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Gericht verhandelt zur A 38

Dienstag, 30. Dezember 2003, 09:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Autobahn 38 soll trotz Mautdesaster, so bestätigten es Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und Joachim Wintjen von der DEGES übereinstimmend, im Jahr 2006 fertig sein. Doch mit einem Abschnitt der Trasse muß sich im Januar das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig beschäftigen.


Wie der Südharzkurier berichtet, wollen Naturschützer in Niedersachsen den Bau der Ost-West-Magistrale verhindern. Ihre Klage soll am 22. Januar vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt werden. Die nnz hat sich also auf die Spur gemacht und ist auch in ihrem Archiv fündig geworden.

Im Bereich des zweiten Verkehrsabschnittes in Friedland haben der BUND und eine Eigentümergemeinschaft Fehler beim Planfeststellungsbescheid ausgemacht. Verursacher dafür soll das Niedersächsische Landesamt für Straßenbau sein. Der Behörde werfen die Umwelt- und Naturschützer vor, eine falsche Einschätzung des Lärmaufkommens durch täglich etwa 45.000 Kraftfahrzeuge abgegeben zu haben. Weiterhin sollen die Hochwassergefahren durch die Leine und ihrer Bachzuläufe unterschätzt worden sein.

Verwiesen wird auch auf die „einmaligen Naturgegebenheiten“, die durch die ehemalige innerdeutsche Grenze entstanden seien. Neun verschiedenen Fledermausarten, die Groppe und das Bachneunauge sowie Grünspecht oder Wasseramsel hätten hier ein neues Zuhause gefunden. Bei einem Erfolg ihrer Klage rechnen die Naturschützer im Wahlkreis von Bundesumweltminister Jürgen Trittin von einer neuen Planung. „Es kann sogar zu einem Rückbau kommen“, schreibt Ute Haferburg, die bündnisgrüne Fraktionschefin im Göttinger Kreistag.

Bereits im Februar dieses Jahres reagierte der christdemokratische Bundestagsabgeordnete Manfred Grund mit Unverständnis auf die Klage. Er verwies unter anderem auf die Umweltverträglichkeitsstudie, die in Zusammenarbeit mit den Naturschutzfachbehörden erarbeitet worden sei. „Wer durch den letzten Bauabschnitt der A 38 Biotope in Gefahr sieht, der sollte bedenken, dass wir in Nordthüringen das Biotop aus Arbeitslosigkeit, Lehrstellenmangel und sozialer Verunsicherung Schritt für Schritt beseitigen wollen“, so Grund damals.
Autor: nnz

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