Herder in Limlingerode
Montag, 15. Dezember 2003, 14:37 Uhr
Limlingerode (nnz). Johann Gottfried Herder, dessen 200. Todestag sich am 18. Dezember 2003 jährt, besaß eine erstaunliche Wissenslust. Obwohl er längst nicht mehr so bekannt ist, wie zum Beispiel Lessing, Wieland, Goethe und Schiller. Am kommenden Wochenende wird Herder nach Linlinigerode geholt....
Von vielem, was diesen Theologe, Dichter, Philosoph, Sprachwissenschaftler anregte, ist in der Zwischenzeit gar nicht bekannt, dass es von seiner Person stammt. Er ist also auch heute allgegenwärtig, ohne dass man seinen anregenden Geist dahinter vermutet. Für Herder war die Dichtkunst, besonders die zahlreicher Völker, eine entschieden notwendige Stimme im Weltgeschehen. Die Muse des Dichtens interessierte ihn wenn sie über die acta und facta der Welt, von denen Wohl und Weh abhängt, laut zu reden und zu singen wagt, und sich in das Pauken- und Trommelgetön, in die Thorheit und Weisheit öffentlicher Verhandlungen mischet, schreibt er 1792 in einem Brief.
In der Dichterstätte wird Johann Gottfried Herder am Samstag, dem 20.12.2003, um 14.30 Uhr mit seiner Volksliedersammlung vorgestellt. Diese Stimme der Menschheit selbst, wie er sein über Jahrzehnte gesammeltes Lied- und Balladengut bezeichnet, ist in seiner Vielfalt beeindruckend. Er wünschte sich, dass das Zusammengetragene in die Herzen dringen sollte. Er nahm auch von Poeten Gedichtetes mit auf, wenn er es als dem Volksliedton angemessen empfand. Die ihm folgende Dichtergeneration, z. B. Goethe, Hölderlin, Brentano, Heine, Eichendorff usf. wäre ohne sein Vorbild nicht denkbar. Auch, dass der große Dramatiker Shakespeare ins deutsche Bewusstsein gelangte, ist ihm zum großen Teil zu danken.
Deshalb finden wir in seiner großen Sammlung Stimmen der Völker in Liedern vom 1778/79 auch Shakespeare-Sonette. Herder zur Seite stand seine Frau Karoline, geb. Flachsland, die nicht nur als Kopistin tätig war, sondern seit ihrer Brautzeit – zahlreiche Briefe belegen das – an Herders poetischer Welt teilhatte. Sie trug Volkslieder und die Übersetzungen Herders in ein als Silbernes Buch bezeichnetes Heft ein, die Vorstufe der berühmten Volksliedsammlung. In der Dichterstätte werden Volkslieder und Balladen in ihrer Urform vorgestellt z. B. Ännchen von Thaurau, Wenn ich ein Vöglein wär, Wege der Liebe, Erlkönigs Tochter. Die Teilnehmer werden mit Erstaunen feststellen, was davon den folgenden Dichtergenerationen Vorbild war.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzVon vielem, was diesen Theologe, Dichter, Philosoph, Sprachwissenschaftler anregte, ist in der Zwischenzeit gar nicht bekannt, dass es von seiner Person stammt. Er ist also auch heute allgegenwärtig, ohne dass man seinen anregenden Geist dahinter vermutet. Für Herder war die Dichtkunst, besonders die zahlreicher Völker, eine entschieden notwendige Stimme im Weltgeschehen. Die Muse des Dichtens interessierte ihn wenn sie über die acta und facta der Welt, von denen Wohl und Weh abhängt, laut zu reden und zu singen wagt, und sich in das Pauken- und Trommelgetön, in die Thorheit und Weisheit öffentlicher Verhandlungen mischet, schreibt er 1792 in einem Brief.
In der Dichterstätte wird Johann Gottfried Herder am Samstag, dem 20.12.2003, um 14.30 Uhr mit seiner Volksliedersammlung vorgestellt. Diese Stimme der Menschheit selbst, wie er sein über Jahrzehnte gesammeltes Lied- und Balladengut bezeichnet, ist in seiner Vielfalt beeindruckend. Er wünschte sich, dass das Zusammengetragene in die Herzen dringen sollte. Er nahm auch von Poeten Gedichtetes mit auf, wenn er es als dem Volksliedton angemessen empfand. Die ihm folgende Dichtergeneration, z. B. Goethe, Hölderlin, Brentano, Heine, Eichendorff usf. wäre ohne sein Vorbild nicht denkbar. Auch, dass der große Dramatiker Shakespeare ins deutsche Bewusstsein gelangte, ist ihm zum großen Teil zu danken.
Deshalb finden wir in seiner großen Sammlung Stimmen der Völker in Liedern vom 1778/79 auch Shakespeare-Sonette. Herder zur Seite stand seine Frau Karoline, geb. Flachsland, die nicht nur als Kopistin tätig war, sondern seit ihrer Brautzeit – zahlreiche Briefe belegen das – an Herders poetischer Welt teilhatte. Sie trug Volkslieder und die Übersetzungen Herders in ein als Silbernes Buch bezeichnetes Heft ein, die Vorstufe der berühmten Volksliedsammlung. In der Dichterstätte werden Volkslieder und Balladen in ihrer Urform vorgestellt z. B. Ännchen von Thaurau, Wenn ich ein Vöglein wär, Wege der Liebe, Erlkönigs Tochter. Die Teilnehmer werden mit Erstaunen feststellen, was davon den folgenden Dichtergenerationen Vorbild war.
Heidelore Kneffel
