nnz-Forum: Manches falsch gemacht...
Donnerstag, 20. September 2012, 06:26 Uhr
1994 wurde Matthias Mitteldorf durch die Kommunalwahl Mitglied des Nordhäuser Stadtrates und hatte kurz danach gegen die Tiefgarage in der Altstadt gestimmt. Der Hintergrund waren die irren Fotos, die seine damalige Freundin und er verbotener Weise in den dortigen Kellern auf drei Etagen gemacht haben...
Unsere Hoffnung war, einen Jazz-Keller, gerade in der Vorbereitung der Landesgartenschau zu etablieren, wie zum Beispiel in Weimar. Daraus wurde nichts, weil es tausend Gründen gab, die dagegen sprachen und eine FH noch in weiter Ferne lag. Nach bald 20 Jahren erkenne ich diesen Fehler meiner Abstimmung, doch ich stehe dazu, weil es damals richtig war.
Vor drei Jahren habe ich für einen Autohof in Sundhausen in dieser Zeitung geworben. Bei der endgültigen Entscheidung habe ich mich mit Sicherheit nicht durch die BI drängen lassen, um anders zu entscheiden. Hier standen die expliziten Forderungen und berechtigten Zweifel der Sundhäuser Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund, die nicht nur mich überzeugt haben, einen solchen abzulehnen. Einen Autohof gibts ja auch bis heute nicht, und ein solcher ist anderen Orts nicht in Sicht.
Wenn BIs meinen, sie können kommunale Mandatsträger unter Druck setzen, ist das falsch. Ein Mitglied im Stadtrat ist kein Hobbypolitiker, sondern möchte mit seinem Engagement, seiner Sach- und Fachkunde als Einwohner unserer 1085jährigen Stadt für seine Nachbarn wirken. Dafür wurde dieser Stadtrat von unseren Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Und wir sind ja selber Nordhäuser und keine Importvögel.
Die neu gegründete BI gegen eine Agro-Methan-Gas-Anlage versucht schlechterdings, die Stadträte unter Druck zu setzen. Sie unterstellt ihnen Untätig- und Unfähigkeit. Das ist aus meiner Sicht falsch, weil genau diese sich im letzten OB-Rinke-Stadtrat im Juni dazu eine Auszeit erbeten haben. Den Argumenten meines Kollegen Volker Fütterer (SPD) konnte ich nur folgen, weil sie inhaltlich und fachlich zweifelsfrei richtig waren.
Dr. Klaus Zeh als Oberbürgermeister unternimmt gerade zu diesem Thema der Ära EVN/Rinke/Jendricke eine enorme Gradwanderung, die ich ihm als CDU-Politiker nie zugetraut hätte. Es ist nur unfair, wenn empörte Bürger ihre eigenen Stadträte und den OB geißeln, zu mal diese, wie die neue Verwaltung, noch im Findungsprozess sind.
Ich bin sicher, dass es keine unterschrieben Verträge, wie durch Einige in der Gründungsversammlung der BI behauptet, gibt. Wenn ja, würde ich wieder falsch liegen. Ich will keine solche Agro-Gas-Anlage. Denn es gibt bisher keine nachvollziehbare reale Kosten-Nutzen- Rechnung. Wir versiegeln gerade in der Goldenen Aue unwiederbringliches Land. Über zig Kilometer müssten täglich Tonnen von "Biofutter" mit LKWs mit enormen Treibstoffhunger in eine solche Anlage geliefert, der Abfall entsorgt werden.
Ja, auch damals habe ich für das Industriegebiet gestimmt, weil die EU Millionen für das Nichtbestellen von Äckern gerade in der Ex-DDR zahlte, und ich hoffte, Nordhausen könnte wieder eine Industriestadt werden. Die tatenlosen Bauern haben damals richtig profitiert und sich in der Goldenen Aue für damals viel Geld ihr Land von der LEG abkaufen lassen.
Es bleibt für mich dabei, dass ich Fehler gemacht habe. Doch zum Thema Agro-Gas-Anlage folge ich als Stadtrat, obwohl ökologisch denkend, meinem ersten Impuls. Für ein solches Vorhaben gibt es von mir keine Stimme.
Matthias Mitteldorf, Mitglied im Nordhäuser Stadtrat
Unsere Hoffnung war, einen Jazz-Keller, gerade in der Vorbereitung der Landesgartenschau zu etablieren, wie zum Beispiel in Weimar. Daraus wurde nichts, weil es tausend Gründen gab, die dagegen sprachen und eine FH noch in weiter Ferne lag. Nach bald 20 Jahren erkenne ich diesen Fehler meiner Abstimmung, doch ich stehe dazu, weil es damals richtig war.
Vor drei Jahren habe ich für einen Autohof in Sundhausen in dieser Zeitung geworben. Bei der endgültigen Entscheidung habe ich mich mit Sicherheit nicht durch die BI drängen lassen, um anders zu entscheiden. Hier standen die expliziten Forderungen und berechtigten Zweifel der Sundhäuser Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund, die nicht nur mich überzeugt haben, einen solchen abzulehnen. Einen Autohof gibts ja auch bis heute nicht, und ein solcher ist anderen Orts nicht in Sicht.
Wenn BIs meinen, sie können kommunale Mandatsträger unter Druck setzen, ist das falsch. Ein Mitglied im Stadtrat ist kein Hobbypolitiker, sondern möchte mit seinem Engagement, seiner Sach- und Fachkunde als Einwohner unserer 1085jährigen Stadt für seine Nachbarn wirken. Dafür wurde dieser Stadtrat von unseren Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Und wir sind ja selber Nordhäuser und keine Importvögel.
Die neu gegründete BI gegen eine Agro-Methan-Gas-Anlage versucht schlechterdings, die Stadträte unter Druck zu setzen. Sie unterstellt ihnen Untätig- und Unfähigkeit. Das ist aus meiner Sicht falsch, weil genau diese sich im letzten OB-Rinke-Stadtrat im Juni dazu eine Auszeit erbeten haben. Den Argumenten meines Kollegen Volker Fütterer (SPD) konnte ich nur folgen, weil sie inhaltlich und fachlich zweifelsfrei richtig waren.
Dr. Klaus Zeh als Oberbürgermeister unternimmt gerade zu diesem Thema der Ära EVN/Rinke/Jendricke eine enorme Gradwanderung, die ich ihm als CDU-Politiker nie zugetraut hätte. Es ist nur unfair, wenn empörte Bürger ihre eigenen Stadträte und den OB geißeln, zu mal diese, wie die neue Verwaltung, noch im Findungsprozess sind.
Ich bin sicher, dass es keine unterschrieben Verträge, wie durch Einige in der Gründungsversammlung der BI behauptet, gibt. Wenn ja, würde ich wieder falsch liegen. Ich will keine solche Agro-Gas-Anlage. Denn es gibt bisher keine nachvollziehbare reale Kosten-Nutzen- Rechnung. Wir versiegeln gerade in der Goldenen Aue unwiederbringliches Land. Über zig Kilometer müssten täglich Tonnen von "Biofutter" mit LKWs mit enormen Treibstoffhunger in eine solche Anlage geliefert, der Abfall entsorgt werden.
Ja, auch damals habe ich für das Industriegebiet gestimmt, weil die EU Millionen für das Nichtbestellen von Äckern gerade in der Ex-DDR zahlte, und ich hoffte, Nordhausen könnte wieder eine Industriestadt werden. Die tatenlosen Bauern haben damals richtig profitiert und sich in der Goldenen Aue für damals viel Geld ihr Land von der LEG abkaufen lassen.
Es bleibt für mich dabei, dass ich Fehler gemacht habe. Doch zum Thema Agro-Gas-Anlage folge ich als Stadtrat, obwohl ökologisch denkend, meinem ersten Impuls. Für ein solches Vorhaben gibt es von mir keine Stimme.
Matthias Mitteldorf, Mitglied im Nordhäuser Stadtrat
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
