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Ganz schön viel los!

Mittwoch, 12. September 2012, 14:44 Uhr
Ein Besuch in der Stadtbibliothek - das kennt jeder. Man wird nett begrüßt, findet die Romane seines Lieblingsautors an der gewohnten Stelle und gibt gerade noch die durchgelesenen Bücher wieder ab. Aber wie sieht die Arbeit auf der anderen Seite der Theke wirklich aus? Das hat eine junge Frau in einem einwöchigen Praktikum in der Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“ erfahren...


Bücher werden verliehen, wieder angenommen und einsortiert. Damit die Kunden mit Hausstauballergie nicht draußen bleiben müssen, wird natürlich auch geputzt. Doch tatsächlich gibt es noch viel mehr zu tun als das Offensichtliche.

Sobald es den siebten Teil einer Chronologie gibt, möchte man ihn auch in seiner Bibliothek ausleihen. Also muss viel Recherchearbeit geleistet werden, damit der Bestand aktuell bleibt. Nachdem die Bestellliste vervollständigt wurde und die neue Ware angekommen ist, muss sie in den Computer eingearbeitet und schließlich neu einsortiert werden.

Da lässt sich schon das nächste Problem beobachten: Es wird voll. Daher muss auch regelmäßig aussortiert werden. Es möchte ja keiner ein auseinanderfallendes Buch ausleihen. Gerade in der Abteilung der kleinen Kunden gibt es häufiger mal Reparatur- oder Ersatzbedarf.

Trotzdem ist die Kapazität begrenzt. Aber damit die Kunden nicht auf ein Buch verzichten müssen, wurde die Fernleihe eingerichtet. Dabei leiht sich die Bibliothek Bücher aus anderen Beständen in Deutschland aus, um sie dann an die Kunden weiterzugeben, was mit einigem Papieraufwand verbunden ist.

Die Bibliothek versteht sich aber nicht nur als Tauschbörse für Bücher, Filme, Spiele und CDs, sondern als Bildungs- und Kulturzentrum. Deswegen werden regelmäßig Abendveranstaltungen, wie zum Beispiel Autorenlesungen oder Buchvorstellungen organisiert.
Besondere Aufmerksamkeit gebührt aber den Kindern. In Kooperation mit den Kindergärten und Schulen werden die Kinder schon früh mit der Bibliothek vertraut gemacht.

Um ihr Interesse und oft auch ihre Begeisterung für Bücher zu wecken, werden immer wieder Ausflüge in die Bibliothek geplant. Hier können die kleinen Gäste bei Bilderbuchkinos und vorgelesenen Geschichten die Phantasie nutzen, selbst Bibliotheks-Rätsel lösen und schmökern und so ganz eigenständig die Welt der Bücher und Medien entdecken. Später in der Oberstufe geht es dann mehr um Beratung, wenn über ein bestimmtes Themengebiet recherchiert werden soll.

Aber auch außerhalb der Schule gibt es Projekte für jede Altersgruppe, wie die „Lesehütte“, ein Ort an dem sich jeder ganz einfach Bücher mitnehmen und vor Ort oder zu Hause lesen kann, oder das zurzeit laufende Projekt „Leseratte“, wobei teilnehmende Kinder mindestens zwei der ausgewählten sechs Bücher lesen und anschließend Fragen beantworten und selbst zu kleinen Buchkritikern werden können, indem sie eine Bewertung verfassen - mit Worten oder Zeichnungen. Auch Lese-, Schreib oder Malwettbewerbe werden von den jüngsten Nutzern gern mitgemacht.

Wie man sieht, geht der Aufgabenbereich der Bibliotheksmitarbeiter weit über das Verleihen und Ordnen von Büchern hinaus. Und weil sie so viel Mühe da reinstecken das Angebot attraktiv zu gestalten, ist die Bibliothek auch immer einen Besuch – oder sogar, wie bei mir, ein Praktikum wert!
Lydia Grohnemeier
Autor: nnz

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