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Ausflug auf den Possen

Freitag, 31. August 2012, 09:21 Uhr
Nach einer langen Planung konnte es am 22. August endlich losgehen. 55 Teilnehmer und Mitarbeiter aus dem Integrativen Zentrum Nordhausen (IZN) machten sich zu einem gemeinsamen Sommerausflug mit Erlebnischarakter auf. Ihr Ziel war der Possen bei Sondershausen...

Ausflug zum Possen (Foto: Horizont e.V.) Ausflug zum Possen (Foto: Horizont e.V.)

Hintergrund und Ziel unserer Tour waren es, Familien, die durch das TIZIAN-Projekt begleitet werden, ein Angebot mit sozialkulturellem Hintergrund zu schaffen. Gefördert wird das Projekt durch die GfAW Thüringen und das Jobcenter des Landkreises Nordhausen. Die Einbeziehung von mehreren Aspekten, beispielsweise den freizeit- und sportpädagogischen Angeboten, das Erleben der Natur, die Überwindung von Grenzen und die Bildung eines Gruppengefühls waren für die Auswahl des Ausflugszieles entscheidend. Die Aktivierung der Teilnehmer ist nicht ganz einfach und stellt die Mitarbeiter des Integrativen Zentrums Nordhausen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Die Schaffung von gemeinschaftlichen Angeboten spielt hierbei eine erhebliche Rolle. Häufig ist durch die jahrelange Arbeitsmarktferne ein Gefühl der Stigmatisierung und Einsamkeit entstanden. Viele Teilnehmer sehen es als große Herausforderung, soziale Kontakte aufzubauen und bevorzugen dementsprechend Angebote in einem geschützten Rahmen. Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der Betroffenen zu stärken. Durch das TIZIAN-Projekt werden die Familien in sozialpädagogische Gruppenprozesse einbezogen und kontinuierlich begleitet.

Unsere Erlebnistour startete mit einem Reisebus, begleitet von viel Sonnenschein, in Richtung Sondershausen. Schon bald gab es viele neugierige Fragen nach der Tagesgestaltung und dazu, was es zu erleben gibt – und zu erleben und zu entdecken gibt es auf dem Possen eine Menge: Bären, Rot- und Damwild, Ziegen, Esel, eine Hüpfburg und die neueste Attraktion – der Kletterwald. Nach der Ankunft konnte von jedem erst einmal die Umgebung erkundet werden. Insbesondere der neu ausgebaute Spielplatz übte auf die mitgereisten Kinder einen großen Reiz aus – genau wie die vielen Tiere.

Die kleinen wuseligen Erdmännchen bekamen ebenso viel Aufmerksamkeit wie die fröhlichen Kängurus. Die Familien waren begeistert von dem vielfältigen Angebot der Parkanlage. Bei einem gemeinsamen Picknick wurden zum Mittagessen die ersten Erlebnisse untereinander ausgetauscht. Nun sollte der Höhepunkt des Tages folgen. Geschützt und gut abgesichert ging es ans Werk. 18 Mutige trauten sich auf den Hindernisparcours in den Bäumen – und jeder wollte sich beweisen, während er durch die drei Ebenen kletterte. Wackelige Knie waren nach derartiger Anstrengung keine Seltenheit.

Die Kinder zeigten besonders viel Mut und kletterten bis in die höchsten Gipfel. Die Eltern waren erstaunt, wie wacker sich ihre Kinder schlugen und gewannen so den Eifer, selbst die eigenen Grenzen zu testen. Ein erlebnispädagogisches Angebot wie das des Kletterwaldes, ist für Hartz-IV-Familien kaum erschwinglich. Durch Projekte wie TIZIAN erhalten diese Familien die Möglichkeit, am kulturellen Leben teilzunehmen und eine Gemeinschaft zu finden, in der sie nicht ausgegrenzt werden.

Am Ende des Tages waren sich alle einig, dass dieser gemeinsame Sommertag ein unvergessliches Erlebnis war.
Autor: nnz

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