nnz-online

nnz-doku: Autobahn muß kommen!

Donnerstag, 01. Januar 2004, 07:03 Uhr
Sollstedt (nnz). Auch in der Gemeinde Sollstedt wird zum Jahreswechsel nach hinten und natürlich auch nach vorn geblickt. Das Grußwort von Bürgermeister Jürgen Hohberg mit einem Klick auf MEHR.


Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Sollstedt!

Wieder einmal liegt ein Kalenderjahr hinter uns, wieder einmal heißt es zurückzuschauen auf die vielen kleinen und großen Ereignisse des Jahres, aber auch einen Ausblick zu wagen auf die Dinge, die uns alle in der Zukunft erwarten. Zunächst einmal heißt es für mich „Danke“ zu sagen an alle diejenigen, die ein Ehrenamt, gleich welcher Art, in unserer Gemeinde innehaben, sei es in einem Verein, einer Gruppierung, in politischen oder anderen Organisationen oder einfach nur in privater Nachbarschaftshilfe.

Ein besonderer Dank geht in diesem Zusammenhang an unseren Ortsteil Wülfingerode, in dem sich eine große Anzahl Ehrenämtler tummelt: Angefangen bei den Kameradinnen und Kameraden der Freiwillen Feuerwehr über den Verein „Jugend und Freizeit“ e.V. samt Karnevals- und Kirmesverein bis hin zum Chor rühren sich dort jahrein- jahraus zahlreiche Hände. Dies allein schon lässt für das kommende Jahr einiges erwarten, wenn nämlich unter Federführung des Ortsbürgermeisters Liebetrau und seinem Festkomitee in der Zeit vom 16. bis 23. Mai das Ortsjubiläum „850 Jahre Wülfingerode“ mit zahlreichen Höhepunkten begangen wird.Meine Anerkennung und mein ganz persönlicher Dank für die Unterstützung der täglichen Arbeit der Gemeindeverwaltung geht an die Mitglieder des Gemeinderates Sollstedt, die sich ganz besonders und dies mit großem Sachverstand in alle anstehenden und nicht immer leichten Entscheidungsfindungen einbringen.

Im Juni dieses Jahres werden auch wir wieder an die Wahlurnen gerufen. Die Wahl der Abgeordneten für das europäische Parlament hat dabei weit weniger einen direkten Bezug auf unsere gemeindlichen Belange als die Wahlen für den Gemeinderat sowie für den Kreistag. Ich persönlich wünsche mir, dass für die weitere kontinuierliche Arbeit dieser Interessenvertretungen aller Bürger möglichst viele von denen, die bisher in diesen kommunalpolitischen Gremien vertreten waren, auch bei den Neuwahlen wieder das Vertrauen der Wählerschaft erhalten.

Es bereitet mir große Sorge, dass der im Artikel 21 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verankerte Grundsatz, dass die Parteien bei der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken, sich mehr und mehr zu einer Dominanz der Parteien entwickelt, die sich über den Willen des Volkes erheben. In der Bundespolitik hat sich dies gerade im nunmehr zu Ende gehenden Jahr auf Grund der Mehrheitsverhältnisse in Bundestag und Bundesrat deutlich gezeigt: Der SPD-dominierte Bundestag beschließt in schöner Regelmäßigkeit mit den Stimmen seiner Koalition Gesetze, der CDU-dominierte Bundesrat lehnt diese in ebensolcher Regelmäßigkeit ab. Ohne Wertung der Inhalte wird uns allen wohl deutlich, dass diese überwiegend falsch verstandene Parteidisziplin für unser Land Nachteile bringt und viele notwendige Entwicklungen bzw. Veränderungen lähmt oder verhindert.

Aus diesem Grund möchte ich schon heute an alle Wählerinnen und Wähler appellieren, ihr „Kreuz“ nicht nach einem Parteibuch, sondern nach Fähigkeiten und Ansprüchen der Kandidaten zu setzen, damit auch in Zukunft gewährleistet ist, dass unser Gemeinderat die Gesamtinteressen der Bürgerinnen und Bürger im Auge behält und bei allen Entscheidungen oben anstellt. Unsere sehr langfristig angelegte Kommunalpolitik, soll und muss verlässlich und berechenbar sein und es auch bleiben. Fachlich sehr qualifizierte Unterstützung erhält der Gemeinderat und erhalte vor allem ich als Bürgermeister seit Jahren durch unsere Verwaltung, die sich mit großem Engagement und Sachverstand in die gemeindlichen Belange einbringt und mich in die Lage versetzt, politische „Wünsche“ mit praktikablem und effektivem Verwaltungshandeln in Einklang zu bringen, damit sich unsere Gemeinde auch weiterhin positiv entwickeln kann.

Vor wenigen Tagen endete die Auslegungsfrist für die Planungsunterlagen des Streckenabschnitts der A 38, der unsere Gemeinde direkt tangiert. Annähernd einhundert Bürgerinnen und Bürger, die von der Trassenführung mittelbar oder unmittelbar betroffen sind, haben Einsicht in die Unterlagen genommen. Ich bedanke mich insbesondere bei der Interessengemeinschaft „Bleicheröder Berge“ e.V., die die 18 dicken Ordner nicht nur durchgesehen, sondern mit sachlich fundierten Hinweisen in ihrer Stellungnahme an das Landesverwaltungsamt bewertet hat. Der Gemeinderat Sollstedt hat in seiner letzten Sitzung am 16. 12. 2003 die gemeindliche Stellungnahme zu dem eigentlich bedeutsamsten Bauwerk der Neuzeit nicht nur für unsere Gemeinde, sondern die gesamte Region Nordthüringen, beschlossen. Wir hoffen nunmehr, nachdem sich der Gemeinderat wie schon seit 1992 dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen gezeigt hat, dass so bald wie möglich das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen und mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Abschließend bleibt mir nur noch, uns allen für das neue Jahr Gesundheit zu wünschen, damit alles das, was sich jeder Einzelne für das neue Jahr vorgenommen hat, zielstrebig verwirklicht werden kann. Ich wünsche uns allen, dass unser Land von Kriegen und größeren Naturkatastrophen verschont bleibt.

Ihr Bürgermeister Jürgen Hohberg
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de