter dem Arbeitsamt. Von diesen betroffenen Beschäftigten arbeiteten 42 weniger als die Hälfte der Arbeitszeit. Im verarbeitenden Gewerbe bestand für 378 Arbeitnehmer und im Baugewerbe für 53 Kurzarbeit. Rund 155 Kurzarbeiter befinden sich in einer Übergangsphase mit Kurzarbeit Null. Sie werden voraussichtlich nicht mehr im jetzigen Unternehmen weiter beschäftigt werden können und deshalb in die Vermittlungsaktivitäten des Arbeitsamtes einbezogen.
Im Jahresdurchschnitt mussten 710 Arbeitnehmer kurz arbeiten, das waren durchschnittlich 74 mehr als im Vorjahr. Angestiegen ist die Kurzarbeit im Baugewerbe und in den Wirtschaftsabteilungen Maschinenbau und Elektrotechnik.
Die regionale Entwicklung des Arbeitmarktes
In allen Landkreisen Nordthüringens ist die Arbeitslosenzahl zum Jahresende angestiegen. Der größte Anstieg trat im Landkreis Eichsfeld auf und der niedrigste im Landkreis Nordhausen. Im Vergleich zum Vorjahr entspannte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kyffhäuserkreis aber nicht, vielmehr erfolgte ein stetiger Anstieg der Arbeitslosenzahlen, so dass am Jahresende fast 870 betroffene Arbeitslosen mehr ausgewiesen wurden. Diese Zunahme ist mehr als zwei Drittel des gesamten Anstiegs im Arbeitsamtsbezirk.
Im Kyffhäuserkreis mit den Geschäftsstellen Artern und Sondershausen erhöhte sich die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen um einen Prozentpunkt auf 23,9 Prozent. Vor einem Jahr errechnete sich diese Quote noch in Höhe von 21,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahre stieg die Arbeitslosenzahl im Landkreis um 869 auf 11.091 an und bedeutet den absolut höchsten Anstieg in Nordthüringen. Im Vergleich zum November wurden 430 Arbeitslose mehr registriert.
Die Geschäftsstelle Artern wies am Jahresende 5.695 Arbeitslose aus. Damit gab es 82 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren aber 493 Frauen und Männer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber November um 0,4 Prozentpunkte auf 25,4 Prozent an. Zwölf Monate vorher lag diese Quote noch bei 22,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt errechnet sie sich in Höhe von 25,2 Prozent. In der Geschäftsstelle meldeten sich im Dezember 692 Frauen und Männer arbeitslos, weniger als in den letzten vier Monaten und auch weniger als im Dezember des Vorjahres. Insgesamt wurden von rund 9.920 Personen Meldungen im Jahresverlauf entgegen genommen, das waren rund 1.660 mehr als im Jahr 2002. Demgegenüber erhöhte sich die Zahl der Austritte aus der Arbeitslosigkeit um 760 und betrug im Jahr 2003 rund 9.430. Mit 261 Teilnehmern in Bildungsmaßnahmen ist diese Zahl um zwei Drittel gegenüber Dezember 2002 niedriger. Nicht so hoch fiel der Rückgang der Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt aus. Die 520 Arbeitnehmer in Beschäftigung schaffenden Maßnahmen bedeuten rund 40 Prozent weniger.
In der Geschäftsstelle Sondershausen wurden Ende Dezember 5.396 Arbeitslose betreut, 348 mehr als Ende November und 376 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent an, vor einem Jahr lag die Quote noch in Höhe von 20,6 Prozent. Rund 840 Arbeitnehmer, über 100 mehr als im November, gaben im Monat ihre Arbeitslosmeldung ab. Damit wurden im Jahresverlauf insgesamt 8.563 Meldungen entgegen genommen, rund 590 mehr als 2002. Ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten im Dezember 490 Frauen und Männer, so viele wie im Dezember des Vorjahres. Seit Januar traten 8.187 Betroffene aus der Arbeitslosigkeit aus, 4.200 wegen Aufnahme einer Beschäftigung.
Im Bezirk der Geschäftsstelle Sondershausen hat sich die Teilnehmerzahl in beruflichen Bildungsmaßnahmen am Jahresende nicht so stark vermindert wie im Bezirk der Geschäftsstelle Artern. Mit 373 Teilnehmern qualifizierten sich 264, das sind 41 Prozent, weniger als Ende 2002. Auch bei der Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt kam es nicht zu so einem hohen Rückgang wie in der Region Artern. 232 Beschäftigte in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bedeuten gegenüber Dezember 2002 einen Rückgang um 62, und 347 Beschäftigte in Strukturanpassungsmaßnahmen einen Rückgang um 149.
Im Landkreis Eichsfeld mit den Geschäftsstellen Heiligenstadt und Leinefelde stieg die Arbeitslosenzahl wie in den Vorjahren im Dezember am höchsten an. Dies resultiert aus mehr saisonal bedingten Entlassungen als in anderen Landkreisen, weil der Anteil an Beschäftigten im Eichsfeld traditionell höher liegt als in anderen Nordthüringer Regionen. Ende Dezember gab es 8.924 Arbeitslose, 653 mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 323 angestiegen. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen beträgt 15,2 Prozent und ist damit um 0,7 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Vor einem Jahr errechnete sich eine Quote von 14,6 Prozent.
In der Geschäftsstelle Heiligenstadt meldeten sich im Dezember 536 Personen arbeitslos, gleichzeitig konnten auch wieder 330 ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dadurch ist die Arbeitslosenzahl insgesamt von 2.785 Ende November auf 2.991 Ende Dezember angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,9 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent und ist um einen halben Prozentpunkt gegenüber Dezember 2002 gestiegen. In Beschäftigungen förderte das Arbeitsamt 270 Arbeitnehmer, leicht mehr als vor einem Jahr. Die Teilnehmerzahl in Bildungsmaßnahmen ging um 96 gegenüber Dezember 2002 auf 242 zurück. Im zweiten Arbeitsmarkt arbeiteten 297 Frauen und Männer, das waren 44 weniger als am Jahresende 2002.
Die Geschäftsstelle Leinefelde registrierte am Jahresende 5.933 arbeitslose Männer und Frauen, 447 mehr als Ende November. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch hier die Arbeitslosenzahl erhöht, so dass 204 Personen mehr in das Vermittlungsgeschehen einbezogen werden mussten. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um mehr als einen Prozentpunkt und errechnete sich in Höhe von 16,1 Prozent, am Jahresende 2002 noch in Höhe von 15,4 Prozent. Fast 1.180 Frauen und Männer mussten sich im Dezember arbeitslos melden. Nur im ersten Quartal gab es so hohe Eintritte in die Arbeitslosigkeit. Von den neu gemeldeten Personen hatten 866 vorher eine Beschäftigung. Hier wirken sich besonders Meldungen von Pendlern in die alten Bundesländer aus.
730 Arbeitnehmer beendeten ihre Arbeitslosigkeit, 256 wegen Beschäftigungsaufnahme. Insgesamt konnten 11.191 Personen im Jahresverlauf befristet oder auf Dauer die Arbeitslosigkeit beenden, fast 500 mehr als 2002. Dieser Anstieg resultiert zu drei Viertel aus mehr Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt. In Beschäftigungen erhielten 464 Personen über Eingliederungszuschüsse oder Hilfen zur Existenzgründung Unterstützung, 30 weniger als vor zwölf Monaten. Die Zahl der Teilnehmer in beruflichen Bildungsmaßnahmen verringerte sich gegenüber Dezember 2002 um 46 Prozent und betrug 276. Fast 330 Arbeitnehmer konnten im zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt werden, das waren fast 150 weniger als vor einem Jahr.
