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Elf Windanlagen gebaut

Samstag, 06. Oktober 2012, 15:36 Uhr
Thüringen liegt beim Zubau von Windanlagen auf dem drittletzten Platz im Bundesländervergleich. Elf von bundesweit 414 Anlagen sind im ersten Halbjahr 2012 in Thüringen neu errichtet worden, nur in Sachsen und Baden-Würt­tem­berg waren es noch weniger. Das wiederum ärgert einen Minister...


„Wenn die Neinsager-Lobby in Thüringen weiterhin blockiert, kommt die Energiewende nicht voran“, sagte der Minister heute beim 3. Forum Windenergie der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. Dabei könnte die Windkraft Lastträger einer neuen und nachhaltigen Stromversorgung sein.

Insgesamt lag Thüringen im Jahr 2011 mit einer installierten Leistung von rund 800 Megawatt auf Rang 9 und nach der Zahl der Anlagen – insgesamt rund 600 – auf Rang 10 aller Bundesländer. Der Anteil der Windkraft am Nettostromverbrauch liegt bei 12 Prozent – immerhin Rang 6 aller Bundesländer. „Thüringen liegt bei der Windenergie im Bundesvergleich auf den hinteren Plätzen“, sagte der Minister. Die unzureichende Ausweisung von Windvorrangflächen in den Regionalplänen und langwierige Verfahren der Regionalplanung erschwerten die Nutzung vorhandener Potentiale. „Windkraft bedeutet mehr Beschäftigung, Investitionen und kommunale Einnahmen“, sagte der Wirtschaftsminister. Diese Vorteile sollten auch in Thüringen genutzt werden. Bereits heute sind laut dem Portal www.erneuerbare-energien.de in Thüringen fast 1.600 Menschen in der Windkraftbranche tätig.

Erneut kritisierte Machnig auch die Forderung von Bundesumweltminister Altmaier nach einem gedrosselten Windkraftausbau. „Deutschland darf sich nicht von seinen ambitionierten Energie- und Klimazielen verabschieden, sondern muss mehr Tempo machen, um sie zu erreichen“, sagte Machnig. „Statt ständig auf der Bremse zu stehen, muss Herr Altmaier endlich liefern. Das Lamento über einen angeblich zu schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien soll nur davon ablenken, dass die Bundesregierung bei wichtigen energiepolitischen Themen – Netzausbau, Energiemarktregulierung, Gebäudesanierung, Energieeffizienz – nicht vorankommt.“

Die Klimaschutzziele auf EU- und Bundesebene und die steigenden Preise für fossile Energieträger machten einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien – allen voran der Windkraft – notwendig. Die Windkraft sei derzeit die günstigste Form der erneuerbaren Stromerzeugung und habe sich immer wieder als Preisdrücker an der Strombörse erwiesen. „Die Bundesregierung muss allerdings auch dafür sorgen, dass diese positiven Preiseffekte von den großen Stromkonzernen an die Verbraucher weitergegeben werden“, so Machnig. Hier vermisse er jede Initiative.

Von einem explodierenden Zubau im Bereich der Windkraft könne zudem keine Rede sein, sagte Machnig weiter. „Der Zuwachs an installierter Windleistung liegt stabil bei rund 2.000 Megawatt pro Jahr. Das ist verkraftbar.“ Altmaier versuche offensichtlich davon abzulenken, dass die Bundesregierung beim Ausbau von Energienetzen und -speichern nicht vorankomme.
Autor: red

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