Tradition im neuen Gewand
Donnerstag, 04. Oktober 2012, 08:38 Uhr
Die seit 1999 praktizierte und im Jahr 2001 besiegelte Schulpartnerschaft zwischen dem Herder-Gymnasium und dem niederländischen Elde-College Schijndel wird jährlich zweimal durch direkte Kontakte belebt, dank der Koordination durch den Projektleiter Jürgen Wünsche...
Das Organisationsteam bei der Arbeit: Brigitte Freimann, Jürgen Wünsche und Anja Mokosch (v.l.) sichten die Bewerbungsunterlagen der Schüler und ordnen Gastpartner zu
Sein Kollegenteam stellte derzeit wieder unter Berücksichtigung der Bewerbungsunterlagen der Schüler und deren Interessen die Schülergruppe zusammen. Für die Unterbringung in Gastfamilien erweist sich das als ein wichtiger Aspekt. Und diese Art der Unterbringung soll auch helfen, Barrieren abzubauen, persönliche Kontakte zu intensivieren und einen realen Einblick in den Alltag zu gewähren.
Des Weiteren wollen die Organisatoren dem im Partnerschaftsvertrag fixierten Anspruch Landestypisches zu präsentieren und kulturelle Akzente zu setzen, gerecht werden. Die Möglichkeit einer internationalen Begegnung, die die Erweiterung der Sprachkompetenz in der Projektsprache Englisch sowie das Kennenlernen der Nachbarkultur durch den direkten Kontakt bietet, nutzen trotz der teilweisen Selbstfinanzierung jährlich viele Herderschüler, unterstreicht Wünsche nicht ohne Stolz mit Blick auf den bisherigen Erfolg des schulpartnerschaftlichen Grundgedankens. Die Finanzierung durch das Land Thüringen, wobei jeder teilnehmende Schüler aus Thüringen mit einem Pauschalsatz finanziell gestützt wird, diene gemeinsamer Aktivitäten und Unternehmungen.
Dreizehn Jahre hat der Austausch nun bereits Bestand und wurde während dessen entsprechend der Bedingungsfelder modifiziert. Seit 2005 stellt die Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums die Zielgruppe des Austauschs dar. Wünsche erinnert sich: Der personelle Schwerpunkt verlagerte sich aus schulorganisatorischen und altersspezifischen Gründen auf die Klassenstufe 9, da Sprachreisen auf Klassenstufenbasis, das zweite Praktikum, die Besondere Leistungsfeststellung sowie die Klassenfahrt den zeitlichen Rahmen für die Zehner sehr eng steckt.
Während der Schulpartner in den Niederlanden bisher die Teilnahme an einer zweiwöchigen internationalen Begegnung zur Pflicht erklärte und insgesamt auf elf Partner in Europa verweisen konnte, beruht das Konzept am Herder-Gymnasium auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Nun fielen in Schijndel die Austausche dem Rotstift zum Opfer und es drohte im letzten Schuljahr das Aus für das Projekt. Beratungen zwischen den Schulleitungen beider Bildungseinrichtungen fanden statt. Die Konzepte wurden begutachtet. Maßgeblichen Anteil daran, dass die Tradition des Schüleraustausches eine Fortsetzung erhalten soll, hatten Jürgen Wünsche sowie sein niederländischer Kollege Michiel Mutsjars, der sich ebenfalls seit Jahren für das Projekt engagiert.
Ergebnis der Verhandlungen ist die Tatsache, dass die Außenstelle des Colleges jeweils dem Abschlussjahrgang das Angebot der Gegenseitigkeit unterbreiten wird. Und das Interesse der Partner ist groß, sodass von Sonntag (07.10.) bis zum 12. Oktober die Austauschschüler in diesem Schulteil des Elde-Colleges erwartet werden.
Den über dreißig Bewerbern stehen neunzehn Austauschplätze gegenüber. Das Organisationsteam am Herder-Gymnasium wählt gezielt aus. Grundlage dafür ist natürlich die Bewerbung selbst, aber auch das Sozialverhalten sowie das Leistungsvermögen des Einzelnen, denn die im Unterrichtsbetrieb versäumte Zeit gilt es generell im Selbststudium aufzuarbeiten. Die Bewerber sind sich der Verantwortung, die sie als Gastgeber dabei auf sich nehmen, sehr bewusst.
Gewohnheiten der Deutschen und die wirkliche Lebensweise zu vermitteln, sieht die fünfzehnjährige Verena Brink, die bereits zum zweiten Mal teilnimmt, als wesentliche Aufgabe des Austausches und wünscht sich eine intensive Kommunikation in der Projektsprache, die erst mittels situationsbewusstem Agieren und Spontanität wirklich zu leben vermag.
Wünsche setzt weiter auf Bewährtes sowie notwendigerweise auf ein verändertes Konzept und erhält Rückendeckung und Zuspruch durch die Schulleitung.
Die Zertifizierung der Teilnahme für Schüler des Herder-Gymnasiums, das zugleich als Teil der Bewerbungsmappe der eigenen Zukunftsgestaltung dienlich sein kann, stellt dabei eine wichtige Säule. Dazu wählt der Schüler ein Fach aus, in dem er mittels Aufgabenbezug, die an die unterschiedlichen Programmlinien des Projektes geknüpft sind, eine besondere Leistung unter Beweis stellt. Dies kann neben geographischen Aspekten regionalgeschichtliche und naturwissenschaftliche gleichwohl betreffen wie die Projektsprache Englisch oder das künstlerische Verständnis.
Die Organisatoren sehen auch zukünftig einem anregenden, durch einen offenen Gedankenaustausch getragenen und Spaß und Wissensvermittlung paarenden Austausch mit langfristiger Zielstellung entgegen. Schließlich stelle diese Möglichkeit nicht nur einen Erfahrungsaustausch für Schüler, sondern auch für Lehrer und Schulleitung dar, so Wünsche. Schulleiter Uwe Spieß unterstreicht die innewohnende Impulsgebung für die individuelle Schularbeit, die Zusammenarbeit von Schülern, die Nutzung moderner Kommunikationsmittel für die fortwährenden Kontakte sowie den Wert für die Pflege der Sprache bzw. für die bilinguale Orientierung der Schule.
Heike Roeder
Autor: nnzDas Organisationsteam bei der Arbeit: Brigitte Freimann, Jürgen Wünsche und Anja Mokosch (v.l.) sichten die Bewerbungsunterlagen der Schüler und ordnen Gastpartner zu
Sein Kollegenteam stellte derzeit wieder unter Berücksichtigung der Bewerbungsunterlagen der Schüler und deren Interessen die Schülergruppe zusammen. Für die Unterbringung in Gastfamilien erweist sich das als ein wichtiger Aspekt. Und diese Art der Unterbringung soll auch helfen, Barrieren abzubauen, persönliche Kontakte zu intensivieren und einen realen Einblick in den Alltag zu gewähren.
Des Weiteren wollen die Organisatoren dem im Partnerschaftsvertrag fixierten Anspruch Landestypisches zu präsentieren und kulturelle Akzente zu setzen, gerecht werden. Die Möglichkeit einer internationalen Begegnung, die die Erweiterung der Sprachkompetenz in der Projektsprache Englisch sowie das Kennenlernen der Nachbarkultur durch den direkten Kontakt bietet, nutzen trotz der teilweisen Selbstfinanzierung jährlich viele Herderschüler, unterstreicht Wünsche nicht ohne Stolz mit Blick auf den bisherigen Erfolg des schulpartnerschaftlichen Grundgedankens. Die Finanzierung durch das Land Thüringen, wobei jeder teilnehmende Schüler aus Thüringen mit einem Pauschalsatz finanziell gestützt wird, diene gemeinsamer Aktivitäten und Unternehmungen.
Dreizehn Jahre hat der Austausch nun bereits Bestand und wurde während dessen entsprechend der Bedingungsfelder modifiziert. Seit 2005 stellt die Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums die Zielgruppe des Austauschs dar. Wünsche erinnert sich: Der personelle Schwerpunkt verlagerte sich aus schulorganisatorischen und altersspezifischen Gründen auf die Klassenstufe 9, da Sprachreisen auf Klassenstufenbasis, das zweite Praktikum, die Besondere Leistungsfeststellung sowie die Klassenfahrt den zeitlichen Rahmen für die Zehner sehr eng steckt.
Während der Schulpartner in den Niederlanden bisher die Teilnahme an einer zweiwöchigen internationalen Begegnung zur Pflicht erklärte und insgesamt auf elf Partner in Europa verweisen konnte, beruht das Konzept am Herder-Gymnasium auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Nun fielen in Schijndel die Austausche dem Rotstift zum Opfer und es drohte im letzten Schuljahr das Aus für das Projekt. Beratungen zwischen den Schulleitungen beider Bildungseinrichtungen fanden statt. Die Konzepte wurden begutachtet. Maßgeblichen Anteil daran, dass die Tradition des Schüleraustausches eine Fortsetzung erhalten soll, hatten Jürgen Wünsche sowie sein niederländischer Kollege Michiel Mutsjars, der sich ebenfalls seit Jahren für das Projekt engagiert.
Ergebnis der Verhandlungen ist die Tatsache, dass die Außenstelle des Colleges jeweils dem Abschlussjahrgang das Angebot der Gegenseitigkeit unterbreiten wird. Und das Interesse der Partner ist groß, sodass von Sonntag (07.10.) bis zum 12. Oktober die Austauschschüler in diesem Schulteil des Elde-Colleges erwartet werden.
Den über dreißig Bewerbern stehen neunzehn Austauschplätze gegenüber. Das Organisationsteam am Herder-Gymnasium wählt gezielt aus. Grundlage dafür ist natürlich die Bewerbung selbst, aber auch das Sozialverhalten sowie das Leistungsvermögen des Einzelnen, denn die im Unterrichtsbetrieb versäumte Zeit gilt es generell im Selbststudium aufzuarbeiten. Die Bewerber sind sich der Verantwortung, die sie als Gastgeber dabei auf sich nehmen, sehr bewusst.
Gewohnheiten der Deutschen und die wirkliche Lebensweise zu vermitteln, sieht die fünfzehnjährige Verena Brink, die bereits zum zweiten Mal teilnimmt, als wesentliche Aufgabe des Austausches und wünscht sich eine intensive Kommunikation in der Projektsprache, die erst mittels situationsbewusstem Agieren und Spontanität wirklich zu leben vermag.
Wünsche setzt weiter auf Bewährtes sowie notwendigerweise auf ein verändertes Konzept und erhält Rückendeckung und Zuspruch durch die Schulleitung.
Die Zertifizierung der Teilnahme für Schüler des Herder-Gymnasiums, das zugleich als Teil der Bewerbungsmappe der eigenen Zukunftsgestaltung dienlich sein kann, stellt dabei eine wichtige Säule. Dazu wählt der Schüler ein Fach aus, in dem er mittels Aufgabenbezug, die an die unterschiedlichen Programmlinien des Projektes geknüpft sind, eine besondere Leistung unter Beweis stellt. Dies kann neben geographischen Aspekten regionalgeschichtliche und naturwissenschaftliche gleichwohl betreffen wie die Projektsprache Englisch oder das künstlerische Verständnis.
Die Organisatoren sehen auch zukünftig einem anregenden, durch einen offenen Gedankenaustausch getragenen und Spaß und Wissensvermittlung paarenden Austausch mit langfristiger Zielstellung entgegen. Schließlich stelle diese Möglichkeit nicht nur einen Erfahrungsaustausch für Schüler, sondern auch für Lehrer und Schulleitung dar, so Wünsche. Schulleiter Uwe Spieß unterstreicht die innewohnende Impulsgebung für die individuelle Schularbeit, die Zusammenarbeit von Schülern, die Nutzung moderner Kommunikationsmittel für die fortwährenden Kontakte sowie den Wert für die Pflege der Sprache bzw. für die bilinguale Orientierung der Schule.
Heike Roeder

