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Ein fernes Land ganz nah

Samstag, 22. September 2012, 19:26 Uhr
Pakistan - So hieß das Motto unseres Englischunterrichts am 12. September. Wir, die Schüler der 12. Klasse des Humboldt- Gymnasiums gingen dazu in den Weltladen in der Barfüßerstraße und in der nnz schreiben zwei von ihnen Bericht - und das gleich doppelt...

Pakistan kennengelernt (Foto: privat) Pakistan kennengelernt (Foto: privat)

Dort überraschte uns Isma Khan mit einer umfangreichen, aber keinesfalls trockenen Präsentation ihres Heimatlandes Pakistan. Frau Khan, die vor zwölf Jahren ihre Heimat verließ, um in Deutschland zu leben, zeigte uns anhand von Bildern und ihren persönlichen Erfahrungen den Facettenreichtum dieses Landes. Die Themen, die sie ansprach, konnten wir in einem anschließenden Gespräch diskutieren und Fragen zu Pakistan oder Isma Khan persönlich stellen.

Das Land liegt im Süden Asiens, neben dem Iran und Afghanistan im Westen, China im Norden und Indien im Osten. Wie schon der offizielle Name verrät, gehören in der Islamischen Republik Pakistan 97% der Bevölkerung dem Islam an. Der Umgang mit religiösen Traditionen ist hier oftmals lockerer, als in anderen muslimischen Ländern. So ist es den Frauen beispielsweise frei gestellt, ob sie ein Kopftuch tragen oder nicht.

Doch beim Thema Hochzeit und Partnerwahl haben auch in Pakistan noch die Eltern das letzte Wort. Sie suchen auch heute noch, mit Ausnahmen, den Ehepartner für ihr Kind aus und finanzieren später die gesamte Hochzeit. Diese gilt in Pakistan als eine Verschmelzung zweier Familien zu einer großen und wird sehr intensiv gefeiert.
Pakistan gilt als Land zwischen Tradition und Moderne.

Dies hat uns Isma Khan sehr deutlich anhand der Wohnsituationen dort gezeigt. Da gibt es zum einen die großen Städte, mit riesigen Wolkenkratzern, oder Wohnhäuser die modernen Villen gleichen. Doch auf der anderen Seite sind dort die Menschen, die auf der Straße leben und in einfachen Hütten oder Zelten wohnen. Allgemein lässt sich sagen, dass es eine große Lücke zwischen Arm und Reich gibt. Die Mittelschicht, zu der der Großteil der deutschen Bevölkerung gehört, gibt es in Pakistan überhaupt nicht.

Dies sieht man auch anhand des Schulsystems. Wer finanziell gut abgesichert ist, dessen Kind besucht eine kostenintensive Privatschule. Andere Schulen existieren oftmals nur auf dem Papier. So bleiben viele Menschen ohne ausreichende Bildung und ohne Englischkenntnisse, die als wichtiger gelten, als die Landessprache Urdu.
Auf dieser, für uns gänzlich unbekannten Sprache schrieb Frau Khan am Ende der Stunde den Namen jedes Schülers aus dem Kurs, sodass wir noch ein kleines Andenken mit nach Hause nehmen konnten.

Uns wurde durch diese Präsentation klar, dass Pakistan nicht nur ein Land mit Konflikten ist, sondern viel mehr ein Land mit vielen Facetten. Durch die persönlichen Erfahrungsberichte, die Frau Khan in den Vortrag einfließen ließ, haben wir viele Dinge besser verstehen und nachvollziehen können. Es war eine schöne Erfahrung, die keiner von uns missen möchte.

Deshalb bedanken wir uns hiermit auch noch einmal ganz herzlich im Namen des Englischkurses bei Isma Khan.
Anika Henning, Madlen Pflieger

Der Beitrag jetzt in Englisch

Pakistan – a land of differences

On Wednesday the 12th of September we, the English class 12 of the Humboldt Gymnasium, were invited to a very interesting talk from Isma Khan to the Weltladen in Nordhausen.

Isma Khan is a woman, who came to Germany 12 years ago from Pakistan and she told us a lot about her former home country and her experiences she had made there.
Pakistan is a state in south Asia whose neighbours are Iran, Afghanistan, China and India, to which Pakistan belonged until 1947. Now Pakistan is an Islamic republic with a president as head of state who is chosen by the people. Isma Khan described us the political situation there, she also related to potential conflicts with the direct neighbours of Pakistan.

But she told us not only something about general knowledge of Pakistan, but a lot about the school system there, which is not good, their religion, their living conditions and culture.

97% of the population are Muslims so the state and the culture are affected by this religion. But some traditions for example like the marriage are also influenced of the Hinduism because of India as a neighbour country. She showed us some pictures of traditional wedding outfits and explained us different aspects about finding a partner in Pakistan, which were new for us.

Furthermore we don´t want to forget to refer that the development of big cities like Lahore, where Isma Khan comes from, and Islamabad is comparable with Western cities. The skyscrapers, new buildings and the infrastructure really surprised us all, especially because before we had only seen pictures of small huts where a whole family lived in. So it is important to know that most people in the country live under very bad conditions and are very poor and we learned that Pakistan is a country of wealth too, but especially with a high poverty rate and without any middle class.

After about an hour full of information Isma Khan started a conversation with us in the English language which showed even more aspects about her life and reasons for coming to Germany. All in all we can say this morning was very interesting for us and we really enjoyed our talk in a very nice atmosphere.
Anika Henning, Madlen Pflieger
Autor: nnz

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