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Die letzte „Ruhestätte“

Mittwoch, 07. Januar 2004, 13:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Die in Stein gehauene Erinnerung an den Antifaschisten Albert Kuntz soll jetzt eine letzte Ruhestätte finden. Wo, das erfahren Sie mit einem Klick auf MEHR.


Am 22. Januar um 10 Uhr wird Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) die Informationstafel für den Albert-Kuntz-Gedenkstein auf dem Nordhäuser Bahnhofsplatz einweihen. Zur Einweihung wird Leo Kuntz, Sohn von Albert Kuntz, nach Nordhausen kommen; Vertreter der „Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora“, der Lager-Arbeitsgemeinschaft Buchenwald/Dora und des Interessenverbandes der Verfolgten des Nazi-Regimes und Vertreter der Parteien werden ebenfalls erwartet.

Die Metall-Tafel wird auf einen Beton-Sockel gesetzt und an der Stelle aufgestellt, auf dem bis ins Jahr 2000 der Gedenkstein für den Häftling des ehemaligen KZ-„Mittelbau-Dora“ stand. Der Stein war mit der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes im Jahr 2000 entfernt und soll nach einem Beschluss der Nordhäuser Stadträte aus dem zurückliegenden Jahr – und mit Zustimmung von Leo Kuntz - im stadthistorischen Museum „Flohburg“ ausgestellt werden. Die Nordhäuser Stadträte hatten das auch mit Blick darauf beschlossen, dass der Stein vor der Verwendung zum Kuntz-Gedenken Teil eines Leo-Schlageter-Denkmales war.

Die Informationstafel wird – nach Beschluss durch den Stadtrat und in Abstimmung mit der Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“ und den Verbänden der ehemaligen Häftlinge -folgende Inschrift tragen:

„Am Bahnhofsplatz erinnerte von Dezember 1945 bis April 2000 ein Gedenkstein an Albert Kuntz, dessen Name der Platz bis 1990 trug. Er war Abgeordneter der KPD im Preußischen Landtag und leistete den Nationalsozialisten noch im Konzentrationslager aktiven Widerstand. Nach zwölf Jahren Haft wurde er im Januar 1945 im KZ Mittelbau-Dora ermordet. Der Gedenkstein war seit seiner Errichtung am 6. Dezember 1945 das erste Mahnmal in der Stadt, das dem Schicksal der Opfer der nationalsozialistischen Konzentrationslager gewidmet war. Beim Umbau des Bahnhofsplatzes wurde der Stein entfernt und wird seitdem im stadthistorischen Museum Flohburg ausgestellt.“ In Nordhausen tragen unter anderem ein Sportpark und eine Schule den Namen von Albert Kuntz.
Autor: nnz

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