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Untergang oder neue Chance?

Freitag, 12. Oktober 2012, 13:54 Uhr
Es gibt eine ganze Menge Leute, die sich über den Maya-Kalender den Kopf zerbrechen. Matthias Söhner hat sich für die Eichsfelder Nachrichten schlau gemacht und ein bisschen tiefgründiger recherchiert zum Maya-Kalender, der Eurokrise und der Region....


Im Maya-Kalender erfährt der Tag „13.0.0.0.0 4 ajaw 3 k’ank’in“ derzeit ganz besondere Aufmerksamkeit. Dies aber nicht deshalb, weil an dem Tag zum ersten Mal seit dem Jahr 3114 v. Chr. der Zahlenwert des Ausgangstags des aktuellen 13 Baktun-Zyklus der so genannten Langen Zählung (13.0.0.0.0) wiederkehrt. Interessanter ist vielmehr, dass der Tag „13.0.0.0.0 4 ajaw 8 kumk'u“, also der Tag mit dem insoweit gleichen Zahlenwert, von den Maya als Tag der Schöpfung der Welt in ihrer gegenwärtigen Form angesehen wurde.

Diesen historischen Zusammenhang vor Augen, erahnen manche für den Tag der Wiederkehr des Zahlenwerts den Übergang in eine neue Zeit. Andere prophezeien den Untergang unserer heutigen Welt. In unserem Gregorianischen Kalender fällt dieser Tag auf den 21. bzw. 23. Dezember 2012.

Was sollen wir also tun? Weihnachten lieber vorfeiern und die Geschenke dieses Jahr noch eher kaufen? Oder überhaupt Geschenke kaufen? Vielleicht noch einmal ein ausgedehnter Urlaub im Herbst? Nicht unbedingt! Denn bei näherem Hinsehen entpuppt sich die Prophezeiung weniger als eine Überlieferung aus der Kultur der Maya sondern eher als eine Figur aus dem Reich der Esoterik:

Tatsächlich wurden bislang keine Hinweise gefunden, die auf den Beginn einer neuen Schöpfung im Jahr 2012 schließen lassen. So können sich die Weltuntergangs-Propheten nur auf kryptische Inschriften aus dem Fundort El Tortuguero in der Nähe von Palenque stützen. Danach soll am Tag „13.0.0.0.0 4 ajaw 3 k’ank’in“ die Gottheit Bolon Yokte' K'uh in einem großen Akt der Bekleidung und Vorstellung eines Amtsträgers auftreten – ein freilich vages Indiz für ein Ereignis mit der Tragweite einer Apokalypse. Von einer Götterdämmerung wird jedenfalls nicht gesprochen.

Der Fortbestand unserer Zivilisation sollte daher auch weiterhin für unsere privaten und wirtschaftlichen Entscheidungen eingeplant werden. Nichts anderes gilt auch in Anbetracht jüngster Krisen einiger EU-Mitgliedstaaten. Zwar werden auch hier vereinzelt Rufe, wenn auch nicht nach einem Weltuntergang, so aber nach einem Ende des Euros, der Europäischen Union und damit der Vorteile des gemeinsamen Binnenmarkts für Deutschland laut.

Aber schwierige Zeiten dienen auch hier als Katalysator notwendiger und überfälliger Regulierung. In Folge derer wird die Europäische Union und damit vor allem Deutschland gestärkt hervorgehen.
Stimmt der Rahmen, kann der Blick auch wieder auf die Details in unserer Region gerichtet werden. Mag etwa ein junger Schulabsolvent vor der Entscheidung stehen, weiter in seiner Heimatstadt zu wohnen oder sie zu verlassen, so sprechen für den Verbleib viele Gründe.

Neben Freunden und Familie sind dies vor allem die Wandlung unserer Stadt hin zu einem Lebensmittelpunkt mit attraktiver Architektur, guter Verkehrsanbindung sowie vielfältigen sportlichen und kulturellen Angeboten. Nur die jüngsten Zeichen einer lebendigen Gemeinde sind dabei die Restaurierung der Burg Scharfenstein und die mit der Eröffnung des Cafés gerade abgeschlossene Umgestaltung des Stadtteichs. Nicht unerwähnt bleiben darf schließlich unser einzigartiges Eichsfelder Gehacktes!

Dabei handelt es sich freilich nur um einen Ausschnitt unserer reichen regionalen Möglichkeiten; behilflich beim Recherchieren sind insoweit vor allem regionale Blätter wie die Litfaßsäule und die online-Zeitung eichsfelder-nachrichten.de.

Ganz ähnlich wie mit der Bedeutung des Maya-Kalenders verhält es sich daher auch mit anderen Fragen aus nah und fern, ob tatsächlicher oder rechtlicher Natur. Einen entscheidenden Vorteil hat derjenige, der über einen Wissensvorsprung verfügt und nicht nur der Meinung anderer folgt. Kommt man dabei an die Grenzen der eigenen Informationsmöglichkeiten, bedarf es eben der Konsultation geeigneter Fachleute.

In diesem Sinn schon jetzt allen frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!
Dr. Matthias Söhner
Autor: en

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