Im Südharz Rückschritte
Dienstag, 16. Dezember 2003, 08:26 Uhr
Nordhausen (nnz). In diesem Jahr versprach die Deutsche Bahn AG konkrete Sanierungsschritte auf der Südharzstrecke. Die Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz stellt fest, dass die Bahn ihre Zusagen gebrochen hat...
Die Initiative hat wie auch die lokale Politik auf die Zusagen des Konzernbeauftragten Meyer bei seinem letzten Besuch im Südharz vertraut, wonach es Jahr für Jahr konkrete Sanierungsschritte geben sollte. "Diese Zusagen werden definitiv gebrochen" stellt Michael Reinboth nüchtern fest, "und das ist etwas, was uns - und hoffentlich viele andere - wieder auf den Plan ruft". Im Programm "Niedersachsen ist am Zug" der Landesnahverkehrsgesellschaft ist ebenfalls von deutlichen Verbesserungen der Reisezeit nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Südharz die Rede. "Vorerst einmal ist das Gegenteil der Fall" stellt Reinboth fest. Mehr noch: Während zum Fahrplanwechsel allenthalben Fortschritte zu verzeichnen sind, gibt es im Südharz - wieder einmal - Rückschritte. "Wir sind wieder auf dem Weg in die Abstiegszone" befürchtet man bei "Höchste Eisenbahn".
In Niedersachsen gibt es Fortschritte u.a. auf den Strecken Osnabrück - Bremen - einer einst einstellungsbedrohten Nebenbahn - Löhne - Hildesheim und Hildesheim - Bodenburg, beides Strecken, deren Aufkommen und Frequenz mit der Südharzstrecke vergleichbar sind oder sogar darunter liegen. Vom "Metronom" zwischen Uelzen, Hamburg und Bremen einmal ganz zu schweigen. In anderen Bundesländern gibt es gerade im ländlichen Raum ebenfalls Fortschritte.
"Bei uns hat sich die Bahn wohl vorgenommen, die Zahl der Fahrgäste nach unten zu drücken. In Nordhausen gehen zahlreiche Anschlüsse in die Brüche, es wird langsamer gefahren und der Pünktlichkeitsgrad lässt jedenfalls zu Beginn des neuen Fahrplans zu wünschen übrig", kommentiert Reinboth die Situation. Vor dem Hintergrund der im Gefolge der Steuerreform und der ausbleibenden Maut wohl unvermeidlichen Mittelkürzungen hat sich die Zukunft des Schienenverkehrs im Südharz wieder verdüstert, denn "wir stehen noch nicht einmal am Anfang einer Entwicklung, die andere schon hinter sich haben".
Zeit für Aktionen
"Höchste Eisenbahn" sieht angesichts des Verhaltens der Bahn die Zeit für Aktionen gekommen. Anfang 2004 will man alle Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker ansprechen, am 21. Februar ist dann eine Versammlung in Scharzfeld geplant, auf der weitere Beschlüsse gefasst werden sollen. Hier will man allerdings auch der Bahn die Gelegenheit geben, neue Pläne vorzustellen. "Wir wollen im Südharz endlich so behandelt werden wie viele andere Regionen in Niedersachsen auch. Wir wollen Fortschritte im Schienenverkehr sehen und sind nicht gewillt, ein kontinuierliches Bergab tatenlos hinzunehmen" gibt man sich bei der Initiative kämpferisch. Ein Jahr "Burgfrieden" hat nach Ansicht von Michael Reinboth nichts gebracht, sondern offenbar dazu geführt, dass man sich bei der Bahn gesagt habe: Im Südharz können wir die Zügel wieder schleifen lassen.
"Wir fordern alle an der Zukunft des Südharzes - und hierzu zählt eine vernünftige Infrastruktur auch auf der Schiene! - interessierten Bürger auf, ihre Stimme für die Zukunft der Süd- und der Westharzstrecke zu erheben. Was wir mehr denn je brauchen, ist ein breit aufgestelltes Bündnis aller, die sich dieser Region verbunden fühlen. Es muss wieder mehr Druck auf die Leitung, denn von allein passiert bei der Bahn weiterhin nichts".
Autor: nnzDie Initiative hat wie auch die lokale Politik auf die Zusagen des Konzernbeauftragten Meyer bei seinem letzten Besuch im Südharz vertraut, wonach es Jahr für Jahr konkrete Sanierungsschritte geben sollte. "Diese Zusagen werden definitiv gebrochen" stellt Michael Reinboth nüchtern fest, "und das ist etwas, was uns - und hoffentlich viele andere - wieder auf den Plan ruft". Im Programm "Niedersachsen ist am Zug" der Landesnahverkehrsgesellschaft ist ebenfalls von deutlichen Verbesserungen der Reisezeit nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Südharz die Rede. "Vorerst einmal ist das Gegenteil der Fall" stellt Reinboth fest. Mehr noch: Während zum Fahrplanwechsel allenthalben Fortschritte zu verzeichnen sind, gibt es im Südharz - wieder einmal - Rückschritte. "Wir sind wieder auf dem Weg in die Abstiegszone" befürchtet man bei "Höchste Eisenbahn".
In Niedersachsen gibt es Fortschritte u.a. auf den Strecken Osnabrück - Bremen - einer einst einstellungsbedrohten Nebenbahn - Löhne - Hildesheim und Hildesheim - Bodenburg, beides Strecken, deren Aufkommen und Frequenz mit der Südharzstrecke vergleichbar sind oder sogar darunter liegen. Vom "Metronom" zwischen Uelzen, Hamburg und Bremen einmal ganz zu schweigen. In anderen Bundesländern gibt es gerade im ländlichen Raum ebenfalls Fortschritte.
"Bei uns hat sich die Bahn wohl vorgenommen, die Zahl der Fahrgäste nach unten zu drücken. In Nordhausen gehen zahlreiche Anschlüsse in die Brüche, es wird langsamer gefahren und der Pünktlichkeitsgrad lässt jedenfalls zu Beginn des neuen Fahrplans zu wünschen übrig", kommentiert Reinboth die Situation. Vor dem Hintergrund der im Gefolge der Steuerreform und der ausbleibenden Maut wohl unvermeidlichen Mittelkürzungen hat sich die Zukunft des Schienenverkehrs im Südharz wieder verdüstert, denn "wir stehen noch nicht einmal am Anfang einer Entwicklung, die andere schon hinter sich haben".
Zeit für Aktionen
"Höchste Eisenbahn" sieht angesichts des Verhaltens der Bahn die Zeit für Aktionen gekommen. Anfang 2004 will man alle Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker ansprechen, am 21. Februar ist dann eine Versammlung in Scharzfeld geplant, auf der weitere Beschlüsse gefasst werden sollen. Hier will man allerdings auch der Bahn die Gelegenheit geben, neue Pläne vorzustellen. "Wir wollen im Südharz endlich so behandelt werden wie viele andere Regionen in Niedersachsen auch. Wir wollen Fortschritte im Schienenverkehr sehen und sind nicht gewillt, ein kontinuierliches Bergab tatenlos hinzunehmen" gibt man sich bei der Initiative kämpferisch. Ein Jahr "Burgfrieden" hat nach Ansicht von Michael Reinboth nichts gebracht, sondern offenbar dazu geführt, dass man sich bei der Bahn gesagt habe: Im Südharz können wir die Zügel wieder schleifen lassen.
"Wir fordern alle an der Zukunft des Südharzes - und hierzu zählt eine vernünftige Infrastruktur auch auf der Schiene! - interessierten Bürger auf, ihre Stimme für die Zukunft der Süd- und der Westharzstrecke zu erheben. Was wir mehr denn je brauchen, ist ein breit aufgestelltes Bündnis aller, die sich dieser Region verbunden fühlen. Es muss wieder mehr Druck auf die Leitung, denn von allein passiert bei der Bahn weiterhin nichts".
