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nnz-intern: Vertrauen

Dienstag, 16. Dezember 2003, 10:23 Uhr
Nordhausen (nnz). In der gestern abgelaufenen Unfrage hatte die nnz nach dem Vertrauen in die Politik gefragt. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig. Dazu eine kleine Betrachtung...


81 Prozent der Leser, die sich an der Umfrage beteiligt hatten, haben kein Vertrauen in die Politik. Eigentlich war auch kaum ein anderes Ergebnis zu erwarten, lediglich die Klarheit überrascht ein wenig. Was sollen die Menschen auch von den Akteuren der „großen“ Politik erwarten? Sie sehen in deren Handeln wohl nur Profilierungssucht, Macherhalt und das Bemühen um einen mediengerechten Auftritt. Politik in 30-Sekunden-Statements zu erklären, das ist an der Tagesordnung derer, die die Geschicke einer ganzen Nation lenken sollen. Warum ist die rot-grüne Regierung die angeblichen Reformen nicht schon Anfang 2002 angegangen. Schon damals muß doch das demografische Dilemma, schon damals müssen doch die Auswirkungen des desolaten Arbeitsmarktes auf die Einnahmesituation des Staates bekannt gewesen sein? Die Antwort ist ganz einfach: Mit einer im Jahr 2002 gestarteten „Agenda Zwanzig-Zehn“ wären man kaum gewählt worden.

Viele Menschen glauben denen „da oben“ einfach nicht mehr. Wie anders ist denn zu verstehen, dass sich ein Christoph Matschie (SPD) nach seiner Nichtwahl in den Bundesvorstand seiner Partei folgendermaßen geäußert hat: „Ich bin nicht enttäuscht!“ Warum eigentlich, Herr Matschie, sind sie denn überhaupt angetreten? Die Menschen haben es auch satt, dass sie in gewissen „Pflicht-Talk-Runden“ immer wieder die selben Gesichter sehen und die gleichen Worthülsen hören.

Da macht ein Florian Gerster in Nürnberg quasi was er will. Er vergibt „freihändig“ Aufträge, er bestellt eine gigantische Flotte von flotten und teuren Dienstwagen und wundert sich, wenn er dadurch in die Kritik gerät. „Inszeniert von einigen Medien“, nennt er das alles. Doch beiläufig ließ er sich in seiner Amtszeit schon öfters von den Medien inszenieren, zu seinem Vorteil natürlich. Und dann gibt es politisch Verantwortliche in Berlin, die „stehen voll und ganz“ hinter dem Chef der „Agentur“ in Nürnberg.

Die Politiker „da oben“, die haben – so sagen sie es – das Wohl dieses Landes im Blick. Den Großteil der Menschen haben sie schon lange verloren. Merken Sie es nicht? Oder wollen Sie es nicht wahrhaben? Oder sie können und wollen es nicht vermitteln!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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